Laminat 'schwimmend' verlegt = Schimmel!?

Liebe w-w-w Nutzer!

Ich habe vor ca. 2 Wochen an der Tapete im Schlafzimmer Schimmel entdeckt, und daraufhin Renovierungsarbeiten in Angriff genommen!

Letzten Freitag war ich (aufgrund von Materialbesorgungen und mehrerer Lagen Tapete) endlich auf den Putz der Wand gestoßen und stellte fest, dass die Wand als solche relativ trocken ist, und wunderte mich warum ich trotzdem ein Schimmel Problem habe.

Da ich das verlegte Laminat vom Vormieter übernommen hatte und dieser es sehr drastisch verlegt hatte, wollte ich dies ausbessern…
Der Vormieter hatte sämtlich Sockelleisten entfernt, den Putz bis auf das Grundmauerwerk abgeklopft und anschließend das Laminat auf einer sehr dünnen (1,5mm (gemessen mit Feinmessschraube)) Dampfsperre verlegt. Den Putz klopfte er anscheinend ab, damit er das Laminat ohne Zuschnitt verlegen konnte.

Ich entfernte also die ersten drei Lagen Laminat und da mir etwas unter die Dampfsperre gerutscht war hob ich diese an!!! Was ich dann zu sehen bekam war der reine Horror!

Unter der Dampfsperre war (und ist immer noch) sehr viel Wasser!

Etwas schwimmend zu verlegen bedeutet bei mir doch etwas ganz anderes… Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, warum ich dann den Schimmel hatte, da die Feuchtigkeit anscheinend an der Wand bzw. Tapete von unten hochgeklettert ist.

Entschuldigung für die lange Vorgeschichte, aber jetzt meine Fragen:

1.) Kann das Wasser (durch Regen) vom Balkon kommen? (Die Verfugung ist teilweise nicht mehr nicht mehr vorhanden und anderen Teils verrotet. An den Stellen wo keine Fuge mehr vorhanden ist komme ich widerstandslos 15 cm tief in das Grundmauerwerk)

2.) ´Kann man Putz mit Schimmelentferner anrühren? (nicht das es irgendwelche chemischen Reaktionen gibt)

und 3.) Gibt es Verlegemöglichkeiten bzw. Materialien (im Sinne von Dampfsperren), die verhindern, dass das (Schwitz-) Wasser an den Wänden emporsteigt?

Herzlichen Dank für Eure Hilfe
Euer Jean Claude

Hallo,

Der Vormieter hatte sämtlich Sockelleisten entfernt, den Putz
bis auf das Grundmauerwerk abgeklopft und anschließend das
Laminat auf einer sehr dünnen (1,5mm (gemessen mit
Feinmessschraube)) Dampfsperre verlegt.

die Dampfsperre unter Laminat ist normalerweise eine 0,2mm starke Kunsstoffolie (so wie bei Plastikbeuteln, nur stärker). Was du beschreibst, scheint die Trittschalldämmung zu. In diesem Fall offensichtlich die billigste Version - eine 2mm-PE-Schaumfolie (zusammengedrückt auf 1,5 mm). Die ist aber nicht dampfsperrend. Grundsätzlich ist eine Dampfsperre auch nicht zwingend erforderlich, wenn nicht mit Feuchte aus dem Untergrund (z.B. Restbaufeuchte oder im Keller Feuchte aus dem Boden) zu rechnen ist.

Den Putz klopfte er
anscheinend ab, damit er das Laminat ohne Zuschnitt verlegen
konnte.

normalerweise muss Laminat mit einem Abstand von 8 bis 10 mm zur Wand verlegt werden. Dass jemand dafür Putz abklopft ist doch sehr merkwürdig.

Ich entfernte also die ersten drei Lagen Laminat

du meinst vermutlich die ersten drei Reihen

1.) Kann das Wasser (durch Regen) vom Balkon kommen? (Die
Verfugung ist teilweise nicht mehr nicht mehr vorhanden und
anderen Teils verrotet. An den Stellen wo keine Fuge mehr
vorhanden ist komme ich widerstandslos 15 cm tief in das
Grundmauerwerk)

sicher. Kann auch durch Risse in der Fassade kommen.

