Heizenergie-dauernd ein bisschen oder ab und zu vi

Hallo wwwler!

Gestern hat mir ein Heizungsbauer gesagt, dass es Energie sparender wäre ein HAus dauernd mit 20°C zu beheizen (und dies mit relativ niedrigen Wassertemperaturen in den Heizungen um die 40°C) (gesteuert über einen Außenfühler), als die HEizungen ab und zu so ca. 3 Stunden am Tag) mit ca. 60-70°C warmem Wassser aufzuheizen um so in den 3-4 Stunden in denen man sich in dem Raum aufhält angenehme Temperaturen zu haben.

Ich kann das nicht so recht glauben: mein (hoffenlich gesunder) VErstand sagt mir, dass es mehr Energie kosten muss ein HAus 24h am TAg auf 20°C zu beheizen, als an lediglich 3 h.
Wie gesagt, der HEizungsbauer hat das verneint; und zwar mit dem Hinweis auf den Wirkungsgrad der Heizanlage, der bei 40°C Wasseretemperatur deutlich besser sei als bei 70°C. Aber macht das so viel aus, dass es den Unterschied in der HEizdauer wieder ausgleicht???

KEnnt Ihr irgendwelche Studien dazu?

vielen Dank!

grüße
ladydi

Hallo,

es lässt sich bestimmt ein spezifisches Szenario finden, bei dem dein „Fachmann“ recht hat.
Allerdings halte ich das für akademisch.
Hör einfach nicht drauf.

Gruss,
TR

Hallo ladydi (meldest Du Dich aus dem Jenseits?),

die Studien wären ausschließlich dann für Dich relevant, wenn sie mit einer Anlage unter Bedingungen wie bei Dir gemacht wären - ansonsten gäbe es bestenfalls Anhaltspunkte.

Es sollte zu einer modernen Heizungsanlage allerdings Beschreibungen geben, aus denen hervorgeht, wie sie am effektivsten arbeiten. Überdies ist natürlich auch wichtig, dass die Heizungsanlage zum haus „passt“, alos z. B. ausreichend dimensioniert ist.

Hallo,

bei einem Brennwertkessel ist es umso besser, je niedriger die Rücklauftemperatur ist (denn umso mehr Energie kann aus der Kondensation gewonnen werden). Bei hoher VL-Temp hast du eine hohe RL-temp und damit weniger Wirkungsgrad - bei einem BW-Kessel. Bei einem Niedertemperaturkessel ist das nicht mehr ganz so bedeutend.

Andererseits hast du bei deiner Vorgehensweise lange Zeiten in denen der Brenner kontinuierlich läuft, was besser für den WG ist. Und natürlich hast du geringere Verluste über die Außenwände, da mit sinkender Innentemperatur der Wärmeübergang nach außen kleiner wird. Das fällt umso stärker ins Gewicht, je schlechter die Wärmedämmung ist.

ABER: eine ausgekühlte Wohnung (kalte Wände, kaltes Mobiliar) strahlt weniger Wärme aus, weshalb man i.a. eine etwas höhere Lufttemperatur benötigt um sich wohl zu fühlen. Das führt wiederum zu größeren Energieverlusten an die Außenwelt.

Du siehst also: Deine Frage lässt sich mit einem eindeutigen „kommt drauf an“ beantworten.

Gruß, Niels

KEnnt Ihr irgendwelche Studien dazu?

Hallo ladydi

Die alte mär vom einsparen bei nachtabschaltung der heizung scheint sich also immer noch zu halten.

bei den heutigen heizungen mit ihren einstellmöglichkeiten ist aus ersparnisgründen gegenüber verlust an wohlbefinden von einem abschalten der heizung abzuraten.

bei den alten heizungen, und schlechter hausisolierung,
also die Heizungen, die mit sehr hohen vorlauftemperaturen, hatte das zum teil noch sinn aber heutzutage nicht mehr.

es gibt darüber eine sehr verständliche erklärung im internet:
aber auch niels seine erklärung hat einen * verdient

seht es euch mal in ruhe ohne die alten vorurteile an,

http://www.ahok.de/dt/Nachtabsenkung.html

Mit einem Gruß

Franz

Hallo

es gibt darüber eine sehr verständliche erklärung im internet:

Die Erklärung ist leider falsch interpretiert. Da wird eine theoretische Einsparung von 3,3% berechnet (die ist in Wirklichkeit bei einem gut isolierten Haus viel geringer), und dann einfach behauptet, das könne man gar nicht merken und deshalb wäre die Nachtabsenkung unsinnig. Das ist so doof, da fehlen mir die Worte.
Gruß
loderunner

