hat jemand Erfahrungen mit EMs in Kleinkläranlagen?
Leider finde ich mur Berichte von EM-Vertrieblern und -Promotern, außerdem gibt es viele EM-Gegner, dies sind aber idR Leute ohne EM-Erfahrung. Selber habe ich mit EM beim Putzen und im Garten sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit der KKA kann ich (noch) keine Experimente anstellen, da der Hauskauf noch in Planung ist. Neugieriug bin ich aber schon.
Nun suche ich nach erfahrungsbasierten Infos, ob eine EM-Zugabe in die Kleinkläranlage den Anfall abzufahrenden Schlammes mindert und ev. die Ablaufwerte verbessert.
zuerst muss ich an dieser Stelle vorausschicken, dass ich persönlich keine Ahnung von EM’s habe. Aber beruflich habe ich im Moment mit einer großen Biogas Firma zu tun und hab den technischen Leiter mal kurz interviewt
(Ich hatte ihn grad am Tel - daher sind die Erinnerungen noch wach)
Die Aussage ist so:
Prinzipiell hat jede Kläranlage/Biogasanlage je nach Einbringungs- art, menge und Zusammensetzung des Fermentationsstoffes (der Stoffe) eine individuelle Zusammensetzung der Mikroorganismen.
Sprich: Im gewerblichen Bereich (Energiegewinnung) ist eine biologische Analyse über einen längeren Zeitraum vonnöten um die bestmögliche Bakterienkultur zu begünstigen und damit die Fermentationsrate optimal zu gestalten. Pauschale Aussagen hierzu sind nicht möglich! Was der einen Anlage gut tut, ist für die andere nicht optimal…
Generell ist es so, dass bei gleichbleibender Zusammensetzung der Einbringungssubstanz sich von alleine ein Optimum einstellt. Dies dauert jedoch z.T. Monate.
Irgendwas hineinzukippen kann gut gehen, muß aber nicht.
Je optimaler die Fermentation geführt wird, umso mehr Biomasse wird in Gas, sprich Energie umgewandelt und umso geringer ist natürlich die Restmasse.
Als Starterkultur kann es sich günstig auf den Verlauf auswirken, jedoch wird sich ein Gleichgewicht von selbst einstellen.
Er sagt: wichtiger als alle Substanzen und Kulturen ist nach wie vor eine gute Isolierung. Die Bakterien mögen es warm…
hat jemand Erfahrungen mit EMs in Kleinkläranlagen?
Sowas gab es noch nicht, als wir noch eine KKA hatten und inzwischen sind wir an einen Kanal angeschlossen, haben das Problem also nicht mehr.
Nun suche ich nach erfahrungsbasierten Infos, ob eine
EM-Zugabe in die Kleinkläranlage den Anfall abzufahrenden
Schlammes mindert und ev. die Ablaufwerte verbessert.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Schlamm in einer KKA in nennenswerter Menge in irgendetwas flüssiges oder gasförmiges umgewandelt werden kann. Wenn es dafür eine bezahlbare Lösung gäbe, müsten die Kläranlagen ihren Klärschlamm nicht teuer entsorgen.
Bei einer ordentlich funktionierenden KKA (wie der Vorredner schon sagte, stellt sich das Geleichgewicht von selbst ein) kann man das Ablaufwasser gefahrlos trinken, sofern die Nutzer nichts oben reinschütten, was da nicht reingehört (was sich z.B. bei der Einnahme bestimmter Medikamente aber nicht vermeiden läst). Ob man da noch wesentliche Verbesserungen erreichen kann, bezweifle ich mal.
Wenn es eine neue Anlage ist, wird der Anlagenbauer ein Wörtchen mitreden wollen, was reingeschüttet wird. Sollte (womit ich persönlich nicht rechnen würde, ich will es nur erwähnt haben) der Worst-Case eintreten und die Anlage wegen der EM nicht stabil laufen, wird er jede Gewährleistung ablehnen. Dann wird es ein Fall fürs Rechtsbrett.