2.) ´Kann man Putz mit Schimmelentferner anrühren? (nicht das
es irgendwelche chemischen Reaktionen gibt)

Ich habe mal in Tapetenkleister ein silberhaltiges Mittel zur Schimmelverhinderung gemischt, kann sein dass es das auch für Putz/Mörtel gibt. Das ist aber nur Symptombekämpfung. Die Ursache der Feuchte muss bekämpft werden. Als Minimum ist das Laminat herauszureißen und neues (nicht das alte, das ist schimmelbelastet und evtl ohnehin zu gequollen) mit angemessener Dampfsperre und guter Trittschalldämmung zu verlegen (oder eben eine andere Art Boden). Außerdem sollte die Herkunft des Wassers herausgefunden werden.

und 3.) Gibt es Verlegemöglichkeiten bzw. Materialien (im
Sinne von Dampfsperren), die verhindern, dass das (Schwitz-)
Wasser an den Wänden emporsteigt?

Wenn es aus dem Boden kommt, geht das nur mit Injektionen in die Wände. Aber auch das wäre ja nur Symptombekämpfung. Das Wasser muss verschwinden!

Gruß, Niels

Ich entfernte also die ersten drei Lagen Laminat

du meinst vermutlich die ersten drei Reihen

ja klar *g* *rotwerd* argh… wer würde schon 3 lagen laminat übereinander packen… ich glaub so blöd wäre selbst mein Vormieter nicht gewesen…

Hi Jean Claude,

nichttechnischer Tip: Du hast die Wohnung gemietet? Dann würde ich schleunigst den Vermieter einschalten. Feuchtigkeit bzw. Nässe im beschriebenen Ausmaß, abgeklopfter Putz, Schimmel…, das sollte der Vermieter wissen.

Schönen Gruß
Horst

nichttechnischer Tip: Du hast die Wohnung gemietet? Dann würde
ich schleunigst den Vermieter einschalten. Feuchtigkeit bzw.
Nässe im beschriebenen Ausmaß, abgeklopfter Putz, Schimmel…,
das sollte der Vermieter wissen.

Danke Horst! Ist schon geschehen! gleich noch am Freitag als ich es entdeckt habe… Morgen um 9 (wahnsinns Reaktionszeit oder?) kommt jemand und schaut sich das an!

Danke trotzdem

Hallo zusammen…

nur so eine Anmerkung/Idee… KÖNNTE es sein, dass das Schwitzwasser/Kondenswasser ist? Ist dort eine kalte Außenwand? Ist der Raum kühler als der Rest der Wohnung? Denn Regenwasser erscheint mir nach diesem April doch ein wenig unwahrschinlich… Aber das ist wie gesagt nur ein Gedanke…

Wir haben nämlich ein ähnliches Problem. Allerdings sind bei uns folgende Voraussetzungen: EG-Wohnung und das Schlafzimmer und ein Badezimmer sind im „Keller“. Das Schlafzimmer hat einen 3m breiten schrägen Lichtschacht (so mit grün usw.) und im Sommer ist das Fenster logischerweise immer gekippt. Da aber das Zimmer den Tag über im Schatten liegt, haben wir immer angehnehm niedrige Temperaturen (auch im Sommer). Das hat aber zur Folge, dass die Außenluft (kalte Luft fließt ja nach unten) des Nächtens ins Schlafzimmer kommt, und kondensiert… (so zumindest meine laienhafte Vorstellung :wink:) )
Wir hätten auch um ein Haar ein Schimmel/Feuchte-Problem bekommen. Abhilfe wie folgt: Thermometer/Hygrometer aufegestellt, und sobald die Luftfeuchtigkeit > 60% rel. ist, schmeißen wir für ein paar Stunden einen Luftentfeuchter an (€ 120,00 aus dem Baumarkt - Leistungsaufnahme ca 150 Watt).
Eine wie ich finde bzahlbare und praktikable Lösung - denn seitdem haben wir nie wieder Probleme mit Feuchtigkeit an den Wänden gehabt :wink:

Hoffe, weitergeholfen zu haben

Grüße

Midir

danke für Deine Antwort…

habe im Moment nur ein Problem… hab gerade schwer zu abend gegessen und deshalb ist mein Bauch voll und mein Kopf leer… kann gerade nicht in Worte fassen was ich sagen will… da aber morgen der Hausmeister kommen will, habe ich bestimmt Zeit, eingehender zu antworten…

Soweit möchte ich Euch schonmal für Eure (bereits gegebenen und noch kommenden) Antworten danken!

