Bad: Lüften mit kalter Luft nicht eher schädlich?

Hallo,

hier oben im Nordwesten D.s ist die Außenluft meistens feuchtigkeitsgeschwängert und kalt. Wenn ich nach einem heißen Bad die Badezimmerfenster öffne, füllt der Raum sich mit Dampfschwaden. Die Wandfarbe ist an vielen Stellen bereits dunkel geworden (Schimmelbefall). Daher nun meine Frage: Angesichts der Tatsache, daß warme Luft wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, könnte man doch annehmen, daß es ziemlich unsinnig ist, nach dem Bad die Fenster aufzureißen, denn das bewirkt meistens (solange die Temperatur außen deutlich kälter ist als innen), daß die vorher als Dampf aufgelöste Feuchtigkeit nun an der kalten Luft kondensiert und die Gegenstände des Raumes, also auch die Wände mit Kondenswasser beschlägt, was auf längere Sicht zu Schimmelbildung führt. Oder wie ist das? Sollte ich doch besser lüften, auch mit kalter Luft? Warum?

Gruß, Uwe

Oder wie ist das? Sollte ich doch
besser lüften, auch mit kalter Luft? Warum?

Ja.
Du tauscht dabei 20-30°C warme Luft mit fast 100% Feuchtigkeit gegen (je nach Außentemperatur) 10-20°C warme Luft mit 60-90% Feuchtigkeit aus - das macht die Sache auf jeden Fall trockener. Daß dabei die Feuchtigkeit in der Innenluft teilweise kondensiert und „Nebel“ bildet, ist kein Problem, der wird beim Lüften gleich mit rausgespült.

Ist es draußen noch kälter, funktioniert die Sache besser.

LG
Stuffi

hi

Die Wandfarbe ist an vielen Stellen bereits
dunkel geworden (Schimmelbefall).

dann solltest du

vor dem Öffnen des Fensters die Wände z.B. mit einem Fensterputzer abziehen (also dem Gerät, nicht dem Menschen ;o) ) damit die schon einmal fast trocken sind

daß die vorher als Dampf aufgelöste Feuchtigkeit nun an der kalten
Luft kondensiert und die Gegenstände des Raumes, also auch die
Wände mit Kondenswasser beschlägt, was auf längere Sicht zu
Schimmelbildung führt. Oder wie ist das?

gaaaaanz grob zusammengefasst und vereinfacht :

es ist eher so, dass die kalte (schwere !) Luft am unteren Teil des Fensters in den Raum „hineinfällt“ die warme feuchte Luft nach oben schiebt und letztendlich dann auch aus dem Raum schubbst, wenn genügend kalte Luft drin ist.

Gruß H.

Hallo Uwe,
ich heize, wen notwendig das Bad vor. Je kleiner der Temperaturunterschied je geringer die Kondens-wasserbildung. Nach dem Baden schalte ich die Absauganlage, geschaltet über einen Hygrometer, ein/aus. Das kostet Energie, ist aber besser als der Schimmel in allen Ecken.

Hallo,

überleg mal, was passiert, wenn du nicht lüftest:

du hast warme Luft mit fast 100% Luftfeuchtigkeit. Ohne Lüften kühlt die langsam ab. Damit steigt die Luftfeuchte weiter und kondensiert. Da ist es doch besser, die feuchte, warme Luft „rauszublasen“. Die kalte Außenluft erwärmt sich, die rel. Luftfeuchte sinkt und die Wände trocknen relativ schnell ab (wieso sollte auch die Feuchtigkeit aus der kalten Luft an den wärmeren Wänden kondensieren?). Das, was es an Feuchte an den Wänden gibt, ist schon beim Baden dorthin gekommen (zu dem Zeitpunkt ist nämlich die Luft wärmer als die Wände). Das sind übrigens Effekte, die jeder Brillenträger kennt.

Du hast natürlich noch die Möglichkeit, „in die Wohnung“ zu lüften, aber dass das Blödsinn ist, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen.

Gruß, Niels