Pflanzen aufgestellt-Luftfeuchtigkeit geht runter?

Hallo,
ich habe gelesen, das Zimmerpflanzen u.a. für ein angenehmeres Raumklima sorgen, u.a. auch die Luftfeuchtigkeit positiv beeinflussen. Ich habe mir nun einige Pflanzen besorgt und erstaunt festgestellt, das anschließend die Luftfeuchtigkeit von 40 auf ca. 30% sank, ich habe ein sehr gutes Hygrometer. Bin ich zu blöd, was ist da denn los?

teaser

Vom Geheimnis der Raumluftfeuchte
Die Vermutung raumklimaverbessernder Zimmerpflanzen ist nur die halbe Wahrheit. Jene von lustigen Zierbrünnchen und (eher keimverseuchten) Ton-Wasserbehältern vor Konvektoren, welche den gleichen positiven Effekt aufweisen sollen, ist dagegen widerlegt.

Machen wir zum besseren verständnis zunächst eine kleine Exkursion in die Physik!
Bekanntermaßen erfreuen sich Mensch, Tier und Pflanzen im trauten Heim bei einer für alle behaglichen Atmosphäre.
Hierzu gehört neben einer guten Flasche Wein und der wohnlichen RaumluftTEMPERATUR auch die geeignete RaumLUFTFEUCHTIGKEIT.
In den Fachkreisen geht man davon aus, dass ein optimales Raumklima in Wohnräumen bei 20 bis 21°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 50 bis 70% besteht. Idealerweise bei ca. 55% rel.LF.

Was bedeutet das nun (und vor Allem - was hat das mit unseren Pflänzchen zu tun)?
Das ist schnell erklärt.
Bei 20°C kann die Luft 14,7g Wasser pro Kubikmeter Volumen aufnehmen.
Bei 55% rel. LF wären das (ich habe nachgelesen) genau 14,7g/m³ x 0,55 = 8,1g Wasser/m³ Luft.
Bei den tatsächlich gemessenen 30% rel.LF wären das nach vorstehender Formel nur ca. 4,4g Wasser pro m³.
.
Differenz: 8,1g - 4,4g = 3,7g Wasser. Die fehlen uns nun zu unserem Glück (bzw. für ein gutes Wohnklima)
3,7g Wasser erscheinen erst einmal nicht viel.
Multipliziert man hiermit das Volumen des Raumes (bei z.B. 6m x 5m wären das rund 66m³) dann erhält man die in der Raumluft befindliche Gesamt-Wassermenge, hier 66m³ x 3,7g/m³ = 244g Wasser. Fast ein viertel Liter Wasser in flüssiger Form.

Die müssen der Raumluft nun zugeführt, damit auch verdunstet oder verdampft werden. Man müsste damit jeden Tag seine Zimmerpflanzen mit mindestens 230g Wasser versorgen, ohne dass diese zu Wasserpflanzen mutieren (mit „nassen Füßen“ dastehen).

Das ließe sich -zugegebenermaßen durchaus noch bewerkstelligen, wären da nicht die objektbezogenen Feuchtigkeitsverluste, die man berücksichtigen muss.
Und nun kommen wir zur Beantwortung der Fragestellung: „… von 40 auf 30% … bin ich zu blöd?“

Der Wandputz unterliegt derzeit ebenfalls dem Raumklima (angegeben: 30%), genauso wie Tapeten, das Interieur wie Holzmöbel, Teppiche und/oder Parkettwerkstoffe.
Diese untertrocknen ebenfalls und wollen (genauso wie eine Bank ihren ausgezahlten Kreditbetrag) irgendwann einmal wieder haben.
Dazu kommt noch, dass sich die Türen/Fenster öffnen, immer eine Luftbewegung da ist, welche unser mit Mühe aufgefeuchtetes Raumklima wieder auf niedrige Feuchtewerte „verdünnt“.

