Öffnen/Herausnehmen tragender Wände?

Hallo,

wir haben durch unser Haus eine elf Meter lange tragende Wand von der wir zwei Teile herausnehmen wollen. Da wir dies noch nie gemacht haben, würde ich gerne wissen, was hierbei zu beachten ist.

Über Tipps wäre ich dankbar

Grüße
Dora

Hallo Dora!

wir haben durch unser Haus eine elf Meter lange tragende Wand
von der wir zwei Teile herausnehmen wollen. Da wir dies noch
nie gemacht haben, würde ich gerne wissen, was hierbei zu
beachten ist.

Hole einen Statiker ins Haus. Der guckt sich die Verhältnisse an und sagt, was zu tun ist.

Gruß
Wolfgang

Moin, Dora,

eine tragende Wand heißt so, weil sie etwas trägt. Wenn sie entfernt wird, kommt das, was sie tragen soll, meist gleich mit herunter - aus dem darüberliegenden Stockwerk.

Machbar ist fast alles, aber lass Dich von einem Fachmann beraten. Wenn es von der Statik her möglich ist, wird er jeweils einen „Sturz“ einziehen, das ist ein Träger, der die Last aufnimmt, die vorher die Wand getragen hat, und dann den Rest darunter herausnehmen.

Gruß Ralf

Hallo Dora,

daß ein Statiker vonnöten ist, wurde schon geschrieben, und ich kann mich dem nur anschiesen.

Die Durchführung der Maßnahme sollte aber auch von Menschen gemacht werden, die wissen was sie tun, den man kann viel! falsch machen und die Ergebnisse können niederschmetternd sein!

Das Herausstemmen der Fuge für den Sturz ist nicht ohne und das Werkzeug dazu auch. Mit Hammer und Meißel kommst Du nicht weit und der Stemmhammer mit SDS-Führung, den viele ambitionierte Heimwerker ihr eigen nennen ist auch schnell überfordert.

Meist werden entweder armierte, vorgefertigte Betonstürze verwendet, oder mehrere Stahlträger in H-Form.
Die müssen meist mit Gewindestangen zusammengeschraubt werden, wozu die Träger angebohrt werden müssen.
Dafür sind Bohrer und Bohrmaschinen nötig, die sich von den Sachen unterscheiden, die in einer Heimwerkerwerkzeugkiste rumtreiben.

Allein das Hantieren mit diesen Dingern überfordert Normalsterbliche, ich hätte nie gedacht, daß die Stahlträger so schwer werden, wenn man mit ihnen überkopf arbeiten muß :wink:
Betonstürze sind noch schwerer und bedürfen häufig speziellen Hebewerkzeugen. Bei Stützweiten von zwei Metern sind die Dinger gerne mal mehrere Zentner schwer.

Gandalf

Hi,

klar dass Statiker und Fachleute vonnöten sind.

Dann kommt es darauf an, wie vorgegangen werden kann.
Sobald die Mauer weg ist, kann alles „runterkommen“… und das ohne Treppe oder Fahrstuhl *g*

Habe selbst schon mal tragende Wände in einem Fachwerkhaus eingerissen.
Aus 4 Räumen sollte ein einziger großer ohne Stützen werden.

Damals haben wir zuerst den Druck „weggenommen“ indem wir im Dachstuhl Stützbalken eingezogen haben.
Erst dann konnten wir mit schwerem Werkzeug die Wände einreißen. Als die letzten Fachwerkelemente mit der Motorsäge eingerissen wurden, hörte man eine Geräuschkulisse als wenn …
Aber zum Glück passierte nichts.
Das ganze war ca. 1980 bei einem alten Haus von 1890. Und es steht heute noch.
Holz hat eben den Vorteil, dass es arbeiten kann. Es gibt etwas nach und damit hat es sich.

Bei Beton und Mauerwerk ist das Hauptproblem, dass man die Stützträger schon einbauen muss, während die Mauer noch steht… damit nicht alles wegbricht.
Reine Stahlträger sind zwar leichter zu verarbeiten (schnell was dranschweißen etc…)bilden nachher aber Kältebrücken und lassen sich auch „etwas“ schlechter verputzen.
In der Regel werden also Stahlbetonträger genommen werden.

11 Meter ?
Das würde einige Stützen bedeuten oder einen sehr starken durchgehenden Träger.
1 Meter Betonträger (Standardmaß für z.B. Fenstereinbau) wiegt ca. 70 Kg… 11 Meter wiegen MEHR als 770 Kg, weil er stabiler sein muss als ein kurzer Träger.

Ich könnte zwar mit „normalem“ Werkzeug mehrere kurze Träger einbauen… ein solcher Träger erfodert aber schweres Hebewerkzeug und schnelles Arbeiten um diesen Träger so schnell einzubauen, dass er drin ist, bevor der Rest von oben nachkommt.
Das setzt wieder „großes“ Abrisswerkzeug voraus.
Wie bekomme ich eine trägeraussparung in die Wand und den träger hinein ohne dass das Obrgeshoss sich senkt ?

Sobald der Träger drin ist, kann man ganz in Ruhe den Rest machen.
Der Träger sitzt auf den Stützmauern und fängt die Last ab.
Ich kann nun „gemütlich“ so lange picken, bis die Wand (bis auf den nötigen Rest) unter dem Träger weg ist.

Überlegt euch noch einmal, ob der Nutzen den hohen Aufwand rechtfertigen kann.

Mit mehreren Tausend Euro müsst ihr auf jeden Fall rechnen.
Selbermachen geht nicht und wäre auch zu gefährlich.

Gruß
BJ