Hallo,

bei den alten heizungen, und schlechter hausisolierung,
also die Heizungen, die mit sehr hohen vorlauftemperaturen,
hatte das zum teil noch sinn aber heutzutage nicht mehr.

was heisst denn „heutzutage“. Es gibt noch genügend schlecht gedämmte Wohnungen und Häuser, wo man durch eine Nachtabsenkung auch viel sparen kann. In einem supergedämmten Haus sind die Heizkosten sowieso schon niedrig, da kann man dann auch nicht mehr viel sparen, klar.

seht es euch mal in ruhe ohne die alten vorurteile an,

http://www.ahok.de/dt/Nachtabsenkung.html

Da versucht einer mit missionarischen Eifer die Nachtabsenkung schlechtzurechnen. Warum eigentlich? Naja, der link zu „Konrad Fischer“ spricht für sich…

Olaf

Moin, ladydi,

Heizen bedeutet nichts anderes als Wärme zu ersetzen, die über Wände, Fenster und Dach verlorengeht. Diese Verluste sind um so größer, je größer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist. Das hat mit Wirkungsgraden und Außenfühlern absolut nichts zu tun.

In die Rechnung gehen viele Faktoren ein:

  • Je niedriger die Vorlauftemperaturen, desto länger die Zeit zum Aufheizen.
  • Je besser die Isolierung, desto weniger kühlt das Haus aus.
  • Je verfrorener die Bewohner, desto mehr wird gekachelt.
  • Je weniger gelüftet wird, desto mehr stinkt es.
  • Je mehr gelüftet wird, desto mehr Wärme geht verloren.

Fakt ist jedenfalls, dass bei vorgegebener Technik nichts so viel zur Energieeeinsparung beiträgt wie die zeitweise Absenkung der Temperatur, sei es nachts oder wenn keiner zuhause ist.

KEnnt Ihr irgendwelche Studien dazu?

Studien sind wenig hilfreich, weil jedes Haus anders ist und jeder Mensch andere Vorstellungen von Behaglichkeit hat.

Gruß Ralf

Hallo

es gibt darüber eine sehr verständliche erklärung im internet:

Die Erklärung ist leider falsch interpretiert. Da wird eine
theoretische Einsparung von 3,3% berechnet (die ist in
Wirklichkeit bei einem gut isolierten Haus viel geringer), und
dann einfach behauptet, das könne man gar nicht merken und
deshalb wäre die Nachtabsenkung unsinnig. Das ist so doof, da
fehlen mir die Worte.
Gruß

Hallo loderunner

nicht aufregen da bist du nicht der einzige der so denkt,
wo drin erkennst du welche fehlinterpretation, ich gestehe ich habe die berechnungen nicht nachgerechnet aber akzeptiert.

bei mir im haus wird die heizung um 24 uhr abgestellt und um 06 uhr wieder angestellt, aber dann läuft die heizung bis 8:30 volle pulle, ehe wieder die eingestellte komfortemperatur nach der abkühlung erreicht wird, und ich muß sagen dies stört mich immer wieder.

die heizkörpertemperatur ist zwar innerhalb einer minute erreicht, aber die komforwärme: gegenstände, wände und boden sind doch bis 08:30 noch nicht wieder voll aufgeheizt, also ich will damit sagen man empfindet alles noch im kühlen bereich.

las mal deine erklärung hören, bin hochinteressiert, und schwanke.

mit einem gruß

Franz

Hallo Niels und andere wwwler!

bei einem Brennwertkessel ist es umso besser, je niedriger die
Rücklauftemperatur ist (denn umso mehr Energie kann aus der
Kondensation gewonnen werden). Bei hoher VL-Temp hast du eine
hohe RL-temp und damit weniger Wirkungsgrad - bei einem
BW-Kessel. Bei einem Niedertemperaturkessel ist das nicht mehr
ganz so bedeutend.

Ich habe einen Brennwertkessel.
So weit habe ich verstanden, dass es also sinnvoll ist, dass die Heizung nicht mehr (wie in der alten Wohnung gewohnt) wahnsiinig heiß wird (und somit auch länger braucht um einen Raum aufzuheizen).

Andererseits hast du bei deiner Vorgehensweise lange Zeiten in
denen der Brenner kontinuierlich läuft, was besser für den WG
ist.

Meinst Du mit „meiner Vorgehensweise“ das, was der Fachmann vorgeschlagen hat (Heizung koninuierlich mit niedrigen Temperaturen alufen lassen) oder das, was ich intuitiv tun würde (Heizung auf --> heiß; Heizung zu, wenn Raum nicht mehr benutzt)?

