Hallo allerseits,
ich suche nach einer Möglichkeit, eine große, gemietete, nicht gut isolierte Souterrain-Fläche von 160 m² (aufgeteilt in 4 Räume à jeweils ca. 60, 50, 35 und 15 m²) über das ganze Jahr lang als Atelier nutzbar zu machen.
Aktuell (Februar) beträgt die Temperatur ohne Heizen in den Räumen ca. 13 Grad - wenn die Heizkörper auf 2,5 (also auf mittlere Temperatur) eingeschaltet werden, erreiche ich momentan ca. 17 Grad.
Die Luftfeuchte in den Räumen schwankt z.Z. laut Hygrometer zwischen 55 und 69% (sie geht rasch zurück, sobald ich lüfte und bleibt dann auch eine ganze Weile im ‚normalen Bereich’).
Es ist in den Räumen also ziemlich kühl, aber Dank Polar-Fleece und etwas Bewegung geht’s irgendwie (mein früheres Atelier war deutlich kälter!). Die Frage ist nun, ob ich das Ganze wärmer bekomme ohne zu verarmen und wie das im Sommer werden wird – sowohl Temperatur- als auch Feuchtetechnisch…
a) Habe ich denn realistische, bezahlbare Möglichkeiten, um die Räumlichkeiten besser/günstiger als mit den vorhandenen uralt-Öl-Heizkörpern das ganze Jahr über konstant auf einer Temperatur von sagen wir mal 20 Grad zu halten?
b) Wäre außer dem Einsatz von Entfeuchtern im Sommer auch das Aufstellen einer Luft-Luft-Wärmepumpe angebracht, mit der ich im Winter hinzuheizen könnte und im Sommer – mindestens in 1 Raum - einen Ausgleich zwischen Außen- und Innentemperatur schaffen könnte? Lohnt sich das Aufstellen einer solchen Pumpe denn wirklich nur bei gut isolierten Objekten? …Wenn ich mir vorstelle, was ich an Jahreskosten für die uralt-Heizkörper und zusätzliche Heizlüfter haben werde, wäre die Wärmepumpe doch voraussichtlich sparsamer?
Ich hoffe, jemand weiß eine ermunternde Antwort auf das Problem.
Guten Morgen
Selbstverständlich geht es mit einer Luft-Luft Wärmepumpe.
Aaaber…
Ich schätze mal dass sie so um die 15.000 Euro kostet
Soweit ich weiss funktioniert sie am effektivsten mit einer Fußbodenheizung die im Niedertemperaturbereich läuft.
Es ist natürlich unsinnig in eine High-tech Heizungsanlage zu investieren wenn man was gemietet hat.
Und das in ner Bude die nicht isoliert ist.
Also widersinnig.
Wie wäre es denn mit Folgendem Vorschlag:
Du redest mit Deinem Vermieter dass er Deine Heizung modernisiert?
Dazu neue Fenster etc.
Dafür zahlst Du ihm mehr Miete und er kann das Ganze steuerlich geltend machen und sogar KfW-Mittel beantragen.
a) Habe ich denn realistische, bezahlbare Möglichkeiten, um
die Räumlichkeiten besser/günstiger als mit den vorhandenen
uralt-Öl-Heizkörpern das ganze Jahr über konstant auf einer
Temperatur von sagen wir mal 20 Grad zu halten?
was meinst Du denn mit „Öl-Heizkörpern“? Elektrisch betriebene Öl-Radiatoren? Oder normale Heizkörper einer Zentralheizung, die mit einem Ölbrenner betrieben wird?
Soll die Wärmepumpe dann diese Heizkörper betreiben oder zusätzliche?
Schaffen es denn die vorhandenen Heizkörper, wenn sie voll aufgedreht sind, im Winter die 20°C zu halten? Wie heiß werden die dann?
Eine Wärmepumpe ist umso effektiver, je geringer die Vorlauftemperatur ist. Deswegen nimmt man sie häufig in Verbindung mit (richtig dimensionierten) Fußbodenheizungen. Falls Du im Winter 70 °C Vorlauftemperatur brauchen solltest, ist eine Wärmepumpe definitiv unangebracht.
Außerdem - eine Luft-Wärmepumpe ist bei Außentemperaturen unter -10°C höchst uneffektiv bzw. heizt fast ausschließlich elektrisch. Wenn es Dir also gerade um die kalten Tage geht, bringt das gar nichts.
Zur Feuchtigkeit: da müsste man ja erstmal klären, wo die Feuchtigkeit herkommt. Was machst Du denn im Atelier?
Hi,
schon mal Danke für die Antworten.
