200l-Warmwasserspeicher in Solaranlage integrieren

Guten Tag! - Um in einem Ferienhaus den Gasverbrauch zu reduzieren, möchte ich eine Solaranlage aufs Dach montieren.
Diese Solaranlage soll zum Einen für eine Grunderwärmung der Heizung sorgen und des Weiteren den bereits vorhandenen 200l-Warmwasserspeicher aufheizen. Würde der sich so einfach mit einem neuen Pufferspeicher kombinieren lassen?
In Planung ist auch noch ein kleines Schwimmbecken. Würde da eine Kollektor-Fläche von ca.20m² ausreichen?

Hallo,

Ferienhaus

wie oft wird das denn genutzt? Eine Solaranlage rentiert sich schon bei einem normalen Wohnhaus erst nach vielen Jahren (ist natürlich trotzdem sinnvoll), aber wenn man nur ein paar Wochen im Jahr da ist, ist es (zumindest finanziell) selten rentabel.

Diese Solaranlage soll zum Einen für eine Grunderwärmung der
Heizung sorgen und des Weiteren den bereits vorhandenen
200l-Warmwasserspeicher aufheizen. Würde der sich so einfach
mit einem neuen Pufferspeicher kombinieren lassen?

Kann man machen, ist aber nicht mit jede Steuerung so ohne weiteres möglich. Ein Solarpufferspeicher mit Nach-Zuheizung über die Gasheizung, ist einfacher zu regeln.

In Planung ist auch noch ein kleines Schwimmbecken. Würde da
eine Kollektor-Fläche von ca.20m² ausreichen?

Willst du da einen Warmbadetag machen oder ist das „Häuschen“ eher eine Villa mit 5 Bädern? Das mit dem Schwimmbecken ist eher schwierig zu berechnen, da die Auskühlung über Nacht erheblich sein kann und man ja Abends nicht 30°C (mit der dann oft überschüssigen Solarwärme) reinheizen will um morgens noch angenehme Temperaturen zu haben, wiel man morgens manchmal froh ist, wenn im Puffer noch genug ist damit alle duschen können.

Cu Rene

Hallo!

Diese Solaranlage soll zum Einen für eine Grunderwärmung der
Heizung sorgen und des Weiteren den bereits vorhandenen
200l-Warmwasserspeicher aufheizen. Würde der sich so einfach
mit einem neuen Pufferspeicher kombinieren lassen?

Machbar ist das im Prinzip schon - aber wenn der Speicher nicht darauf vorbereitet ist (sprich: zwei Wärmetauscher im Innneren hat), dann wird das eine größere Operation mit einem externen Wärmetauscher und einer externen Speicherladepumpe.
Evtl. kann man den vorhandenen Ladekreis der Heizung „recyclen“, aber dafür wäre ein Eingriff in die Heizungssteuerung erforderlich und je nach Bauart der Heizung verliert man dabei einiges an Ertrag, weil man durch den Wärmetauscher des Gasbrenners pumpt und damit dann den Schornstein beheizt . . .

In Planung ist auch noch ein kleines Schwimmbecken.

„klein“ ist nun eine ausgesprochen relatve Aussage . . .

Würde da eine Kollektor-Fläche von ca.20m² ausreichen?

Hängt davon ab, wo die Anlage steht, in welche Himmelsrichtung sie ausgerichtet ist, wie steil sie aufgeständert wird, was du an Ersparnis für die Heizung erwartest, wie groß die Hütte ist, wie gut sie isoliert ist, wie groß dein Pool ist und wie warm der werden soll.

Wenn du ernsthaft vorhast, auch Heizungsunterstüzung zu fahren, dann brauchst du in jedem Fall noch einen Pufferspeicher für die Heizungsunterstützung. Und da kannst du mit 200 Litern herzhaft wenig reissen. Unter einem Kubikmeter braucht man damit i.A. gar nicht erst anzufangen.
In dem Falle würde man die Kollektoren eher steil aufständern (60-70°), dann kann man gar nicht genug Kollektorfläche haben. Wenn du nicht steil aufständern willst oder kannst, dann kommst du auch mit wesentlich weniger klar, weil du im Spätherbst/Vorfrühling eh keinen nennenswerten Ertrag erzielen wirst und dir die Heizungsunterstützung von der Backe wischen kannst. Und ohne erstklassige Isolierung des Häuschens macht das eh keinen Sinn.

