Kantenpolitur Plexiglas

Hallo,
ich suche eine Methode um die Kanten von von 3mm Plexiglasplatten astrein sauber und glatt hinzubekommen.

Ich habe einen zweischneidigen Vollhartmetallfräser (6 mm Schaft) den ich mit ca. 28.000 Upm relativ langsam an dem Material vorbeiführe mit einem einseitigen Anschlag. Mein Problem dabei ist, das sich unabhängig von Vorschub und Drehzahl Rillen senkrecht zur Vorschubrichtung bilden.

Die Rillen bekomme ich mit einem Schleifgewebe und den richtigen Pasten in den Griff, aber das ist ja nicht im Sinne des Erfinders.

Der Hersteller des Fräser sagt man müss den Fräser mit 42.000 Umdrehungen betreiben. Wenn ich mir aber mal die marginalen UNterschiede zwischen 12 und 28 Tausend Umdrehungen angucke, kann ich mir nich vorstellen, dass 42 so viel Unterschied machen.

Was mir wohl aufgefallen ist: Wenn man mit dem Fräser einfach mal mitten in das Material reinfräst dann hat man an den Kanten wieder diese Rillen, aber an dem kleinen Radius in Richtung der Vorschubrichtung ist alles sauber poliert.

Demnach muss es wohl an einer mangelhaften Führung liegen oder? Denn Änderungen an Drehzahl und Vorschub haben kaum einen Effekt. Ich nehm auch nur max. 3/10 Material weg. Eine Kühlung mit Laugenwasser bringt auch nichts.

Habt ihr Ideen

Hallo,

wie ist denn der Fräser gespannt?

Hoffentlich nicht in einer Weldon-Aufnahme (seitliche Madenschraube)

Herkömmliche Spannzangenfutter eignen sich für solche Drehzahlen auch nicht. Die Unwucht ist enorm.

Selbst die gewuchteten Weldon-Aufnahmen sind nur bis 8000 - 9000 U/min zugelassen.

Bei höheren Drehzahlen sollte man Hydrodehnfutter oder Schrumpfaufnahmen benutzen.

Falls das alles nicht zur Verfügung steht, dann runter mit der Drehzahl. Einen Hartmetallfräser würde ich für Plexiglas eher nicht verwenden. Die Schneidengeometrie ist dafür ungünstig, zu wenig Freiwinkel.

Probier einen normalen HSS-Fräser, und verwende ein Kühlschmiermittel(Bohrwasser).
Ideal wäre eine Minimalmengenschmierung, also KSM mit Druckluft vernebelt.

Ich würde mit 1500 - 2500 U/min und einem Vorschub von 100 - 200 mm/min anfangen zu testen.

Gruß,
Woody

Hallo,
das ist ein Spannzangenfutter. Ich mache das mit einer Oberfräse. Der VHM-Fräser wurde ja extra nur für diesen Einsatzbereich entwickelt, um eine Alternative zu Diamantfräsern zu haben. Nur eben für CNC Fräsen. Und Beeinträchtigungen aufgrund von Hitze konnte ich bisher nicht feststellen.

Ich werde mir mal einen HSS Fräser zulegen und es testen.

Ich habe noch einen relativ billigen 10 Euro Hartmetall Bündigfräser, der vom Profil her ein sauberes Bild abliefert, nur das es hin und wieder zu kleinen Schmelzungen kommt, die man aber mit Kühlung in den Griff bekommt, ABER das Ergebnis ist sehr milchig.

Bei meinem VHM Fräser ist das Ergebnis an sich ja zu 95% klar, nur diese Rillen stören.

Wie wird sowas denn in der Industrie gemacht? Fräsen ist ja an und für sich die wirtschaftlichste form, denn bei Acytylen-Verfahren muss man ja immernoch tempern und die Zeit habe ich nicht.

So kleiner Nachtrag:
Ich habe grade nochmal ein wenig rumprobiert.
Das Problem ist das die niedrigste Drehzahl der Fräse bei 11000 liegt.

Wenn man aber die 11 tausend einstellt und mit einem relativ hohen Vorschub arbeitet sodass der Fräser ausgebremst wird erhält man relativ sauberes Ergebnis. Es dürfte dann wohl echt an der Drehzahl liegen.

Ich werde mir mal eine Fräse besorgen die deine Drehzahlwerte fahren kann und werde dann nochmal berichten.

Danke für deine Zeit und Mühe.