Fassen wir kurz zusammen:
Bei rund 30% rel. LF und einer üblichen Raumgröße mit 66m³ Volumen müssen rund 245g reines Wasser verdunstet oder verdampft werden, um wieder auf 55% rel. LF zu gelangen.
Durch unvermeidbare, stetige Feuchtigkeitsverluste müssen wir jedoch pro Tag von reichlich mehr als dieser Wassermenge ausgehen. Geschätzt werden dies wohl rund 750g bis 1.000g Wasser sein.
.
(An meine Kritiker gerichtet:
die Zuführung von Feuchtigkeit über Personen, Koch- und sonstige Ausdünstungen wurde hier bewusst nicht mit in die Bilanz einbezogen)
.
Diese Wassermenge ist alleine durch Pflanzen nicht in einen Wohnraum zu transferieren, es sei denn, man lebte unter extrem-botanischen Verhältnissen.

Um die Ausgangsfrage nach den Vorbemerkungen zu beantworten:
Bitte weder an der Qualität des Hygrometers noch am eigenen Verstand zweifeln!!
Durch die derzeitige Großwetterlage bedingt ist das Raumklima üblich. Bei Parkettböden allerdings ist der Bauherr grundsätzlich angehalten, das Raumklima zu kontrollieren und geeignete Gegenmaßnahmen (wie funktionierende Luftbefeuchter) zu treffen, damit Schäden am Parkett vermieden werden.

Ich hoffe, ein wenig zur Klärung beigetragen zu haben!
Gruß —> Klaus

Hallo!

Mal so als Richtwert was ich habe.
Wohnzimmer mit 46 Quadratmeter also etwa 115 Qubikmeter Luft, mit
Kamin (SpecksteinOfen) in dem Holz verfeuert wird und die Tür zum
Haus ist ständig offen.
Bei 25 Grad Zimmertemperatur und den momentanen -5 Grad Nachts,
verbraucht mein Luftbefeuchter etwa 10l Wasser pro Tag um etwa 35%
Luftfeuchtigkeit zu halten.

Ohne Luftbefeuchter bin ich irgendwo unter 15%, danach zeigt mein
elektronisches Feuchtigkeitsmessgerät nur noch LOW an.

Gruß
Stefan

Off Topic
Du solltest mal an Gießen denken.

Hallo klaus,

Durch die derzeitige Großwetterlage bedingt ist das Raumklima
üblich. Bei Parkettböden allerdings ist der Bauherr
grundsätzlich angehalten, das Raumklima zu kontrollieren und
geeignete Gegenmaßnahmen (wie funktionierende Luftbefeuchter)
zu treffen, damit Schäden am Parkett vermieden werden.

das wird aber schwierig wenn ich mir ein Zimmer in einer Pyramide in Ägypten anmiete den Bauherrn anzusprechen… :smile:
Du meinst da was anderes *glaub*

Grùß
Reinhard

Hallo!
Bei 25 Grad Zimmertemperatur und den momentanen -5 Grad
Nachts,
verbraucht mein Luftbefeuchter etwa 10l Wasser pro Tag um etwa
35%
Luftfeuchtigkeit zu halten.

Ohne Luftbefeuchter bin ich irgendwo unter 15%, danach zeigt
mein
elektronisches Feuchtigkeitsmessgerät nur noch LOW an.

Gruß
Stefan

Da bin ich ja beruhigt, aber 25°C Zimmertemperatur, lauft ihr alle nackig durchs Haus oder warum diese hohe ZT?!

Gruß,
Roland

Vielen Dank für die ausführlichen Ausführungen. Ich liebe ja die Theorie, da sie so genau ist und sich jeder Sch… irgendwie berechnen läßt. Leider funktioniert so etwas nur unter „Laborbedingungen“, und die gibt es bei mir im WZ nun mal nicht. Aber Du hast Dir viel Mühe gegeben, dafür gibt es eine 2 mit Sternchen. Und nun setzen und weiter büffeln…

Hallöle!

Da bin ich ja beruhigt, aber 25°C Zimmertemperatur, lauft ihr
alle nackig durchs Haus oder warum diese hohe ZT?!

