Hallo!
Weiß jemand, wie der Aufbau einer Dachloggia bzw. eines Balkones aussehen muß? Schweißbahnen sind schon drauf, es ist also dicht. Jetzt möchte ich darauf Fliesen legen. Was kommt aber unter die Fliesen? Der Fliesenleger behauptet, Estrich kommt darunter, die Baufirma sagte aber, die Fliesen müssen aufgeständert werden, so dass das Wasser durch sie hindurch sichert und auf der Schweißbahn weggeleitet wird.
Was stimmt nun? Was würdet ihr empfehlen? Und wie genau ist das ganze dann auszuführen?
LG, Amaryllis
Hallo Amaryllis,
betreffend Deine Frage
„Weiß jemand, wie der Aufbau einer Dachloggia bzw. eines Balkons aussehen muß?“
ist anzumerken, dass ein Balkon keine Loggia oder umgekehrt ist.
Ein Balkon besteht aus einer aus der Hausflucht und Stockwerksdecken herausragenden Beton-Kragplatte bzw. einer frei vor der Gebäudefassade aufliegenden Balkonplatte.
Eine Loggia dagegen ist in der Hausflucht integriert. Die darunter befindlichen Räume werden zudem meist als Wohnraum genutzt.
Bemerkst Du die gewaltigen Unterschiede?
Entsprechend groß bzw. aufwändig (oder nicht) sind die Maßnahmen, welche beim Aufbau eines Fußbodens auch betrieben werden müssen.
Wichtig ist für eine Beantwortung auch die Kenntnis,
- ob der Balkon (hier einmal unterstellt) frei bewittert wird,
- ob er überdacht ist
- wenn JA: wie weit
- ob die Seitenteile offen oder geschlossen sind
- die mögliche Aufbauhöhe zwischen der Abdichtungsebene (die liegt ja offenbar?) und der Türschwelle zum Innenraum
- an welcher Stelle sich ein Bodenablauf befindet.
.
Was lag denn vorher dort für eine Konstruktion?
Oder ist es gar ein Neubau?
Alles Informationen, welche bekannt sein müssen!
–
Vielleicht gibst Du uns noch einige Zusatzinformationen?
-.-.-.-.-
mfg Klaus Rauer, Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen
kommt darunter, die Baufirma sagte aber, die Fliesen müssen
aufgeständert werden, so dass das Wasser durch sie hindurch
sichert und auf der Schweißbahn weggeleitet wird.
Hallo,
Deine Loggia hat einen Wasserabfluß?
Dann solltest Du die Platten hohl legen.
Bei mir hat der Dachdecker nach dem Aufbringen der Schweißbahn und Anschluß an die Entwässerung folgendes gemacht:
Die einzelnen Platten (ca 30 mm dick,keine Fliesen) hat er mit ca 3mm Fugen zueinander verlegt und dabei an jedem Kreuzungspunkt der Platten kleine Zementsäckchen untergelegt. So konnte er die Platten einfach horizontal ausrichten. Nach dem Aushärten des Zementes durch Luftfeuchte liegt der Belag jetzt seit 15 Jahren ohne Probleme. Dünne Fliesen müssen wohl fest auf einem Estrich verlegt werden, sonst brechen sie.
Gruß:
Manni
Hallo!
Hier gerne noch ein paar Zusatzinfos:
Es handelt sich um eine halb (genau die Hälfte) überdachte Loggia im Dachgeschoß, die vorne (also in Ebene der Hauswand) über eine Dachrinne entwässert wird und an 3 Seiten von Wänden begrenzt wird (nur vorne nicht, wo sich die Dachrinne befindet). Unter der Loggia liegt ein Wohnraum. Früher befand sich an der Stelle der Loggia ein unausgebautes Dachgeschoß (also keine Loggia), das nun aufgestockt wurde.
Zur Aufbauhöhe ab der Abdichtungshöhe sage ich jetzt einfach mal „ausreichend“ (innen gehen ein paar Stufen hoch zur Loggia).
Ich freue mich sehr über so fachkundigen Rat! Die meisten Firmen haben leider sehr wenig Ahnung von dem Thema.
LG, Amaryllis
Hallo Amaryllis,
die Hinweise zeichnen zumindest für mich nun ein klareres Bild.
Dennoch noch einige Fragen, um sicher zu sein:
- Der Raum unter der Loggia, er ist bewohnt?
