Das ist Ansichtsache.
Was ist daran „komplizert“? Wenn ich ein Brett von Privat für
einen Euro bekommen kann ist das einfacher für mich. Die
könnte ich meist sogar gestern und heute und morgen abholen.
Richtig - Ansichtssache.
Du bevorzugst eben eine aufwendige Suche, um so kosteneffizient wie nur möglich ein Ziel zu erreichen. Das ist durchaus in Ordnung, aber für viele hier schwer nachzuvollziehen. Auch für mich. Es geht ja hier nicht um schwer überschaubare Summen. Wir reden doch von max. 50€.
Mit dieser Investition hätte ich kein Problem, da ich weiß, dass die ganze Angelegenheit in einem halben Tag erledigt ist. Den anderen halben Tag kann ich mich dann anderen Sachen zuwenden, z.B. den Nachmittag auf dem Sofa rumliegen und die Kaffeetasse auf meinem neuen Ablagebrett hinter mir abstellen
. Das hat primär nichts mit Faulheit zu tun. Jeder hat eben so seine Prioritäten im Leben.
Ich bitte zu beachten, dass sich meine Ausführungen nur auf Menschen beschränken, die das Glück haben ein regelmäßiges und angemessenes Gehalt zu beziehen, die die Investition nicht unmöglich macht. Bei ALG2-Empfängern sieht das sicherlich anders aus. Da möchte ich mir aber mangels eigener Erfahrung kein Urteil erlauben.
Ich verachte hingegen auch Leute die über ihre niedrige Hilfe
jammern, aber Dinge und Kleidung usw. nicht von Privat bei
eBay und Co. kaufen (die Wirtschaft interessiert mich da
herzlich wenig). Ins Internet kann jeder, zur Not bei
Bekannten oder auch kostenlos in der Stadtbibliothek. Ein PC
mit Modem und Monitor gäbe es auch für zusammen einstellige
Beträge.
DAS ist echt „traurig“. Auch ich der keine Hilfe bezieht
vergleicht da erst mal.
Und eine Herrehnhose (Daniels Classic) oder Strickpullover vom
Herrenhaus Hansen bekommt man im guten Zustand (scheinbar wie
neu) für je ~2 Euro usw. (hier in der Nähe abgeholt) auch für
Jacken, Lederschuhe (12 Euro)…
Und bei Technik ist es genauso. Vieles aktuelle gibt es schon
gebraucht für bedeutend weniger.
Genau diese Einstellung trägt partiell zur schwierigen wirtschaftlichen Situation bei. Jeder will etwas verdienen und leben, aber keiner will etwas ausgeben. Hier ist sehr anschaulich zu beobachten, dass sich generell eine sehr abnorme Einstellung gegenüber der Wertigkeit von Produkten, Dienstleistungen etc. seit Jahren entwickelt.
Hilfegebende Ämter sollten wenn jemand Wohnungsausstattung
fordert diese selbst gebraucht im Internet kaufen und dem mit
einem städtischen Fahrzeug (kostet den Staat nur Sprit)
abholen und dem bringen.
Natürlich mit seiner körperlichen Hilfe. Dazu noch einen
1-Euro-Fahrer der auch trägt. Das ist bedeutend billiger als
wenn die den Leuten irgendwelche neuen Geräte und Möbel
(gerade da lohnt es sich) genehmigen. So nutzen sie auch
gleich noch Arbeitslose denen sie sonst Hilfe ohne
Gegenleitung zahlen würden. Diese 1-Euro-Kräfte können auch
die Sachen bei eBay und Co. kaufen, damit sich die Beamten
nicht damit beschäftgen müssen. Das können die auch von
Zuhause wenn sie Zugang haben. Dann gibt es natürlich eine
Kostenerstattung (auch bei Flatrate ein wenig), schließlich
müssen die ja irgendwo ins Internet, und im Amt gibt es evtl.
keine Möglichkeit.
Soviel zu meinem System…
Dein Idealismus in Ehren, aber Du scheinst noch keinen deutschen Beamten bei der Arbeit gesehen zu haben. Die Bürokratie würde hier mit aller Macht zuschlagen. Im Endeffekt würde dann der gebrauchte Fernseher oder Kühlschrank ein Mehrfaches seines Ladenpreises an Kosten verursachen.
Nichts für ungut!
Christian