Hi,

Wir haben nämlich ein ähnliches Problem. Allerdings sind bei
uns folgende Voraussetzungen: EG-Wohnung und das Schlafzimmer
und ein Badezimmer sind im „Keller“. Das Schlafzimmer hat
einen 3m breiten schrägen Lichtschacht (so mit grün usw.) und
im Sommer ist das Fenster logischerweise immer gekippt.

Mit diesem „logischerweise“ holst du Dir das Kondenswasser ins Haus! Fenster zu Kellerräumen dürfen nur geöffnet werden, wenn die Außentemperatur niedriger(!) ist als die Temperatur im Raum. Also genau das Gegenteil von dem, was einem der angeblich so gesunde Menschenverstand sagt. Man sollte ja annehmen „die schöne warme Luft von draußen wird die Feuchtigkeit schon wegtrocknen“. Pustekuchen: die „schöne warme“ Luft kann durch ihre Wärme auch viel Feuchtigkeit binden. Wenn diese Luft dann auf kalte Flächen trifft, steigt die relative Feuchtigkeit bis zur Kondensation - und schon in das Wasser da!

Siehe auch FAQ:386

Gruß
Stefan

nur so eine Anmerkung/Idee… KÖNNTE es sein, dass das
Schwitzwasser/Kondenswasser ist?

Ja… inzwischischen hat sich dies bestätigt!

Ist dort eine kalte
Außenwand? Ist der Raum kühler als der Rest der Wohnung?

Ja, ist ja schließlich das Schlafzimmer… :wink: aber von dort kommt die Feuchtigkeit nicht, sondern vom Boden

Denn Regenwasser erscheint mir nach diesem April doch ein wenig
unwahrschinlich… Aber das ist wie gesagt nur ein Gedanke…

Ist es leider doch… das Regenwasser ist durch ein Loch im Balkon in den Boden gesickert, hat sich dort gesammelt und kam erst jetzt nach und nach durch den estricht hoch also sozusagen mit einem monat verspätung…

Wir haben nämlich ein ähnliches Problem. Allerdings sind bei
uns folgende Voraussetzungen: EG-Wohnung und das Schlafzimmer
und ein Badezimmer sind im „Keller“.

Wir wohnen im dritten Stock eines 1965er sozialen Wohnungsbaus, haben 2 Balkons… einen am Schlafzimmer und einen am Wohnzimmer… und Wetterseite… sprich wenn der Wind ungünstig steht ist unser unüberdachter Balkon (komischerweise nur der am Schlafzimmer) ein kleiner Teich. Die Abflüsse wurden erst kürzlich saniert und beim Wohnzimme Balkon fließt das Wasser hervorragend ab… Deswegen fand das Wasser auch den Weg in unseren Boden, da die Balkons einige Zentimeter tiefer liegen als der Wohnungsboden.

Thermometer/Hygrometer aufegestellt, und sobald die Luftfeuchtigkeit :> 60% rel. ist, schmeißen wir für ein paar Stunden einen :Luftentfeuchter an (€ 120,00 aus dem Baumarkt - Leistungsaufnahme ca :150 Watt).
Eine wie ich finde bzahlbare und praktikable Lösung - denn
seitdem haben wir nie wieder Probleme mit Feuchtigkeit an den
Wänden gehabt :wink:

Wir bekommen jetzt erstmal nen Heizlüfter und dann werden wir weiter sehen… In Absprache mit meine Freundin haben wir uns jetzt dazu entschlossen, einen Teppich zu verlegen…

Hoffe, weitergeholfen zu haben

Ja hast Du wenn auch nur für die zukunft :wink: Danke aber trotzdem!

