Holzarbeitsplatte lasieren-ölen-wachsen-lackieren?

Hallo zusammen,

wir sind gerade dabei, unsere neue Küche aufzubauen. Diese bekommt eine Massivholzarbeitsplatte aus Birke.
Jetzt habe ich schon über so viele verschiedene Möglichkeiten gelesen, wie man das Holz behandeln könnte, dass ich gar nicht weiß, was am Besten ist!
Die meisten scheinen ölen zu bevorzugen, aber - wenn ich das richtig verstanden habe - dann hauptsächlich deshalb, weil man diese Behandlung problemlos immer wiederholen kann.
Dann las ich hier, dass auf jeden Fall „Hartöl“ und kein „Leinöl“ verwendet werden soll…

Was ist denn nun DAS Mittel der Wahl?
Wo gibts denn Leinöl, Hartöl oder Wasimmerihrempfehlt? Baumarkt? Was taugt „Behandla“ von Ikea?

Viele Grüße
Bienchen

Tach…

wir sind gerade dabei, unsere neue Küche aufzubauen. Diese
bekommt eine Massivholzarbeitsplatte aus Birke.
Jetzt habe ich schon über so viele verschiedene Möglichkeiten
gelesen, wie man das Holz behandeln könnte, dass ich gar nicht
weiß, was am Besten ist!

Kommt darauf an, ob Du das Holz weiterhin so hell haben willst oder ob ein dunklerer Farbton nicht störend ist …

Die meisten scheinen ölen zu bevorzugen, aber - wenn ich das
richtig verstanden habe - dann hauptsächlich deshalb, weil man
diese Behandlung problemlos immer wiederholen kann.

Auch… es ist halt natürlich… „Lebensmittelecht“ ist hier der passende Ausdruck…

Dann las ich hier, dass auf jeden Fall „Hartöl“ und kein
„Leinöl“ verwendet werden soll…

Leinöl warum nicht? Ja, es kann u.U. ranzig werden… aber wie so oft gibt es unterschiedliche Qualitäten… gute, besser, sehr gute und schlechte…

Was ist denn nun DAS Mittel der Wahl?

Kommt auf den persönlichen Geschmack an…

Wo gibts denn Leinöl, Hartöl oder Wasimmerihrempfehlt?
Baumarkt? Was taugt „Behandla“ von Ikea?

Behandla? nicht gehört… kann ich nix zu sagen…

Guggst Du: http://www.dick.biz/dick/product/705275/detail.jsf oder http://www.dick.biz/dick/product/705286/detail.jsf

Ansonsten: Wer macht denn die Arbeitsplatte? Einen Schreiner könnte man ja mal einfach fragen, was er so empfiehlt und auch grad auf Lager hat…

Grüße

Midir

Hallo zusammen,

Auch Hallo,

Was ist denn nun DAS Mittel der Wahl?

Keine Ahnung, will hier auch nicht ein bestimmtes Verfahren bevorzugen oder abwerten.
Aus eigener Erfahrung und auf Anraten des Schreiners, welcher meine Arbeitsplatte aus Kiefer herstellte:
Lackieren mit WASSERLÖSLICHEM Treppenlack. Ich hebe hier das wasserlöslich so hervor, weil der, im Gegensatz zu normaler Treppenversiegelung, den originalen Ton belässt und nach dem Trocknen das Holz nicht dunkler erscheinen lässt.
Meine Arbeitsplatte ist jetzt nach vier Jahren immer noch schön hell.

Viele Grüße

Jürgen

Bienchen

Hi Midir,

Dann las ich hier, dass auf jeden Fall „Hartöl“ und kein
„Leinöl“ verwendet werden soll…

Leinöl warum nicht?

weil das nicht richtig hart wird.
Ich habe einmal, in Ermagelung von Hartöl, einen Regalboden mit reinem Leinöl lasiert. Nach der ersten Behandlung war noch alles soweit wie immer, aber nach der zweiten Behandlung war ich nicht schlecht erstaunt, daß es zur Bildung einer harzigen klebrigen Oberfläche kam, die den Staub magisch anzog und zu einer noch unangenemeren Oberfläche verklebte.

