Klick Parkett, Wochenendhaus

Hi,

wir haben die Idee in einem WE-Haus Parkett zu verlegen (in einem Zimmer). Allerdings stellt sich die Frage, ob Parkett ein geeigneter Bodenbelag ist. Die Temerpatur im Haus schwankt von ca. 0° (manchmal auch etwas darunter) bis Außentemperatur (was im Somer recht warm sein kann).
Außerdem wird es am WE auch im Winter mal kräftig aufgeheizt.

Die Frage ist nun: macht das Parkett das mit?
Sind besondere Vorkehrungen hinsichtlich der Dehnfuge zu treffen (oder auch anderes)?
Die Verlegung scheint mir auch für den Nicht Bodenverlegefachbetrieb möglich (oder sehe ich da was falsch)?
Oder sieht das Ganze nach 2 Wintern so aus, als hätte ich ein paar Sägereste auf den Boden genagelt?

Ach ja: Heizung ist ein Holz-/Kohleofen.

Viele Grüße
HylTox

Parkett und wechselndes Raumklima
Hallo „HylTox“,
ich kann von dem Vorhaben nur abraten!
Wer einen Parkettfußboden (auch als leimlos zu verlegendes Mehrschichtparkett) sein Eigen nennen und sich auch dauerhaft an diesem erfreuen möchte, muss etwas dafür tun.
Z.B. auf die Einhaltung des für Parkett/Parkettwerkstoffe geeigneten Raumklimas achten.
Aber das ist wohl angesichts der Nutzungsart des Wohngebäudes nicht sicher zu stellen.
-.-
Parkett wäre hier eine der schlechteren Entscheidungen!
-.-.-.-
mfg Klaus Rauer, Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen

Hallo Klaus,

ich kann von dem Vorhaben nur abraten!

Danke für Deinen Rat.

Wer einen Parkettfußboden (auch als leimlos zu verlegendes
Mehrschichtparkett) sein Eigen nennen und sich auch dauerhaft
an diesem erfreuen möchte, muss etwas dafür tun.
Z.B. auf die Einhaltung des für Parkett/Parkettwerkstoffe
geeigneten Raumklimas achten.

Was genau macht denn das Parkett? Wäre ein Korkparkett (gibt es auch als „Click-Parkett“) besser geeignet oder liegt es am „Unterbau“, daß das Vorhaben scheitern würde?

Parkett wäre hier eine der schlechteren Entscheidungen!

Zu welchem Bodenbelag würdest Du raten unter den genannten klimatischen Voraussetzungen?

Wir hatten überlegt Fliesen legen zu lassen. Die brauchen aber sehr lange bis sie „fußwarm“ sind.
Teppichboden wollten wir wegen des Reinigungsaufwands eigentlich vermeiden.
Holzdielenboden (liegt im OG) ist uns mit der wohl nötigen Unterkonstruktion zu dick.
Laminat erschien uns zu „künstlich“…

Viele Grüße
HylTox

Parkett und wechselndes Raumklima
Hallo HylTox,
parkett hat bekanntermaßen die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen. Dadurch quillt es. Andererseits gibt es bei zu trockener Umgebungsluft Feuchtigkeit ab und schrumpft. So entstehen Fugen.

Bei stark wechselndem Raumklima (im Sinne eines mehr oder weniger ungeregelten Raumklimas) kann die rel. Luftfeuchtigkeit in kalten Jahreszeiten sehr hoch werden. Sie wird bei einem Mehrschichtparkett zur Auffeuchtung führen. Solange die Randfugen die Ausdehnung mitmachen, passiert wahrscheinlich nichts bis wenig.
Sobald die Fugenbreite erreicht wird es baut sich Spannung in der Fläche auf, beginnt das Spiel mit der Umwandlung von elastischen Holzeigenschaften in plastische Eigenschaften. Die Kanten stippen hoch. Je nach Materialkombination zwischen Mittellage und Deckschicht kann auch die Verbundzone (das ist die Verleimung) versagen. Ablösungen der Deckschicht können die Folge sein.

