Geschichten vom heizungsinstallateur

mein heizungsinstallateur meinte vor einigen jahren, eine erweiterung der bestehenden eisenrohr-anlage sei nur entweder wieder mit eisen- oder mit kunstoff-rohre möglich. kupfer-rohre würden die bestehende anlage schädigen.

nun ist eine neuerliche erweiterung geplant und jetzt möchte er kupferrohre verwenden. er meint jetzt, diese würden keine probleme verursachen.

welche variante soll ich ihm nun glauben???

Hallo!
Bei Heizungsanlagen kann man das ohne Bedenken machen, Stahl auf Kupfer. Da bei Heizungsanlagen nach einer gewissen Zeit kein Sauerstoff mehr enthalten sollten, hat man hier keine Bedenken mehr.

Anders sieht es bei Trinkwasserleitungen aus. Hier kommt immer wieder Sauerstoff in den Kreislauf und dann kommt es zu Kontakt-Korrosionen.

Also glaub Deinem Meister. Dies wird heute auch auf Meisterschulen so gelehrt.
Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

danke werner, aber …
etwas weiter unten wird vom entlüftungsproblem bei kunststoff-rohren gesprochen - und genau dieses, wenn auch nicht so ausgeprägt, habe ich auch, seit die anlage vor einigen jahren mit kunststoff-rohren erweitert wurde.

dies bedeutet doch, dass ich weiter mit luft in den leitungen werde leben müssen und bei einer neuerlichen erweiterung eben keine kupferrohre verwenden darf???

Hallo !

Diese Frage mußte ja kommen, wenn Du ein aufmerksamer Leser von www bist.
Ja, ältere Kunststoffrohre saugen Luft an. Das machte eine unserer Fußbodenheizungen auch. Dann habt Ihr jetzt also Stahlrohre, Kunststoffrohre und demnächst Kupferrohre in einem System???
Man darf dabei nicht vergessen, daß die Kunststoffrohre Anschlußverschraubungen aus einem vielleicht noch anderem Material haben.
Ich würde deshalb vorschlagen, jetzt wieder Kunststoffrohre zu nehmen. Diese sind heute dicht, sie lassen keine Luft mehr ins System. Und die Lebensdauer der Kunststoffrohre ist nicht geringer, als die der Kupferrohre.
Solltet Ihr bei Kupfer bleiben wollen, dann sollten die Verbindungen zum alten System nicht verdeckt werden. Also so verschrauben, daß man die Verschraubungen immer kontrollieren kann. Sollte es dann mal zu einer Korrosion an den Verschraubungen kommen, kann man diese ganz einfach erneuern.
Sollte eine offene Verschraubung nicht möglich sein, müßt Ihr Euch unbedingt eine Skizze anfertigen, wo solche Schwachstellen liegen. Wenn es dann mal zu Wasserverlusten kommt, muß man zuerst dort nachsehen. Zu wissen, wo diese Verschraubungen liegen, ist die halbe Reparatur.

Jeder Hausbesitzer sollte sich bei der Heizungsanlage Skizzen über Verschraubungen, Lötstellen usw machen. Damit man später, falls es mal irgendwo in der Decke leckt, erstmal diese Stellen gezielt kontrolliert. Früher machte jeder Handwerker sich so eine Zeichnung. Heute, wo der Kunde von einem Billiganbieter zum nächsten rennt, lohnt sich diese Arbeit für die Handwerker nicht mehr.

Gruß Werner

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

conclusio
der heizungsfachmann wird also schön brav das machen, was ich intuitiv ohnehin wollte: mit kunststoffrohren weiterbauen …

danke für deine info.

ps: nachdem es sich hier um einen uralten, verwinkelten bau handelt, bei dem es fast unmöglich ist, leitungen systematisch zu verlegen, habe ich mir schon vor jahren angewöhnt, alles zu fotografieren, was hinter putz verschwinden soll …

2 „Gefällt mir“

Das P.S. ist ein sauguterv Tipp! (oT)

ps: nachdem es sich hier um einen uralten, verwinkelten bau
handelt, bei dem es fast unmöglich ist, leitungen systematisch
zu verlegen, habe ich mir schon vor jahren angewöhnt, alles zu
fotografieren, was hinter putz verschwinden soll …