Hallo,

Und
Beeinträchtigungen aufgrund von Hitze konnte ich bisher nicht
feststellen.

kommt auf die Materialqualität an. Baumarktware schmilzt ab etwa 70 Grad.

Ich habe noch einen relativ billigen 10 Euro Hartmetall
Bündigfräser

Wundert mich, daß das einigermassen geht.
Durch die gerade Verzahnung neigen die Dinger dazu, solche Rattermarken zu produzieren. Vom Gefühl her sollte eine Spiralverzahnung das bessere Schnittbild liefern.

Bei meinem VHM Fräser ist das Ergebnis an sich ja zu 95% klar,
nur diese Rillen stören.

Probier doch einfach mal eine kleinere Drehzahl. So ca. 2000 - 3000 und Vorschub 200.
Mit KSM kühlen oder falls nicht vorhanden, Wasser mit Spüli.
Kühlmittel soweit aufdrehen, daß die Späne gleich wegfliegen, und nicht mehrmals wieder durchgezogen werden.
Gleichlauffräsen versteht sich.

Wie wird sowas denn in der Industrie gemacht? Fräsen ist ja an
und für sich die wirtschaftlichste form,

Das weiß ich auch nicht.
Kannst ja mal einen Zerspanungstechniker fragen. Alle renommierten Anbieter von Fräswerkzeugen haben dafür solche Spezis.

Gruß,
Woody

Hi,
ich denke du hast meine antwort um 21:30 nicht mehr gelesen, deshalb vllt das missverständnis.

Der Fräser mit dem ich Probleme habe ist ein zweischneidiger VHM Fräser der 80 Euro gekostet hat.

Der Hartmetall für 10 euro war eine andere geschichte, ich hatte es nur als beispiel erwähnt

Also ich weiß das man Plexiglas für hohe Anspruche mit Diamantfräsern bearbeitet, damit bekommt man auch Facettenschliffe hin. So ein Ding kostet aber alleine schon als Tischgerät! 10000 und das netto. Kann man also vergessen.

Also wie gesagt: Ich versuche mal eine Fräse die unter 3000 umdrehungen kommt und werde dann mal gucken, aber ich denk dass das schon die lösung ist.

Hallo.
Wenn Du die Kanten vom Plexiglas ganz glatt haben möchtest, nimm Dir einen Schneidbrenner, Lötlampe o.Ä und geh damit zugig über die Kanten.
Die Kanten schmelzen und das Glas sieht aus wie aus einem Guss.

Hi,
dazu habe ich schon was geschrieben. Eine Lötlampe verbrennt zu viel Sauerstoff, d.h. die Gefahr das sich Ruß bildet ist exrem hoch. In der Industrie verwendet man wie gesagt oft Acytylen, da diese Flamme auch mit wenig Sauerstoff sehr heiß brennen kann. Es ist eben auch nicht so einfach

  1. Man müsste das Material über 3-4 Stunden tempern, da sich sonst wirklich hässliche feine Risse bilden. Da die Platten im optischen Bereich sind macht das keinen Sinn.

Das einzige was in Frage kommt ist das Fräsen.

Der Fräser den ich habe, kann auch das Ergebnis liefern was ich möchte, nur die Technik ist der Faktor den ich momentan noch nicht kontrollieren kann.

Hallo,

wir haben in der Kunststoffverarbeitung immer 18mm-HM-Fräser mit gerader Schneide verwendet (ca. 20.000 U/min). Die Rillen sind dabei normal. Anschließend wird mit einem Rutscher (Schwingschleifer) und 400er-Schleifpapier nachgeschliffen und an einer Poliermaschine poliert.

Alternativ kann ein schneldrehender Stirnfräser verwendet werden, dazu ist aber eine Spezialmaschine nötig.

Letzte Alternative ist ein Laserschneider, der eine polierte Schnittkante hinterlässt und im übrigen unbezahlbar ist.

Gruß, Niels

Hallo,
das Problem bei Schleifpapieren ist ja das die unter Umständen keine eckige Kante hinterlassen, sondern Radien hineinschleifen.

Der Punkt bei meinem Fräser ist ja, dass er es in einem Arbeitsgang machen soll. Und für 80 Euro kann man das auch erwarten.

Also momentan kann man mit dem Ergebnis bei niedriger Drehzahl schon leben wenn man mit einer Polierpaste hinterher geht. Für den Anfang reicht das, aber auf Dauer nicht.

Ich habe es früher mit einem Autogenen Schweißgerät gemacht. Scharfe Flamme einstellen und zügig drüber.
Viel Erfolg