Hättest du einen Kamin (Holzofen) würdest du nicht so reden. Der
Raum in dem der Ofen steht ist immer zwischen 24 und 27 Grad wenn
andere Teile des Hauses noch mitbeheizt werden. Ich laufe
übrigens bei 25 Grad noch im Sweatshirt rum, ab etwa 30 Grad nutze
ich dann T-Shirts. Nackig gehts nur in die Sauna, die hat aber noch
paar Gräter mehr.

Du glaubst nicht wie schnell man sich an die angenehme Wärme eines
Kamins gewöhnen kann.

Gruß
Stefan

das wird aber schwierig wenn ich mir ein Zimmer in einer Pyramide in Ägypten anmiete den Bauherrn anzusprechen… :smile:

1.) Setzte ich wohl nicht zu Unrecht voraus, dass der Fragesteller sein Quartier in Deutschland (und nicht in Nordafrika) aufschlug.

2.) Werden meinem aktuellen Kenntnisstand Vermietungen von Wohnraum in Pyramiden nicht durchgeführt

3.) Dürften selbst im unglaublichen Fall des Zutreffens dort keine Parkettböden als Bodenbelag zur Anwendung kommen!

4.) Zudem stellt sich weder in Deutschland noch anderswo die Vermieterfrage. Warum auch? Wird ein Parkettboden in Deutschland als Mietsache von einem Mieter übernommen, haftet dieser selbstverständlich auch bei Schäden nach unsachgemäßer Nutzung (hier: für das Parkett schädliches Raumklima)

Inwieweit zudem in Ägypten verbindliche Regelwerke (wie hier in Deutschland) gelten, die speziell das Raumklima zum Inhalt haben, ist mir nicht bekannt.

Du meinst da was anderes *glaub*

Nein, ich sehe das schon realistisch und praxisnah in Bezug auf die konkrete Beantwortung der (ernst gemeinten) Eingangsfrage.
.
mfg - Klaus -

Hallo Klaus,

das wird aber schwierig wenn ich mir ein Zimmer in einer Pyramide in Ägypten anmiete den Bauherrn anzusprechen… :smile:

1.) Setzte ich wohl nicht zu Unrecht voraus, dass der
Fragesteller sein Quartier in Deutschland (und nicht in
Nordafrika) aufschlug.

2.) Werden meinem aktuellen Kenntnisstand Vermietungen von
Wohnraum in Pyramiden nicht durchgeführt

ach, daß mit Pyramide war nur netter Schnickschnack :smile:, ich wollte auf den „Bauherrn“ heraus und meineserachtens meinst du den „Vermieter“.

3.) Dürften selbst im unglaublichen Fall des Zutreffens dort
keine Parkettböden als Bodenbelag zur Anwendung kommen!

*ähem* grad das wäre einer der unglaublichsten Fälle, also durchaus möglich, die im Mathebrett können sicher auch die Wahrscheinlichkeit ausrechnen.
Touristen übernachten in Hotels aus Eis , warum nicht in soner Pyramide, also nur Sache der Vermarktung.

4.) Zudem stellt sich weder in Deutschland noch anderswo die
Vermieterfrage. Warum auch?

?

Wird ein Parkettboden in
Deutschland als Mietsache von einem Mieter übernommen, haftet
dieser selbstverständlich auch bei Schäden nach unsachgemäßer
Nutzung (hier: für das Parkett schädliches Raumklima)

Ja, er haftet als Mieter gegenüber demjenigen dem der Boden gehört.
(was natürlich ausbaufähig ist, der Vermieter läßt Parkettboden verlegen, bezahlt die Parkettfirma aber nicht, vermietet aber die Wohnung, der Mieter perforiert den Parkettboden…)

Der „Bodengehörer“ muß ja nicht der Bauherr sein.

Du meinst da was anderes *glaub*

Nein, ich sehe das schon realistisch und praxisnah in Bezug
auf die konkrete Beantwortung der (ernst gemeinten)

Ich wollte doch nur auf den „Bauherrn“ hinaus, alles andere ist doch okay.

Gruß
Reinhard

Hallo Klaus,
von mir einen Stern…