ich habe nun vor dem Winter meine Balkonplatte - nennt man das so? - mit einem Estrich versiegeln lassen. Den Abschluß zur wand/Balkonfenster habe ich mit einem Teerband aus dem Baumarkt abgedichtet, damit kein Wasser darunterläuft. Ich glaube aber, das das Band nur wenig bewirkt und das Wasser durchsickert. Auch grüble ich gerade, ob die nach vorne überstehende Plastikplane (zwischen Betonplatte und Estrich) das Wasser nicht einfängt und zwischen die Schichten lockt.
Was meint ihr, muß ich vor dem Winter und möglichen Frostschäden noch aktiv werden?
Mit Estriche kann man nichts „versiegeln“. Estriche sind Lastenverteilungsschichten.
Hier in diesem Fall handelt es sich offenbar um einen Estrich auf Trennschicht nach DIN 18560-4. Je nach Flächengröße und Freibewitterung sollte der Estrich ein ausreichendes Gefälle -weg von der Hauswand- aufweisen.
Irgendwo irgendetwas einzubauen, nur weil „alle das so machen“ scheint nicht der richtige Weg.
Man muss genau wissen, WOZU mache ich etwas MIT WELCHEM Material und das ORDNUNGSGEMÄß, dem Stand der Technik entsprechend.
Fugenbänder müssen in die Abdichtungsebene integriert werden, damit der Estrich gegenüber eindringendem Wasser in diesem Übergang auch dicht ist. Davon abgesehen muss der mit einem keramischen Belag zu belegende oder zu beschichtende Estrich die erhöhte Festigkeitsklasse CT-C35 (früher: ZE 30) in geeigneter Dicke aufweisen.
Was soll letztendlich für ein Belag eingesetzt werden, hieran anschließend: welche Flächenabdichtung muss nun hierauf abgestimmt vorgenommen werden??
Letztendlich richtet sich danach auch die Beantwortung der letzten Frage: welches Anschlusssystem/Abtropfkante/Rinensystem wird genommen.
Bedeutet: so einfach ist der Aufbau eines im Außenbereich gelegenen, frei bewitterten Balkons NICHT !
Dafür (so die eigenen berufl. Erfahrungen) kann man eine Menge Lehrgeld zahlen, wenns denn von Anfang an preisgünstig zugehen soll(te).
Herzlichen Dank für die Antwort! Ich werde im Frühjahr den Balkon tatsächlich von einer Fachfirma fertigstellen lassen. Jetzt nur noch mal explizit: Muß ich vor möglichen Frostschäden noch Vorkehrungen treffen? Wieviel Wasser muß zwischen Estrich und Grundplatte eindringen, damit Risse auftreten?
Herzlichen Dank!
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Die eigentliche Gefahr für den Estrich geht zwar von jenem Wasser aus, welches zwischen Folienlage und Estrich eindringt, aber primär von jenem, welches sich im Estrichgefüge ansammelt.
Diese Feuchtigkeit/Nässe wird bei tiefen Temperaturen in Eiskristalle übergehen. Da Eiskristalle bekanntermaßen ein vielfaches Volumen von Wasser (im Flüssigzustand) einnehmen, kann der Estrich durch regelrechte Sprengwirkung zerstört werden.
Frostbeständige Betone und Estriche enthalten zielgerichtet ein dementsprechendes Luftporenvolumen, in welches sich das (Gefüge)Wasser ausdehnen und hierin schadensfrei den Aggregatzustand wechseln kann, ohne aber dass das Werkstoffgefüge zu „zerfrieren“ droht. Estrichrisse, welche Sie ansprachen, sind das geringere Übel und können mit geringem Aufwand wieder saniert werden. Ein durch Eiskristalldruck zerstörtes Estrichgefüge dagegen kann nur entsprechend der geschädigten Fläche zurückgebaut und größerflächig durch Neueinbau ersetzt werden.
Sie sollten die Estrichoberfläche mit einer stabilen Folienlage vor Wassereintritt über die Oberfläche schützen. Gleichzeitig sollte auch kein Wasser über die Randbereiche eindringen. Das dürfte als Maßnahme bis zum nächsten Sommer ausreichen.