Also mit dem Vermieter reden klappt nicht – er ist 70+ und will sich um nichts mehr kümmern. Ich zahle für die Fläche wenig Miete und bin bereit, einiges zu investieren, da es – trotz mangelndem Tageslicht – m.E. tolle Räumlichkeiten sind. Aber die Investitionen können sich natürlich für ein Mietobjekt nur in einem gewissen finanziellen Rahmen bewegen, sprich mehr als 5000 maximalST für eine Gesamterneuerung der Heizsituation sind nicht drin… Ließe sich mit solch einer Summe eine günstigere Luft-Luft-Wärmepumpe, die die Wärme über an der Decke verlaufende Rohre auf die Fläche verteilt (so wie in Werkstätten und Industriehallen üblich, so eine Art Gebläse also) installieren? Oder wird für solch ein System ein ganz anderes ‚Betriebsmittel’ benötigt und Luft-Luft-Wärmepumpe ist komplett der falsche Begriff? Weiß jemand, was die Installation eines Heizgebläses für kleine 160 m² kosten könnte und mit welchen Kosten ich für den Betrieb rechnen müsste?
…Die bestehenden Heizkörper sind normale Heizkörper einer Zentralheizung, die mit einem Ölbrenner betrieben wird. Sie funktionieren ok und werden sehr sehr heiß, ich habe sie aber noch nie für längere Zeit bis zum Anschlag hochgedreht (Das werde ich jetzt aber mal tun, um die erreichbare Wärme zu messen und um festzustellen, wie viel Grad ‚die Bude’ denn erreichen und halten könnte). Vielleicht würde ein Austausch der bestehenden Heizkörper schon etwas bewirken, weil die neueren wahrscheinlich bei gleichem Verbrauch mehr Leistung bringen - aber ich denke ein Alternativsystem zur Ölheizung könnte die Wärmesituation für mich auch im Frühjahr/Sommer (wenn die Heizung wahrscheinlich komplett für’s ganze Haus ausgeschaltet wird) retten.
Die Feuchtigkeit in den Räumen ist größtenteils unabhängig von meinen Atelier-Aktivitäten – die Räume bestehen fast komplett aus Außenwänden eines Altbaus in schlimmem Zustand, der Zustand der Nachbarhäuser ist ähnlich. Hier kann ich wohl nichts tun, außer die Symptome mittels Entfeuchter für mich aushaltbar zu machen.
Wärmepumpe kannst du bei den Verhältnissen vergessen. Schlechter Wirkungsgrad, langsam, und teuer in der Anschaffung.
Ausserdem reden wir flächenmässig schon von einem kleinen Haus.
Mal ganz unabhängig von den konkreten Verhältnissen:
Du wirst ja nicht immer in allen 4 Räumen gleichzeitig sein, sondern evtl. überwiegend nur in 2 oder gar einem.
Billige Heizlüfter wirken Wunder, was das Wärmeempfinden betrifft, und 13 Grad sind noch warm genug, um mit Heizlüftern schnell auf eine halbwegs angenehme Arbeitsraumtemperatur zu kommen.
Sollte es sich bei der „Ölheizung“ wie du es nennst um Geräte handeln, die Öl verbrennen, dann würde ich den Zustand so lassen wie er ist.
Es gibt keine finanziell vertretbare Alternative.
Ich persönlich würde die Temperatur auf 16 statt 13 Grad halten.
Dann hast du mit einem Heizlüfter nämlich sofort warm.
wenn diese Mängel an dem Atellier für Dich so gravierend sind, würde ich nach alternativen Mietobjekten suchen - zumal der alte Vermieter (lt. Deiner Bescheibung will er sich um nichts mehr kümmern) nichts investieren will/wird.
Hast Du Mal überschlagen, die (maximalst) zu investierenden Mittel in Höhe von 5.000 EURO in Mietzahlung umzurechnen?
Nach Deienr Beschreibung ist der Zustand des Atelliers baulich so, dass mit jeder Investition sofort zwangsläufig die nächste Schwachstelle angegangen werden müsste, weil sonst die Wirkung der ersten mehr oder minder nutzlos verpufft . . .
Wenn ich mal von der Beheizung meines größten Raums ausgehe (60 m² bei 2.40 Deckenhöhe), welche Leistung sollte ein Heizlüfter haben, um 16 Grad locker auf 20+ zu bringen? Würden 3KW reichen, oder sollten es schon mehr sein? (Weiß nicht, wie sich das mit der Geräuschentwicklung bei steigender Leistung dieser Geräte so anhören mag, und ich muss den Raum ja mit denen teilen…)
Hi Tom,
genau so ist es, jede bereits getätigte Investition zieht wieder eine neue nach sich… eine Bruchbude allererster Güte habe ich mir da ausgesucht! Ich will die Räumlichkeiten aber nicht wechseln - es gibt mehrere Gründe, warum dies für mich nicht in Frage kommt und ich muss daher jetzt schauen, wie ich das Beste aus der Sache mache.
für die „Bewertung“ von Investitionen ist natürlich wichtig zu wissen, wie lange Du gedenkst, diese Räumlichkeiten zu nutzen. Garantiert Dir der Vermieter eine Mindestnutzungsdauer?