Und natürlich hast du geringere Verluste über die
Außenwände, da mit sinkender Innentemperatur der Wärmeübergang
nach außen kleiner wird. Das fällt umso stärker ins Gewicht,
je schlechter die Wärmedämmung ist.

Das HAus ist katastrophal isoliert (und wird auch demnächst nicht isoliert!) und außerdem ist die Luftfeuchtigekit auch noch katastrophal hoch (versuche aber gerade dieses Problem zu behenen!), was die „gefühlte TEmperatur“ noch etwas geringer erscheinen lässt…
Ich verstehe aber nicht ganz den Zusammenhang mit der sinkenden Innentemperatur: meintest Du, dass wenn ich 20h am TAg nicht heize die Innentemperatur sinkt und somit der Wärmeverlust geringer ist?

grüße
ladydi

Hallo,

nicht aufregen da bist du nicht der einzige der so denkt,

Ich rege mich nicht auf, dazu ist mir das Ding viel zu unwichtig.
Und natürlich bin ich nicht der einzige, der so denkt - das Thema hatten wir schon öfter hier bei www. Mit immer wieder dem selben Ergebnis nach teilweise tiefschürfender Diskussion. Ich bin aber zu faul, das jetzt rauszusuchen. Vielleicht kommt ein entsprechender Link ja noch.

wo drin erkennst du welche fehlinterpretation,

Schrieb ich doch: er hat eine Ersparnis ausgerechnet (die ich sogar noch zu hoch finde, weil seine Annahmen nicht stimmen - mein Haus kühlt nicht in einer Nacht auf 14° ab). Und am Ende der Berechnung behauptet er einfach, dass könne man eh’ nicht merken, also bestünde die Ersparnis gar nicht.
Dass das Unsinn ist, ist doch offensichtlich. Was glaubst Du denn, was bei 3% Ersparnis bundesweit so zusammenkäme? Selbst bei 0,5%? Und selbst 0,01% sind immer noch ‚eine Ersparnis‘ und nicht ‚keine Ersparnis‘. Die Logik ist bei der Interpretation seiner Berechnung kaputt. Das geht nach dem Motto: „ich hab jetzt zwar den Beweis für die Ersparnis bekommen, aber ich will trotzdem recht haben und nehme ihn einfach nicht zu Kenntnis.“

bei mir im haus wird die heizung um 24 uhr abgestellt und um

las mal deine erklärung hören, bin hochinteressiert, und
schwanke.

Lies den Post von Niels: Es fühlt sich alles kalt an. Um das zu ändern, mach eine Nachtabsenkung nicht auf Null, sondern nur auf vielleicht 17°. Und lass ggf. noch etwas früher wieder aufheizen. Das spart natürlich auch weniger als jetzt, aber dafür steigt der Komfort.

Und wenn Du aber richtig sparen willst, lass das Haus gescheit isolieren. Wände und vor allem Fenster (unbedingt Dichtungen prüfen!). Wenn ich abends den Kaminofen an hatte, ist es am nächsten Nachmittag noch warm im Zimmer.
Gruß
loderunner

Hallo Ralf,
grundsätzlich volle Zustimmung, aber in einem hat der Heizungsbauer sicherlich richtig beraten:

Das hat mit Wirkungsgraden und
Außenfühlern absolut nichts zu tun.

Es wird geheizt, wenn es erforderlich ist und nicht, weil eine feste Größe wie Uhrzeit vorgegeben ist.

Fakt ist jedenfalls, dass bei vorgegebener Technik nichts so
viel zur Energieeeinsparung beiträgt wie die zeitweise
Absenkung der Temperatur, sei es nachts oder wenn keiner
zuhause ist.

Genau, und dies kann man regeln lassen. Objektiv.

Gruß
Der Franke

Moin, Franke,

Es wird geheizt, wenn es erforderlich ist und nicht, weil eine
feste Größe wie Uhrzeit vorgegeben ist.

bei mir wird geheizt, wenn mir drinnen zu kalt ist. Die Außentemperatur ist mir dabei schnuppe.

Gruß Ralf

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Hallo Ralf,

Es wird geheizt, wenn es erforderlich ist und nicht, weil eine
feste Größe wie Uhrzeit vorgegeben ist.

bei mir wird geheizt, wenn mir drinnen zu
kalt ist.

OK, du bist eine feste Größe.
Ansonsten: Du musst nicht selbst regeln, du lässt regeln. Nach deinen Vorgaben.