Hartöl enthält bestimmte Metallsalze, die das Verharzen (Trocknen) des Öles katalysieren und nur so zur erwünschten Oberfläche führen.

Gandalf

Hallo Bienchen,

war da nicht schon was bei woodworker?

Bei Öl hast Du den Vorteil, dass du das sehr gut selbst machen kannst. Einen wasserlöslichen Treppenlack so aufbringen, dass es zu einem gleichmäßigen Schichtaufbau ohne Macken kommt ist eher etwas für den Schreiner.

Leinöl ist für eine Arbeitsplatte sehr weich. Hartöl ist zum großen Teil verkochtes Leinöl, Tungöl, evtl. andere Öle und Harze und Trockner. Hartöl ist vom Hersteller auf die entsprechende Anwendung hin abgemischt. Normaler Weise solltest Du eine Volldeklaration erhalten können.

Diese Öle werden auch mit Weißpigment angeboten, damit das Holz nicht anfeuert, was bei der Birke von Vorteil ist.

Wo Du die Produkte bekommen kannst darf ich hier nicht schreiben, sonst werde ich wegen SPAM angeklagt obwohl ich hier schon lange per Mail als Experte Leuten kostenlos Rat für ihre Anwendungsfragen gebe.

Grüße aus Frangn,

Frank

Hallo Midir,

Kommt darauf an, ob Du das Holz weiterhin so hell haben willst
oder ob ein dunklerer Farbton nicht störend ist …

wär schon schön, wenn es hell bleiben würde und zur restlichen Küche passen würde!

Leinöl warum nicht? Ja, es kann u.U. ranzig werden… aber wie
so oft gibt es unterschiedliche Qualitäten… gute, besser,
sehr gute und schlechte…

Und woran erkenne ich die? :wink: Der Preis kann ja nicht das ausschlaggebende Kriterium sein…

Was ist denn nun DAS Mittel der Wahl?

Kommt auf den persönlichen Geschmack an…

Hmmm… hilft mir jetzt irgendwie nicht weiter… *g*

Guggst Du: http://www.dick.biz/dick/product/705275/detail.jsf
oder http://www.dick.biz/dick/product/705286/detail.jsf

Klingt ja prinzipiell nicht schlecht! Aber wenn ich das hier lese:

Innenbereich (Fußböden, Treppen, Möbel, etc.)Erste Schicht:
Tungöl/Balsamterpentin = 10/1, Zwischenschliff. Eine bis drei
weitere Schichten: Tungöl/Leinöl/Orangenöl = 10/2/0,5 oder -
Tungöl/Bienenwachs/Balsamterpentin = 10/0,5/1(das Bienenwachs zuerst
in Balsamterpentin lösen)oder - Tungöl/Orangenöl = 10/1

dann klingt mir das sehr kompliziert! Ich habe mich ja schon damit abgefunden, mehrere Male ein Mittel aufzutragen, aber diese ganzen Mischungen? Hmm. :-/

Ansonsten: Wer macht denn die Arbeitsplatte? Einen Schreiner
könnte man ja mal einfach fragen, was er so empfiehlt und auch
grad auf Lager hat…

Nee, die Arbeitsplatte sägen wir selber zu.

Danke!

Viele Grüße
Sabine

Hallo Frank,

war da nicht schon was bei woodworker?

Auf das Forum bin ich im Rahmen meiner heutigen Recherche auch gestoßen und habe mich da schonmal eingelesen. :wink:

Bei Öl hast Du den Vorteil, dass du das sehr gut selbst machen
kannst. Einen wasserlöslichen Treppenlack so aufbringen, dass
es zu einem gleichmäßigen Schichtaufbau ohne Macken kommt ist
eher etwas für den Schreiner.

Leinöl ist für eine Arbeitsplatte sehr weich. Hartöl ist zum
großen Teil verkochtes Leinöl, Tungöl, evtl. andere Öle und
Harze und Trockner. Hartöl ist vom Hersteller auf die
entsprechende Anwendung hin abgemischt. Normaler Weise
solltest Du eine Volldeklaration erhalten können.

