Messung der Luftfeuchtigkeit

In unserem Mehrfamilienhaus herrscht im Treppenhaus eine hohe Luftfeuchtigkeit, da die Tür das Trockenraumes von permanent offen gehalten wird, die Feuchtigkeit der dort hängenden Wäsche ins Haus dringt und ein Lüften dort von den Anwohnern verhindert wird. Als Resultat haben sich feuchte Stellen an den Außenwänden gebildet, der Putz wirft Beulen und platzt ab. Da die anderen Hausbewohner absolut uneinsichtig sind, was das Lüften anbelangt, möchten wir die Feuchtigkeit der Luft messen, um eine bessere Argumentationsgrundlage zu haben. Wie und mit welchem Gerät kann man dies am Besten bewerkstelligen. Kann man das überhaupt selber tun, oder muss da ein „Spezialist“ ran. Es gibt doch sicherlich Richtwerte, welche Feuchtigkeit ok ist und welche Werte zu hoch sind. Wo kann man diese Erfahren?

Die reine Messung der Luftfeuchtigkeit ist nicht schwierig und kann zudem von jedem technischen Laien mit dem entsprechenden Messgerät (Hygrometer) vorgenommen werden.
Anmerkung: es sollte jedoch ein Hygrometer sein, wo nicht der „optische Anspruch“, sondern tatsächlich die Funktionalität des Gerätes im Vordergrund steht.

Doch die Sache ist hier wesentlich komplizierter, als möglicherweise vermutet: sie ist bauphysikalischer Natur.
Betreffend die „zulässige Luftfeuchtigkeit“ gibt es nur Empfehlungen für Wohnräume. Mit dieser Betrachtungsweise kämen wir aber nicht zum Ziel!
Zu messen wäre in dem von Ihnen beschriebenen Fall:
a) die relative Raumluftfeuchtigkeit
b) die Raumlufttemperatur
c) die Wand-Oberflächentemperatur
d) die Feuchtigkeit im Putz (obere Randzone wäre ausreichend)
(Das sind im Übrigen alles zerstörungsfreie Messmethoden!)

Aus diesen Angaben kann man u.a. aus Bautabellen entnehmen, ob die Gefahr der Taupunkterniedrigung auf der Wandoberfläche gegeben ist.
Etwas komplizierter also, als im ersten Moment vielleicht vermutet.

Letztendlich ist es aber -so zumindest meine persönliche Meinung- Sache der Vermieters und/oder des Verwalters Ihres Objektes, für eine klare Linie im Haus Sorge zu tragen.
-.-.-.-
mfg Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen

Die prozentuale Luftfeuchte (Sättigungsgehalt) ist abhängig von der Temperatur, das heißt im Klartext, dass warme Luft grundsätzlich mehr Wasser(dampf) aufnehmen kann, als kältere. Kühlt man also warme Luft ab, so steigt deren prozentuale Luftfeuchte bis auf 100% an, ohne dass der eigentliche Gehalt an Wasser steigt. Bei weiterer Abkühlung - also Übersteigung der 100% - kondensiert das „nicht-mehr-in-die-Luft-passende“ Wasser und schlägt sich an Wänden etc. nieder.
Sprich: ist es im Haus kälter als im Trockenraum, fällt dort das Wasser in Form von Niederschlag an den Wänden o.ä. aus.
Ist jetzt wirklich sehr einfach erklärt, ich hoffe, es war einigermaßen verständlich :wink:

vgl.: Taupunkt: […]Es handelt sich dabei um diejenige Temperatur der feuchten Luft, bei der diese wasserdampfgesättigt wäre sowie bei einer zunehmenden Temperatursenkung kondensieren würde. In diesem Zustand würde die relative Luftfeuchte 100 Prozent betragen[…] („geklaut“ bei http://de.wikipedia.org/wiki/Taupunkt)

Messgerät: http://de.wikipedia.org/wiki/Hygrometer