ich habe hier eine Steingut-Tasse (oder Ton?), künstlerisch verziert, aus der Produktion eines franz. Handwerkers, nahezu das letzte Objekt, was ich noch aus der Aussteuer meiner Eltern habe - also nicht so ersetzbar.
Die Tasse ist mir beim Spülen heruntergefallen, der Henkel abge- und zerbrochen. In drei Teile. Wenn man die Bruchstellen mit der Hand aneinanderfügt, passt alles ohne große Lücken (bis auf einen ganz kleinen Spalt).
Die Querschnittsflächen sind etwas weniger als 1 cm² groß. Die volle Tasse wiegt ungefähr 900g. Dazu noch eventuelle Belastungen im alltäglichen Umgang (man hält sie ja nicht statisch vor sich hin).
Macht eine Reparatur da Sinn? Welchen Kleber würde man benutzen?
Oder: Was würde eine Reapratur wohl von der Größenordnung her kosten?
Hi,
nur eine Antwort, weil Dir bis jetzt keiner geantwortet hat - von daher nicht so richtig kompetent: es gibt 2-Komponenten-Kleber für Porzellan, in jedem Baumarkt erhältlich. Der wird aufgestrichen, und im Backofen gehärtet. Er hält (auch bei Griffen), und kostet nicht viel.
Obs da bei teureren Dingen auch eine professionellere Lösung gibt, weiss ich nicht.
nicht wegen der Werte, sondern weil ich mich sehr schwer damit tue, etwas wegzuwerfen, hab ich schon viel Steingut mit den üblichen Zweikomponentenklebern verarztet, die bei Zimmertemperatur aushärten.
Je nachdem, wie die Teile zusammenpassen, kann es nützlich sein, schrittweise vorzugehen: Zuerst die einzelnen Stücke des Henkels, dann Henkel an die Tasse. Geht aber bloß, wenn durch das separate Zusammenfügen des Henkels keine Hinterschneidungen entstehen.
Zusammen mit dem Kleber ist es nützlich, Aceton bei der Hand zu haben. Dann kann man in aller Ruhe der Reihe nach vorgehen:
Kleber mischen, auftragen, einzelne Teile von Hand mit leichtem Druck fixieren (mit den Händen hat man das beste Gefühl für einen satten Sitz genau im Winkel der Bruchstelle). Dauert etwa zehn Minuten, während derer man nicht niesen sollte.
Nach zehn Minuten ist das Teil ausreichend fixiert, dass es ohne Unterstützung genau da bleibt, wo es hingehört. Aber erst nach etwa einem Tag ist die Klebestelle voll belastbar. Zu Beginn der Aushärtezeit kann man überschüssigen Kleber sehr sauber und problemlos mit einem acetongetränkten Q-Tip oder Tuch oder beidem entfernen, so dass außer der feinen Linie von der Bruchstelle nichts mehr äußerlich zu sehen ist.
Sollte man jede Fügestelle erst längere Zeit aushärten lassen,
also bis zu einem Tag, bevor man die anderen Teile anfügt?
Nein, eher im Gegenteil: Die Fügestellen halten bereits nach etwa 10 Minuten Fixieren genau so, wie man sie fixiert hat. Wenns nicht zu fummelig ist (zuerst trocken, ohne Kleber, ausprobieren) wird das Ergebnis besser, wenn man alle Bruchstücke in einem Gang zusammenfügt und gemeinsam fixiert: Kleine Verschiebungen und Korrekturen ergeben sich daraus, wie der zusammengefügte Henkel insgesamt zusammenpasst; besonders, wenn der (bei Steingut häufig) unter einer leichten Spannung war. Wenn die Teile nacheinander angefügt werden, ist für das zuerst angefügte keine Korrektur mehr möglich, wenn es mit dem nächsten verbunden wird.
Habe gerade die Einzelteile schön aneinandergehalten, nachdem Kleber drauf war, 15 Minuten etwa.
Dann habe ich die Tasse in den auf 200°C vorgeheizten Backofen gestellt und 2 Minuten später fällt der Henkel ab. Als ich die Tasse heraushole, fällt sie auf einen Porzellanteller meines 4-teiligen Services. Der Teller ist hinüber, aber die Tasse kann ich noch einmal versuchen zu reparieren (keine neuen Macken).