Volldeklaration? Wasn das nun wieder?

Diese Öle werden auch mit Weißpigment angeboten, damit das
Holz nicht anfeuert, was bei der Birke von Vorteil ist.

Weißpigment? Klingt nach Farbe. Aber eigentlich soll ja der Naturton erhalten bleiben. Und was ist „anfeuern“? Das kenne ich vom Fußball! *g*

Wo Du die Produkte bekommen kannst darf ich hier nicht
schreiben, sonst werde ich wegen SPAM angeklagt obwohl ich
hier schon lange per Mail als Experte Leuten kostenlos Rat für
ihre Anwendungsfragen gebe.

Soso. :wink: Mal angenommen, ich hätte ein „Möbel-Hartöl“ irgendwo im Netz gefunden, wir trüge ich das dann auf? Müsste ich das auch noch mit anderen Dingen mischen? Zwischendurch mit unterschiedlicher Körnung ab-oder anschleifen?

Danke schonmal.

Viele Grüße
Sabine

Hallo Jürgen,

Aus eigener Erfahrung und auf Anraten des Schreiners, welcher
meine Arbeitsplatte aus Kiefer herstellte:
Lackieren mit WASSERLÖSLICHEM Treppenlack. Ich hebe hier das
wasserlöslich so hervor, weil der, im Gegensatz zu normaler
Treppenversiegelung, den originalen Ton belässt und nach dem
Trocknen das Holz nicht dunkler erscheinen lässt.

hast Du das Lackieren selber gemacht? Oder der Schreiner? Wenn ersteres, müsste ich dabei etwas spezielles beachten?

Vielen Dank und viele Grüße
Sabine

Warum wurde mir abgeraten?
Hallo,

ich war in diversen Möbelhäusern und wollte für die Küche eine Arbeitsplatte aus Massivholz.

Auch wenn die sonst alles mögliche erzählt haben. Da waren die sich einig: Für die Küche wird keine Echtholzplatte verbaut. Vor allem aus hygienischen Gründen. Aber auch wegen Widerstandsfähigkeit usw. Wurde mir damals (vor zwei Jahren) lang und breit erzählt. Auch ein befreundeter Küchenbauer der nix an mir verdient hat/hätte.

Toleriert Ihr die Nachteile für eine schöne Optik oder sind die Nachteile gar nicht so wild?

VG
Monroe

Volldeklaration? Wasn das nun wieder?

Volldeklaration ist die exakte Inhaltsangabe aller Stoffe, die sich in dem Anstrichmittel befinden.

Weißpigment? Klingt nach Farbe. Aber eigentlich soll ja der
Naturton erhalten bleiben. Und was ist „anfeuern“? Das kenne
ich vom Fußball! *g*

Das zugefügte Weißpigment ist sehr fein gerieben und so dosiert, dass es mit dem Öl in die Holzfaser mit aufgenommen wird und so gut wie nicht sichtbar ist (vor allem bei hellen Hölzern). Dadurch bleibt das Holz so hell wie im geschliffenen Zustand.

Anfeuern entsteht, wenn das Holz mit farblosen Öl gesättigt wird. Die Farbe des Holzes wird dunkler, die Maserung zeichnet sich kräftiger ab. Den Effekt kannst Du sehen, wenn du ein wenig Salatöl einwirken läßt oder einen Wassertropfen mal einziehen läßt. Ganz ähnlich sieht das Holz nach dem farblosen Ölen aus.

Mal angenommen, ich hätte ein „Möbel-Hartöl“
irgendwo im Netz gefunden, wir trüge ich das dann auf? Müsste
ich das auch noch mit anderen Dingen mischen? Zwischendurch
mit unterschiedlicher Körnung ab-oder anschleifen?

Die Platte wird bis zur Körnung 220 oder 240 vorgeschliffen (120/180/240). Dann mit dem Hartöl sättigen:
Öl satt auftragen, nach einer halben Stunde prüfen, ob das Holz das Öl schon aufgenommen hat (also die Oberfläche wieder trocken wirkt - nicht glänzt). Noch einmal Öl auftragen - wieder nach einer halben Stunde prüfen, ob es trockene Stellen gibt. Noch einmal etwas Öl aufgeben und nach 30 Minuten mit gut saugenden Lappen alles überstehende Öl abnehmen - so, als wenn Du die Platte trocken wischen wolltest.