Danke, Danke Danke

Vielen lieben herzlichen Dank für Eure Hilfe

Euer Newbie Jean Claude

Hallo Jean Claude,
bevor du unnötig Geld ausgibst:

nur so eine Anmerkung/Idee… KÖNNTE es sein, dass das
Schwitzwasser/Kondenswasser ist?

Ja… inzwischischen hat sich dies bestätigt!

Nein, hat sich nicht.

Ist es leider doch… das Regenwasser ist durch ein Loch im
Balkon in den Boden gesickert, hat sich dort gesammelt und kam
erst jetzt nach und nach durch den estricht hoch also
sozusagen mit einem monat verspätung…

Das ist kein Schwitzwasser oder Kondensat.

Wir bekommen jetzt erstmal nen Heizlüfter und dann werden wir
weiter sehen…

Da besteht ein grundsätzliches Problem mit Undichtigkeit am Gebäude. Der Heizlüfter nützt überhaupt nichts, wenn immer wieder Wasser in den Wohnraum eindringt. Der Vorschlag deines Vermieters ist ein erbärmlicher Versuch, dich zu beruhigen.

In Absprache mit meine Freundin haben wir uns
jetzt dazu entschlossen, einen Teppich zu verlegen…

Aber nur, wenn es dein Vermieter bezahlt. Oder du kürzt die Miete.
Solange Wasser eindringt, wird das Problem nicht gelöst.
Hau mal auf den Putz (= kürze die Miete und investiere nicht dein Geld, daß dir dein Vermieter nicht erstatten wird).

Hoffe, weitergeholfen zu haben

Ja hast Du wenn auch nur für die zukunft :wink:

Eben, jetzt handeln.
Grüße
BW

Hallo Jean Claude,
bevor du unnötig Geld ausgibst:

nur so eine Anmerkung/Idee… KÖNNTE es sein, dass das
Schwitzwasser/Kondenswasser ist?

Ja… inzwischischen hat sich dies bestätigt!

Nein, hat sich nicht.

Ist es leider doch… das Regenwasser ist durch ein Loch im
Balkon in den Boden gesickert, hat sich dort gesammelt und kam
erst jetzt nach und nach durch den estricht hoch also
sozusagen mit einem monat verspätung…

Das ist kein Schwitzwasser oder Kondensat.

Mensch menno… :wink: ich hab mir das als Laie so schön passig zusammengereimt… dachte, jetzt wo es wieder warm wird, verdunstet das Wasser aus dem Estrich heraus und kondensiert an der Trittschalldämmung… also Kondensat *schnief*

Aber was ist es dann…?

O.K. das mit der Mitkürzung klingt nicht blöd… selbst wenn man es so auslegt, dass wir die Wohnung renoviert übernommen haben (steht so im mietvertrag) und selber das Laminat verlegt haben (und nicht vom Vormieter übernommen), ändert das nichts an der Tatsache, dass uns der Schaden durch bauliche Mängel entstanden ist. Dazu noch eine Frage… muss ich für eine Mitkürzung irgendwen einschalten… Bauamt, Mieterbund oder sonst irgendetwas?

Hallo Jean Claude,

O.K. das mit der Mitkürzung klingt nicht blöd… selbst wenn
man es so auslegt, dass wir die Wohnung renoviert übernommen
haben (steht so im mietvertrag) und selber das Laminat verlegt
haben

hoffentlich mit Zustimmung des Vermieters, du könntest dann leichter Ersatz (z.B. Teppich) fordern

…ändert das nichts
an der Tatsache, dass uns der Schaden durch bauliche Mängel
entstanden ist.
Dazu noch eine Frage… muss ich für eine
Mitkürzung irgendwen einschalten… Bauamt, Mieterbund oder
sonst irgendetwas?

Erstmal nicht, einfach den Vermieter ansprechen, den Sachverhalt nochmal besprechen und die Mietkürzung erwähnen ( ! Höhe in % weiß ich nicht, da beim Mieterschutzbund oder im Internet mal kundig machen).
Er reagiert dann schon, wenn weniger Geld fließt.
Grüße
BW