Das ganze ist leider viel zu komplex, um hier mal eben erklärt werden zu können - vor allem, wenn nicht mehr - viel mehr! - Informationen vorliegen.

Ich würde dir dringend zu einem Fachman oder wenistens zu einem spezialisierten Forum raten (das gibt es, ich hab nur grad den Link nicht parat).

Aber grundsätzlich möchte ich mich meinem Vorredner anschließen:
Die Zeit bis zur Rentabilität liegt bei einem ganzjährig bewohnten Haus je nach Anteil der Eigenleistung bei 8 bis 40 Jahren. In einem Ferienhaus halte ich das - so man nicht irgendwo eine Anlage für’n Appel und 'n Ei erbt - für total witzlos! Rechne es genau durch!

lg, mabuse

Hallo und vielen Dank erstmal für die schnelle, klare und umfangreiche Info.

Das Häuschen(ca.70qm², zur Hälfte unterkellert) wird regelmäßig bewohnt(Wochenende und Ferien), hat vor einem Jahr neue Fenster bekommen und wird gerade teilweise neu gedämmt. Die Gastherme ist ca.10Jahre alt und war bisher nur für die Heizung zuständig. Als ich das Haus gekauft habe, wurde das warme Wasser mit einem druckgesteuerten elektr. Durchlauferhitzer erzeugt, der kurz vorm Exitus stand. Zufälligerweise konnte ich zu diesem Zeitpunkt den besagten 200l-Speicher „für 'nen Appel und 'nen Ei“ erstehen. Der Anschluß an die Therme war auch problemlos, und so habe ich im Rahmen von Umbau-Maßnahmen, den Durchlauferhitzer wegfallen lassen.

Die Idee mit dem ‚Schwimmbecken‘(4-5m Durchmesser, 1,20m-1,50mtief) wollte ich nicht sofort verwerfen und musste versprechen, mich wenigstens zu informieren, wie man sowas halbwegs erträglich betreiben könnte. - Will sagen, das steht noch im absoluten ‚Planungs-Anfangsstadium‘ und ich kanns vielleicht noch ‚abschmettern‘. :wink:

Mein Ansinnen war, mir jetzt Kollektoren aufs Dach zu bauen und einen einfachen Pufferspeicher in den Keller zu stellen.
Alles zusammen sollte dann über eine ‚vernünftige‘ Regel einrichtung warmes Wasser und warme Heizung bringen.

  • Ich werde mich wohl doch erst nochmal mit dem Grundsätzlichen(Kosten-, Nutzenrechnung, etc.), solcher SolarAnlagen, auseinadersetzen müssen.

Vielen Dank auf alle Fälle für die prompte Information.

lg
hajo-123

Hi, eine Solaranlage rechnet sich nur wenn sie nicht hoffnungslos überdimensioniert ist.
die 20m2 mit 2-3 Pufferspeichern werden je nach Eigenleistung 10-15 KE kosten und eine Heizung nicht ersetzten.
Ob 20 m2 fürs Schwimmbad reichen hängt von deine Bedürfnissen ab.
Wasserwechsel und Temperatur.
Da man ja so ein Becken eigentlich auch ganz ohne Heizung betreiben kann, insbesonders wenn es als Abkühlung gedacht ist, kann man sagen dass jede noch so kleine Anlage reicht, aber fürs Warmwasser im im Haus völlig überdimensioniert ist.
Ob man heizen kann hängt in erster linie von den geogafischen Gegebenheiten ab.
Wichtig ist die Anlage eher steiler zu stellen als zu flach da du im Sommer auch mit 10m2 mehr als genug haben wirst und im Winter immer zuwenig.

OL

Hallo offline! - Mit der Dimensionierung hast du natürlich recht. Eine Halbierung der Kollektorfläche würde für meinen Bedarf wahrscheinlich voll und ganz ausreichen.
Wie bereits gesagt, muss ich mich wohl doch erstmal mit einigen Grundlagen bzgl. Betreiben einer SolorAnlage, beschäftigen.

Danke für die Infos!

LG hajo-123