Nicht umsonst verweisen die Parketthersteller immer auf ein bestimmtes Raumklima, welches vom Bauherrn kontrolliert und eingehalten werden soll.
Bei Korkparkett ist das ähnlich, denn es besteht hauptsächlich aus der Trägerschicht, einem Holzfasermaterial mit mittlerer bis hoher Dichte.

Zu welchem Bodenbelag würdest Du raten unter den genannten klimatischen Voraussetzungen?"

Das ist aus der Ferne schwierig zu beurteilen, zudem ist es eine Geschmacksfrage.
Wenn der Unterboden (Estrich?) ausreichend fest ist, würde ich eine mehrere Millimeter dicke Kork-Plattenware nehmen (kein Kork-Parkett), welche mit dem Untergrund fest verklebt und abschließend versiegelt wird.
Von der Fußwärme her gesehen gibt es fast nichts besseres! Von der Beanspruchung her muss man sich ggf. etwas „zurücknehmen“.

Wir hatten überlegt Fliesen legen zu lassen. Die brauchen aber sehr lange bis sie „fußwarm“ sind."

Die Zeitdauer geht in Richtung „unendlich“. Denn ohne Beheizung des Untergrundes (Heizestrich) gelten Fliesen, Naturstein und auch Laminat als „fusskalte Beläge“.

Teppichboden wollten wir wegen des Reinigungsaufwands eigentlich vermeiden."

Stimmt u.U. nicht ganz. Je nach Qualität sind hochwertigere Textilbeläge mit einem Anschmutzschutz ausgerüstet. Auf einer derartig ausgerüsteten Belagoberfläche bleibt selbst ein bestimmtes, klebrig-bräunliches Getränk (auf dessen Bewerbung hier besser verzichtet werden soll) wie ein großer Wassertropfen stehen.
Mehr Fußwärme als bei einem Textilbelag mit dichtem Flor oder hoher Schlinge, das gibt es nicht.
-.-.-.-
Gruß: Klaus

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Hallo Klaus,

erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Das hat uns wahrscheinlich eine Menge Kosten und Arbeit gespart!

Zu welchem Bodenbelag würdest Du raten unter den genannten klimatischen Voraussetzungen?"

Das ist aus der Ferne schwierig zu beurteilen, zudem ist es
eine Geschmacksfrage.

„Geschmacklich“ sollte es eher in etwas „rustikal“ gehen. Das Haus steht mitten im Wald und heller Samtteppich ist nicht wirklich angebracht. Die Beanspruchung hält sich in Grenzen, da das Haus nur von zwei Personen genutzt wird und das Zimmer als „zweites Wohnzimmer“ nicht übermäßig frequentiert ist.
Die beheizten Kacheln haben wir übrigens im Bad. Das ist eine Wohltat, aber für das relativ große Zimmer wohl mit erheblichem Stromverbrauch verbunden. Wir müssen im Bad schon einige Stunden heizen (bei Außentemperaturen um 0°) um eine spürbare Erwärmung der Bodenfliesen zu erreichen.

Wenn der Unterboden (Estrich?) ausreichend fest ist, würde ich
eine mehrere Millimeter dicke Kork-Plattenware nehmen (kein
Kork-Parkett), welche mit dem Untergrund fest verklebt und
abschließend versiegelt wird.

Ginge auch sowas?

http://www.wohntec.de/content/Series-200-Aufbau.html

Das ist zwar zweischichtig, aber zweimal Kork…und Kork"parkett" heißt so ziemlich alles für auf den Boden :smile:).

Ich muß auch mal sehen, was ich hier im örtlichen Handel erhalte. Da wir bislang nur nach Parkett (mit Holznutzschicht) geschaut haben, habe ich nicht wirklich die Ahnung, was da zu bekommen ist.

Der Estrich müßte wahrscheinlich noch neu gemacht werden. Da liegt momentan noch Teppichboden drin, der allerdings nur noch Schrott ist. Das „darunter“ ist laut meinem Schwiegervater ebenfalls absoluter Schrott und ich bin mal gespannt auf die Fauna, die sich da auftut (was ebenfalls für eine feste Verklebung spricht, da sich irgendwelche Tiere unter dem Teppich überaus wohlzufühlen scheinen)

Also nochmals vielen Dank für Deine Auskunft!

Viele Grüße
HylTox