Es wäre fatal, wenn Du in die Bruchbude investierst und nach einigen Monaten kommt die Kündigung (gern wegen Eigenbedarf) und Du musst raus.
Wenn Du nicht mind. 10 Jahre Mietgarantie hast, würde ichin die Bruchbude gar nichts fest installieren - dann würde ich in der kalten Jahreszeit mit einem gasbetriebenen Heizlüfter* den Raum, in dem es warm sein soll, für die zeit meines Aufenthaltes erwärmen und beim Verlassen abstellen.
Ggf. kann man sowas sogar bei einem Zeltverleih odgl. im Winter günstig ausleihen, weil dann und schon gar nicht während der Arbeitswoche i. d. R. keine Zeltfeste stattfinden . . .
Andererseits kosten solche Geräte auch nciht mehr die Welt und Du kannst sie nach Auszug mitnehmen oder wieder verkaufen.
Wenn ich mal von der Beheizung meines größten Raums ausgehe
(60 m² bei 2.40 Deckenhöhe), welche Leistung sollte ein
Heizlüfter haben, um 16 Grad locker auf 20+ zu bringen? Würden
3KW reichen, oder sollten es schon mehr sein? (Weiß nicht, wie
sich das mit der Geräuschentwicklung bei steigender Leistung
dieser Geräte so anhören mag, und ich muss den Raum ja mit
denen teilen…)
3 kw reichen meiner Meinung nach.
Aber im Billigpreissegment findest du nur 2 kw. Also 2*2 kw besorgen und mal eine halbe Stunde laufen lassen (~50 ct. Stromkosten).
Einfach mal experimentieren und weniger auf das Thermometer als vielmehr auf das Gefühl achten.
Schlimmstenfalls hast du 20 bis 50 Euro versiebt.
Schaltuhr wäre auch sinnvoll. 30 Min bevor du reingehst gehen die Heizlüfter an.
Weitere Tips:
Ein paar Teppiche reinlegen
grössere freie Wandflächen mit faltenschlagendem Stoff zuhängen.
Mitten durch den Raum (oder auch nur halb) eine (billige) Trennwand oder einen Vorhang ziehen.
alle 30 Minuten kurz Seilhüpfen.
Die kalte Zeit geht vorbei, und in der warmen Zeit hat so eine alte Hütte einfach was, was die Kreativität steigern kann.
Leg deine Kreativitätspausen doch in die kältesten Wintertage.
Hi + Danke schon mal, habe ein preislich vertretbares 3.3KW-Gerät ‚in einem großen Auktionsaus’ aufgetrieben und dieses ist nun auf dem Weg zu mir.
Jetzt noch eine Frage zur warmen Jahreszeit: Ich kann mir vorstellen, dass die Grundtemperatur der Räume auch im Sommer nicht viel höher als 15-18 Grad geht. Ist es denn ok, wenn ich an warmen Tagen die Sommerluft in den Souterrain reinlasse um mich zu wärmen, während ich mich dort aufhalte (z.B. die Tür offen lasse) und bei Abwesenheit einen oder mehrere Entfeuchter laufen lasse, um die eingedrungene Feuchtigkeit wieder aufzufangen? Oder mache ich somit garantiert alle Wände kaputt und kein Entfeuchter hat dann eine Chance, zu wirken?
Sprich: muss ich mir vorstellen, auch im Sommer alles dicht zu halten und den Heizlüfter bei Anwesenheit anzuwerfen, oder geht es auch anders?
Ich kann mir
vorstellen, dass die Grundtemperatur der Räume auch im Sommer
nicht viel höher als 15-18 Grad geht.
Das wäre nur bei einem richtigen Keller der Fall, also wenn das Geschoss komplett unter der Erde ist, keine Fenster oder Lichthöfe. Und auch dann eher 18 als 15 Grad.
Mach ruhig alle Löcher auf wenn es draussen warm ist.
Mach ruhig alle Löcher auf wenn es draussen warm ist.
Du weißt aber schon, dass man sich damit die Feuchtigkeit in die Bude holt? Weil die Feuchtigkeit der warmen Luft von draußen innen kondensiert, wenn sich die Luft abkühlt?
Ich hätte da heftig Angst vor Schimmel. Erst recht in einem Atelier mit haufenweise eng gelagerten Bildern!
Gruß
loderunner