Vorgeschichte, wir haben einen etwa 10 Jahre alten Eichenparkettboden abschleifen und einölen lassen. Der Vollpfosten von Handwerker hat den Fußboden
a) unregelmäßig geschliffen, sodass teilweise sehr tiefe und auffällige Schleifspuren zu sehen sind.
b) stellenweise ungenügend eingeölt.
c) Er ist wohl mit Schuhen über den noch nassen Boden gelaufen, so dass Schuhspuren zu sehen sind und allerlei andere helle Schlieren.
d) An manchen Stellen, vor allem an den Rändern wurde das Öl wohl nicht richtig abgenommen, so dass eine lack-/harzartige Oberfläche entstanden ist, mit allerlei Einschlüssen von Schmutzkrümeln, Haaren, Sand.
Frage: Wenn ich jetzt selbst den Boden nochmal richtig sauber bearbeiten möchte und zwar manuell ohne Maschine, was muss ich machen?
Boden nochmal komplett mit Schleifpapier (welche Körnung?) abschleifen?
Danach mit Hartöl erste Schicht auftragen (mit welchem Material?)
Dann Öl einmassieren (mit Baumwolltuch?)
Kommt dann ein Zwischenschritt? Z. B. nachpolieren mit einem Flies? Wenn ja mit welchem?
Wann die nächste Schicht Hartöl?
Danach nochmal polieren? Wenn ja, womit?
Wenn ich EINZELNE Stellen ausbessern möchte, mit einem Öl aus der gleichen Charge, sieht man dann keine Unterschiede zum Rest des Bodens? Das soll ja der Vorteil vom geölten Boden sein, dass man kleine Stellen leicht reparieren kann.
Hallo Andrea,
wenn jeder, der zwei gesunde Hände hat alles könnte, was die moderne Zivilisation abverlangt, dann gäbe es keine Fachbetriebe für die verschiedenen Gewerke. Weil man sie halt nicht benötigen würde.
Die Handwerker, welche den Parkettfußboden renoviert haben, sie werden in der Vergangenheit mit Sicherheit bereits diese Tätigkeit ausgeführt haben. Bei nun offenbar unbefriedigendem Erfolg.
Insofern entzieht es sich meiner Vorstellungskraft, warum ein Laie des Handwerks (ich spreche nun von Dir), der bisher mit der Materie nichts zu tun hatte, einen besseren Erfolg in seinem Erstlingswerk erhofft, als diejenigen, welche die Arbeiten bereits öfters ausführten. Sicher, ebenfalls ohne Erfolg.
Dass sichtbare oder ggf. fühlbare Schleifriefen in einer Parkettoberfläche vorhanden sind, ist in Wohnbereichen -je nach Ausmaß und Schleiftiefe- nicht zu akzeptieren.
Schleifkörnung und deren Abstufung, Drehzahl der Maschine, Schleiftechnik und letztlich auch die Maschinenführung, das alles ist die Mixture, welche bei ausreichender Kenntnis zum Erfolg führen wird.
Die Parkettleger beispielsweise haben nicht umsonst ihre mehrjährige Ausbildung hinter sich gebracht.
Es bleibt also an dieser Stelle nur zu empfehlen, die damaligen Handwerker „in die Pflicht“ zu nehmen. Durch erneutes Abschleifen, bis die Täler der Schleifriefen erfasst und beseitigt wurden. Danach erneut ölen, abziehen und mit der Maschine auspolieren.
Nur so wird es etwas!
Wer „Hand anlegt“ am Gewerk des Vorgängers verliert damit alle Rechte auf Gewährleistung und steckt plötzlich selbst in dieser.
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Mfg Klaus Rauer; Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen
Hallo Andrea,
hallo Klaus,
kann mich Deinen Worten mit folgenden Einschränkungen anschließen:
Handwerker ist nicht gleich Handwerker. Leider steht es den guten Menschen nicht auf der Stirn, ob er ein Meister seines Faches oder ein verschlimmbessernder „Experte“ ist, der die Bezeichnung Handwerker einfach nicht verdient.
Auch ich würde mich als Laie nicht an so einen Boden heranwagen, zumal da ja wirklich nette Kerben drin zu sein scheinen.
Wenn der Verursacher weder willens noch in der Lage ist, fachlich korrekte Arbeit abzuliefern bzw. seinen Murks nachzubessern, dann würde ich auf seine Kosten ein anderes Unternehmen beauftragen. Dazu muß natürlich vorher mit dem Verursacher eine entsprechende Kostenübernahmevereinbarung schriftlich fixiert werden, damit der Geschädigte nicht noch zusätzlich auf den Material- und Lohnkosten der Nachbesserung sitzen bleibt. Dazu haben ja die Handwerker i. a. eine Haftpflichtversicherung, die so etwas abdecken sollte.
Dem UP kann ich nur persönlich die Daumen drücken, dass er irgend wann mit dem Ergebnis zufrieden sein wird.