- Befindet sich unterhalb der Abdichtung Eurer Loggia eine Wärmedämmung?
- Wie hoch ist die Höhendifferenz (in cm) im Außenbereich tatsächlich? Ich vermute, wenn Ihr im Innenbereich (Zitat) „ein paar Stufen hoch geht“, dann muss das ja nicht heißen, dass Ihr auf der anderen Seite die gleiche Anzahl an Stufen erneut, nun aber „runter“ geht.
- Wie breit (von der Türschwelle bis zur Kante, wo die Rinnenentwässerung liegt) muss man sich die Loggia vorstellen?
Fragen über Fragen, ich gebe es zu. Doch sie zu beantworten ist zwingend notwendig.
-.-.-.-.-
Es meldet sich ins (wahrlich verdiente) Wochenende ab: Klaus
Hallo nochmal!
Hier noch die ergänzenden Angaben:
Der Raum unter der Loggia ist bewohnt.
Unterhalb der Abdichtung der Loggia befindet sich eine Wärmedämmung.
Die Höhendifferenz im Außenbereich beträgt 15 cm (klar, natürlich viel weniger als im Innenbereich).
Die Größe der Loggia beträgt 3,50 m x 3,30 m. Die Tür liegt seitlich, 2 m von der Rinne entfernt.
Bin schon gespannt auf die Antwort!
LG, Amaryllis
Hallo,
habe im Netz diesen Hersteller gefunden, finde das hier auch ganz gut die Problematik von Fliesen in Außenbereichen erklärt wird.
http://www.gutjahr-gmbh.de/uploads/tx_gutjahrprodukt…
Gruß
Michael
Hallo Amaryllis,
nun haben wir ja alle Informationen, welche wir für eine Antwort benötigen.
Wir müssen grundsätzlich bei den nachfolgenden Ausführungen davon ausgehen, dass das Gefälle ausreichend groß ist, um Oberflächenwasser selbstätig zu der Dachrinne ableiten zu können. Es darf sich kein Wasser pfützenartig stauen!
Der Vorschlag, dickere (ca. 30mm) Betonwerksteinplatten über Zementsäckchen aufgeständert einzubringen, ist eine der Möglichkeiten, wenn die Dämmschicht (unterhalb der Abdichtung) für diese Punktlast ausreichend druckfest ist. Das sollte man hinterfragen (beim Handwerker).
Prüfen lassen hat meist den Nachteil, dass man das Bauteil hierzu öffnen (und hinterher wieder abdichten) muss.
Auf jeden Fall ist die Abdichtungsbahn mit einer Schutzschicht (z.B. Gummigranulat-Bahnenware) zu belegen.
Ist die Dämmschicht dagegen nicht druckfest (oder kann man diesen Punkt nicht sicher abklären), so muss man den Weg des Estricheinbaus beschreiten.
Hierzu wäre die Abdichtungsebene zuerst mit einer Drainage zu belegen, beispielsweise mit AquaDrain EK von der Fa. Gutjahr.
Hierauf würde man einen Einkornmörtel (Monokornestrich) aufbringen, den man nach dem Aushärten oberflächenseitig mit einer für den Außenbereich geeigneten Ausgleichsmasse glättet.
Hierauf kann man dann dünne keramische Fliesen verlegen.
Ein Vorteil des letztgenannten Systems wäre, dass man (da ja der Monokornestrich optimal entwässert) vor der Loggiatür problemlos ein Drainrost einbauen kann, damit die in der DIN-Norm geforderte Anschlußhöhe von 15cm umgangen, aber dennoch ohne Stolperschwelle eine funktionale Lösung geschaffen werden kann.
-.-.-
Du siehst, das Thema ist recht komplex. Trage es den Unternehmen, welche Du bisher nachfragtest, nicht nach, wenn möglicherweise bisher keine ausreichend befriedigende Antwort darunter war.
-.-.-.-.-
Ich hoffe, zur Klärung beigetragen zu haben und wünsche, dass das Gewerk gelingen möge: Klaus
Hallo Amaryllis,
wenn Du wirklich Fliesen im Aussenbereich einsetzen willst
dann solltest Du ein System in Splitt verwenden.
es gibt z. B. Fliesen auf kunstharzgebundenen Splitt.
Schao Dir die Seite einfach mal an.
www.terrassone.de
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