Lappen ausgebreitet im Freien trocknen lassen (Selbstenzündungsgefahr)

Nach 24 Stunden kannst du mit einem 320er Schleifpapier noch einmal ein wenig feinschleifen und anschließend (Profis mach es auch mit dem Schleifpapier) Öl hauchdünn (tropfenweise) aufpolieren.

Das Öl wird nicht gemischt, verdünnt, etc.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de

Hallo Monroe,
sämtliche Nachteile des Verbauens einer Echtholz-Arbeitsplatte in einer Küche sind bei einiger Überlegung selbsterklärend!
Echtholz ist immer offenporig. Die Verkeimung (das sind die hygienischen Aspekte) der Plattenoberfläche ist damit zeitnah vorprogrammiert. Optische Veränderungen ebenfalls, die Oberfläche „vergraut“ durch die Aktivitäten der Mikroorganismen, welche sich -unvermeidbar übrigens- in der Holzoberfläche ein für allemal eingenistet haben. Diese ungeladenen „Zaungäste“ wieder los zu werden ist unmöglich, weil alle hierzu notwendigerweise einzusetzenden Chemikalien (ohne die geht es dann nicht mehr) das Holz ebenfalls angreifen.

Unschön würde die Echholzoberfläche auch durch mechanische Verletzungen. Egal, welchen Oberflächenschutz Du da aufzutragen gedenkst: die Härte des Holzes und damit die Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Fremdkörpern in die Matrix (so ist das tatsächlich definiert) ist holztypisch.
Birke hat eine Brinell-Härte von lediglich 2,8.
Esche dagegen verfügt über eine B-Härte von 4,2 und Paquio (gehört zu der Familie der Kirschhölzer) von 7,0.
Zum weiteren vergleich: Fichtenholz, als rel. weich bekannt, hat eine B-Härte von 1,3 und liegt damit „auf gleicher Höhe“ wie die Birke.

Jedes Schneiden auf der Arbeitsplatte oder jeder Fehlschnitt neben dem Schneidbrettchen führte über kurz oder lang zu einem Totalverlust der Arbeitsplatte, aus optischen und auch hygienischen Gründen.

Es gibt theoretisch nur eine Möglichkeit, Deinen Wunsch in die Praxis umzusetzen, diese Holzart als Massivholz einzusetzen. Es ist ein spezielles Verfahren, ein Phenolharz unter hohem Druck in die Poren der oberen Randzone der Holzplatte einzupressen. Das Harz härtet dann aus.
Es ergibt sich eine sehr hohe Oberflächenhärte, welche mit dem Ursprungsholz nichts mehr zu tun hat, analog einer dekorbeschichteten Holzspanplatte.
Aber: das ist nur ein Theoretischer Lösungsweg!
-.-.-.-.-.-.-
mfg Klaus

Hallo Bienchen, hallo Frank,
die Arbeitsplatte als Teil der Küche mit derartigen Materialien behandeln zu wollen, erscheint mir mehr als kritisch. Lebensmittelberührte Bereiche, wozu auch die Arbeitsplatte gehört, unterliegen ganz speziellen hygienischen Anforderungen. In Gaststätten wird zum Beispiel der Bartresen i. a. mit einem speziellen Material der Fa. Clou behandeln, das als schweiß- und speichelechtes Anstrichmaterial z. b. auch für Kinderspielzeug und Krankenhausbetten eingesetzt werden kann. Da es sowohl die spezielle gesetzliche Zertifizierung als auch die nötige Oberflächenhärte bringt, wäre das mein persönlicher Tip.
Ansonsten gilt natürlich in jedem Falle, dass aufgrund der geringen Holzhärte des Ausgangsmaterials auf die Nutzerin ein hoher Pflegeaufwand und größte Vorsicht bei der Nutzung der Platte zukommen.
MfG BM