Technische Unterschiede von Durchlauferhitzern

Hallo,

im Plane gerade, ein Zweifamilienhaus zu einem Dreifamilienhaus umzubauen. In diesem Zuge soll auch die Heizungsanlage erneuert werden.

Bei einem Ortstermin mit der Architektin hat der Installateur vorgeschlagen, anstelle einer zentralen Warmwasserbereitung (über Pelletskessel) für jede Wohnung einen elektronisch geregelten Durchlauferhitzer zu installieren.

Meine Architektin meinte, dass das durchaus Sinn machen würde (weil zur Zeit noch keine getrennten Leitungen zu den vorhandenen Wohnungen bestehen).

  1. Was ist davon zu halten?
  2. Machen elektrisch betriebene Durchlauferhitzer energetisch überhaupt Sinn?
  3. Was ist der Unterschied zwischen hydraulisch und elektronisch geregelten bzw. gesteuerten Durchlauferhitzern?
  4. Worauf ist beim Kauf zu achten?

Vielen Dank schon mal im voraus!

Gruß
Tim78

Hallo!

Ich habe mich vor kurzem von meinem Durchlauferhitzer getrennt.
Das ist so eine filigrane Technik mit viel Elektronik,
da hatte ich beim Kauf und Einbau schon meine Bedenken, ob das was für die Ewigkeit ist.

Das Gerät war jetzt schon in 5 Jahren 2 x defekt, selbst bastele ich an solchen Kraftstromteilen nur ungern herum,
und wenn der Monteur kommt, geht das auch selten unter 200€ ab,
egal was ist. Dann ist auch manchmal „einfach so“ eine Schmelzsicherung gekommen,
ist blöd, wenn man gerade unter der Dusche steht. Wenn mal der Strom weg war, oder mal was gebaut wurde, hat sich die Temperatur immer auf 38° eingestellt,
das war auch nervig.

Ich habe mir nun einen 80-Liter-Elektroboiler im Raum unter dem Bad eingebaut.
Das ist einfache Technik, da kann ich mir immer selbst helfen, wenn mal was ist.
Braucht natürlich geringfügig mehr Strom, aber die Wartungskosten schätze ich niedriger ein.
Alle paar Jahre mal eine Opferanode, dann müsste es gut sein.

Beim Anschluss an die Zentralheizung hat man die Wärme billiger, aber manchmal auch eine ewig lange Zirkulationsleitung, die gedämmt werden muss, und eine Zirkulationspumpe.

Willst Du Solarheizung mit einbinden?
Das müsste da auch mit bedacht werden, oder später vielleicht mal? Dann gleich mit vorbereiten.

Letzte Idee:
Das habe ich damals bei mir leider vergessen:

Meine Freundin benutzt gern die Badewanne,
da hätte ich clevererweise 1 einziges Rohr vom Heizungskeller direkt zur Badewanne ziehen sollen. Also das warme Wasser zum Händewaschen, Duschen usw. mit einem Durchlauferhitzer zu bereiten, ist vernünftig.
Da kann man auch noch eine Solarunterstützung recht einfach mit einbinden.

Aber wenn mann die Badewanne füllt, rotiert der Stromzähler schon heftig,
da könnte man durch das eine Rohr die Wanne dann von der Zentralheizung aus befüllen. Ohne Zirkulation.

Auch sollte man beachten, dass dann jede Wohnung einen grösseren Stromzähler braucht,Kraftstromkabel verlegt werden müssen, und wenn da 3 Durchlauferhitzer a 24 KW zufällig gleichzeitig benutzt werden, könnte es sogar an der Hauptsicherung etwas knapp werden.

Das sind alles Sachen, Die Du abwägen musst.

Bei mir hätte ich mein Bad am liebsten auch an die Heizungsanlage angeschlossen, das wäre aber eine ewig lange Zirkulationsleitung geworden, und ich hätte das ganze Haus verwüsten müssen.

Kommt halt darauf an, was Du baust, wenn Du eh die komplette Wasser-und Heizungsinstallation neu machst, ist sowas ehr möglich.

Und überlege Dir, dann auch schon Leerrohre für eine Solaranlage mit zu legen,
und auch Leerrohre für irgendwelche elektrischen Steuerungen.

Grüße, Steffen!

Hallo,
ob man im 21. Jahrhundert bei einer Neuinstallation noch Strom zur Warmwasserbereitung verwenden sollte, ist eher eine Glaubensfrage. Ich würde, wenn irgendmöglich, darauf verzichten.

Bei einem Ortstermin mit der Architektin hat der Installateur
vorgeschlagen, anstelle einer zentralen Warmwasserbereitung
(über Pelletskessel)

Da würde ich einen großen Pufferspeicher empfehlen, damit der Kessel nicht zu oft anlaufen muß (was meist auch nicht gerade wenig Strom verbraucht) oder, wie schon geschrieben, für den Sommer eine Solaranlage vorsehen (oder eben mindestens alles schon mal einplanen, falls jetzt gerade das Geld knapp ist, den Puffer kann man dafür dann ja auch verwenden).

Cu Rene

Hallo,

anstelle einer zentralen Warmwasserbereitung
(über Pelletskessel) für jede Wohnung einen elektronisch
geregelten Durchlauferhitzer zu installieren.

daß die Gewinnung von Wärme mittels Strom die ökonomisch und ökologisch ungünsigste Variante ist, sollte Dir aber bekannt sein!

Meine Architektin meinte, dass das durchaus Sinn machen würde
(weil zur Zeit noch keine getrennten Leitungen zu den
vorhandenen Wohnungen bestehen).

Spricht etwas vehement dagegen, sie zu verlegen?

  1. Was ist davon zu halten?

Wenig.

  1. Machen elektrisch betriebene Durchlauferhitzer energetisch
    überhaupt Sinn?

M.E. nein.

Stell das Deiner Architektin so vor und verlange einen Entwurf mit vernünftiger Installation.
Sollte sie sich nicht darauf einlassen, nimm Dir eine/n andere/n.

Gandalf