Gruß
Der Franke

Hallo ladydi,

Wie gesagt, der Heizungsbauer hat das verneint; und zwar mit
dem Hinweis auf den Wirkungsgrad der Heizanlage, der bei 40°C
Wasseretemperatur deutlich besser sei als bei 70°C.

Nett, aber passt diese Anlage auch zu den vorhandenen Heizkörpern/Heizflächen?
Der Wirkungsgrad der Heizanlage alleine ist nicht entscheidend. Energieverschwendung ist an vielen Stellen möglich, wie du hier lesen konntest. Das Gesamtkonzept muss stimmen.

Gruß
Der Franke

Hallo,

bei mir wird geheizt, wenn mir drinnen zu
kalt ist. Die Außentemperatur ist mir dabei schnuppe.

Das ist nicht ganz so einfach, wei es auf den ersten Blick aussieht.

Thermostatventile sind sogenannte P-Regler. Das bedeutet, die Wassermenge, die sie in die Heizkörper lassen ist proportional zur Differenz zwischen der eingestellten Solltemperatur und der Isttemperatur im Raum. Woraus hervorgeht: ohne Differenz kein Heizen. Und damit: der Istwert im Zimmer ist immer kleiner als der Sollwert.
Die größe der Differenz hängt vom Verstärkungsfaktor im Regelkreis ab. Und da geht das Thermostatventil ein, aber auch die Wärmeleistung, die durch die Wände, Fenster, Türen nach draußen verschwindet und die Wärmeleistung, die der Heizkörper ins Zimmer bringt. Und die wiederum ist neben der Heizkörpergröße und -bauart abhängig von der Temperatur des Heizungswassers, also der Vorlauftemperatur.
Je kälter es draußen ist, desto mehr muss die Heizung dagegen an arbeiten. Und das bedeutet bei gleicher Einstellung des Thermostatventils eine kleinere Zimmertemperatur (deshalb steht auf den Dingern auch keine Temperatur, sondern nur Zahlen). Oder alternativ - Tata! - macht man die Vorlauftemperatur größer und bei gleicher Einstellung des Ventils wird die gleiche Zimmertemperatur erreicht.
Und genau das ist die Funktion des Außenfühlers: das Ding sorgt bei richtiger Einstellung dafür, dass die Temperatur im Zimmer bei ‚3‘ am Thermostatventil (oder was auch immer) immer genau richtig ist.

Gruß
loderunner (Laboringenieur für Regelungstechnik mit vielseitig interessiertem Professor :wink: )

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Hallo,

also kann mir nun jemand sagen, ob es bei einem schlecht isolierten Haus Energie sparender ist eine Heizung 3h am Tag mit 70°C laufen zu lassen oder alternativ 24h (allerdings mit NAchtabsenkung) und 40°C Vorlauftemperatur laufen zu lassen?

Natürlich kommt es immer auch auf die konkrete Situation an.
Aber so ganz grob über den Dauemn gepeilt müssten doch „Richtwert-Aussagen“ möglich sein.
Oder?

grüße und Danke für die rege Beteiligung!
ladydi

Hallo,

also kann mir nun jemand sagen, ob es bei einem schlecht
isolierten Haus Energie sparender ist eine Heizung 3h am Tag
mit 70°C laufen zu lassen oder alternativ 24h (allerdings mit
NAchtabsenkung) und 40°C Vorlauftemperatur laufen zu lassen?

Leider niemand. Dazu müsste man die genaue Wirkungsgradkennlinie Deines Ofens kennen. Oder ein paar Jahre lang messen…

Natürlich kommt es immer auch auf die konkrete Situation an.

Eban.

Aber so ganz grob über den Dauemn gepeilt müssten doch
„Richtwert-Aussagen“ möglich sein.

Nein. Weil sich das ganze im Prozentbereich abspielt - genau wie der unterschiedliche Wirkungsgrad je nach Vorlauftemperatur Deiner Heizung.

Gruß
loderunner

Moin, ladydi,

also kann mir nun jemand sagen, ob es bei einem schlecht
isolierten Haus Energie sparender ist eine Heizung 3h am Tag
mit 70°C laufen zu lassen oder alternativ 24h (allerdings mit
NAchtabsenkung) und 40°C Vorlauftemperatur laufen zu lassen?

da bin ich mal ganz mutig und behaupte, dass bei einem schlecht isolierten Haus das Kacheln und dann wieder auskühlen lassen besser ist. Die Luft ist ziemlich schnell erwärmt, und das Auskühlen dauert allemal länger als das Aufheizen. Und mit 40°C Vorlauf kriegst Du eh kein Haus warm, das nicht anständig isoliert ist.

Gruß Ralf