„Auch aus energetischer Sicht hat das Abdrehen der Heizung keinen Sinn: Die ausgekühlten Wände brauchen hinterher mehr Zeit und Energie, um sich und das Haus wieder aufzuwärmen.“(http://news.immobilo.de/2009/01/07/2107-klirrende-ka…)
„Wenn ausgekühlte Räume längere Zeit mit voller Leistung aufgeheizt werden müssen, kostet das meist mehr Energie als gleichmäßige Beheizung bei geringerer Leistung.“ (http://www.rtv-energieberater.de/energiespartips/hei…)
Hallo Experten-Community,
Kann mir jemand diese Aussagen physikalisch erklären?
Hintergrund ist der, dass immer wieder gesagt wird, man solle seine Heizung nachts nicht abschalten sondern nur die Temperatur absenken.
Meine (begrenzten) Physikkenntnisse sagen mir, dass die Heizenergie einer Wohnung letztlich nur durch alle Außenwände meiner Wohnung verloren gehen kann. (Wo soll sie auch sonst hin?) Wenn ich eine Wohnung nachts auskühlen lasse, dann müsste der Wärmeverlust über die Außenwand sogar geringer sein, als wenn ich eine (abgesenkte) Temperatur halte. Warum verbrauche ich nun also mehr Energie, um z.B. morgens nach einer nächtlichen Abschaltung wieder den Status Quo vom Abend zuvor herzustellen? Wo geht denn diese zusätzliche Energie hin, wenn offensichtlich sogar weniger Verlust durch die Wand auftritt? Mein Verdacht liegt darin, dass eine morgens voll loslegende Heizung einen schlechteren Wirkungsgrad hat (in meinem Fall eine Gas-Etagenheizung), aber das ist wie gesagt nur ein Verdacht… Weiß jemand mehr?
Schimmelbildung, Komfort, etc vernachlässige ich hier bewußt, es geht mir nur um die Energiebilanz.
Kann mir jemand diese Aussagen physikalisch erklären?
nein, das kann niemand, deshalb wird es in den Links ja auch nicht erklärt, sondern nur behauptet.
Wenn ich eine Wohnung nachts auskühlen lasse, dann
müsste der Wärmeverlust über die Außenwand sogar geringer
sein, als wenn ich eine (abgesenkte) Temperatur halte.
So ist es.
Warum verbrauche ich nun also mehr Energie, um z.B. morgens
nach einer nächtlichen Abschaltung wieder den Status Quo vom
Abend zuvor herzustellen?
Die Leute erzählen dauernd davon, dass man die Mauern wieder aufheizen müsste (vor allem die Verkäufer von Wärmewellenheizungen). Das ist allerdings dummes Zeug, der Mensch friert bereits dann nicht mehr, wenn die Luft im Raum warm genug ist, und das geht ziemlich schnell. Und bevor ich mich mit Körperkontakt an die Außenwand stelle, setze ich mich lieber aufs Kanapee.
dass eine morgens voll
loslegende Heizung einen schlechteren Wirkungsgrad hat
Warum sollte sie? Die Heizung legt übrigens immer voll los - da gibt es kein „auf halber Flamme fahren“.
in FAQ:2702 gibt es einen Link zur Stimmts-Rubrik von Christoph Drösser, der diesen Sachverhalt ganz gut erläutert.
Von der in diesem Link empfohlenen Innenisolierung würde ich aber Abstand nehmen, weil so was schnell zu Schimmelproblemen führen kann.
ich hab mir die Links und deren Hauptseiten mal angesehen.
Die überwältigende Mehrheit der „Baubiologen“ und „Energieberater“ sind alles andere als Fachleute, teilweise und vor allem die „Baubiologen“ sogar sprichwörtliche Dummschwätzer.
Dr. Stupid hat vor Längerem mal ein Szenario beschrieben, in dem die gemachten Behauptungen zutreffen könnten.
Dazu müsste die Wärmeleitfähigkeit der Hauswände bei niederen Temperaturen deutlich höher sein als bei höheren Temperaturen.
Dies kann man sich theoretisch vorstellen, wenn z.B. die Feuchte in den Wänden negativ-temperaturabhängig wäre, allerdings müsste der Effekt sehr stark sein.
Ich halte das für rein akademisch und praktisch daher für irrelevant.
Warum sollte sie? Die Heizung legt übrigens immer voll los -
da gibt es kein „auf halber Flamme fahren“.
Da muß ich Dir widersprechen (aber nur eingeschränkt). Unsere Gas-Brennwerttherme legt beim Anfahren auf „Normaltemperatur“ so stark los, daß man in der ersten halben Stunde den HK direkt nach dem Kessel kaum anfassen kann.
Stelle ich sie auf eine kleinere Temperatur ein wird der HK bei Weitem nicht so warm und die Heizung läuft tatsächlich nur mit einer sehr verminderten Temperatur.
Ich habe auch schon die Behauptung gelesen, daß die Brennwertthermen günstiger im Verbrauch sind, wenn sie nicht „voll“ angefahren werden.
Was ich messen konnte ist, daß hohe Vorlauftemperaturen tatsächlich einen sehr hohen Verbrauch bewirken. Meiner Merinung und Messung nach ist es günstiger, sie niedriger und länger laufen zu lassen (unter der Voraussetzung, daß die erforderliche Raumtemperatur erreicht wird). Das möchte ich allerdings nicht als „gesamtgültig“ ansehen, da meine Meßmethode bedingt durch wechselnde Außentemperaturen und für mich im Mehfamilienhaus nicht nachvollziehbares Nutzerverhalten sehr ungenau ist.
Allerdings glaube ich mittlerweile, daß in keinem Bereich so viele Meinungen auf dem Markt sind wie beim Energiesparen…und alle sind irgendwie begründet und richtig.
Und ich bin auch der Meinung, daß Wärme nur verloren werden kann, wenn sie vorher erzeugt wurde. Ich schalte die Heizung deswegen nachts für ca. 4-5 Stunden ganz aus. Der Wärmeverlust in beheizen Räumen liegt in dieser Zeit bei ca. 1-3°. Momentan kann ich das allerdings nicht messen, da die Heizungsaautomatik bei sehr niedrigen Temperaturen beschlossen hat zwischendrin mal ein bissl aufzuheizen (die Automatik hat ein sehr reges Eigenleben).