PAK - Wie kritisch muß man den Stoff betrachten?

Hallo,

eigentlich sollte mein Beitrag bei Gesundheit rein. Dort wurde er aber mit dem Hinweis gelöscht, dass ich ihn hier schreiben soll.

Ein TV-Beitrag hat mich mal wieder auf PAK (Polycyclische aromatische
Kohlenwasserstoffe) gebracht. Ich konnte in dem Beitrag neben
belasteten Werkzeugen und Plastikschuhen auch Möbelrollen sehen. In
der Reportage wurde hauptsächlich über den problematischen
Hautkontakt gesprochen.
Bei mir ist der Fall nun so, dass ich in einem Zimmer meiner Wohnung
Möbelrollen habe, die auch sehr geruchsintensiv sind. Je nachdem wie
warm es ist oder wie durchlüftet der Raum wurde, merkt man es mehr
oder weniger. Da ich bei Wikipedia gelesen habe, dass auch die Luft
problematisch sein kann, wollt ich hier jetzt mal ein wenig Tipps und
Rat einholen. Kennt sich jemand damit aus und kann sagen, wie man das
einordnen sollte? Anfassen muß ich die Rollen auf jeden Fall nie und
habe somit außer beim Verbau keinen Hautkontakt gehabt. Geruchlich
ist die Belastung ok, aber man merkts schon, dass was da ist. Es
handelt sich um einen größeren Raum, in dem ich mich seltener
aufhalte.
Danke für die Ratschläge vorab.

Viele Grüße

eigentlich sollte mein Beitrag bei Gesundheit rein. Dort wurde
er aber mit dem Hinweis gelöscht, dass ich ihn hier schreiben
soll.

Hallo,
das verstehe ich nicht, da es dir eindeutig um die gesundheitlichen Auswirkungen geht. Da finde ich dieses Brett unpassend.
Das Brett Chemie würde noch passen, da die Chemiker meist auch entsprechende Arbeitsblätter zur Hand haben.
Grüße
Ulf

Wenn ich etwas bedenklich finde, trenne ich mich davon.
basta

Hallo,

soll ich den Artikel dann gleich dort noch posten oder erst mal warten?

Gruß

Hier das Sicherheitsdatenblatt:

PAK
(Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe)

Kann Krebs erzeugen. (R45)
Kann vererbbare Schäden verursachen. (R46)
Kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. (R60)
Kann das Kind im Mutterleib schädigen. (R61)
Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen. (S45)
Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen. (S53)

Charakterisierung
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe ist die Bezeichnung für ein Stoffgemisch aus über hundert Einzelstoffen. Sie entstehen vor allem durch die unvollständige Verbrennung organischem Materials.
PAK sind in großen Mengen in Kohle, Teer und Pech enthalten, in geringen Mengen werden PAK aber auch in bestimmten Verbrennungsrauchen gefunden. Die Gemische weisen meist eine schwarze Färbung auf.
Die Leitsubstanz dieser Stoffgruppe ist das Benzo[a]pyren. Ab einem Benzo[a]pyrengehalt von mehr als 50 mg/kg gelten Verwendungsbeschränkungen und zusätzliche Richtlinien wie die TRGS 150 und 551.

Grenzwerte und Einstufungen
Benzo[a]pyren
K2 (EG) Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.
M2 (EG) Stoffe, die als erbgutverändernd für den Menschen angesehen werden sollten.
RE2 (EG) Stoffe, die als fruchtschädigend für den Menschen angesehen werden sollten.
RF2 (EG) Stoffe, die als beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen angesehen werden sollten.
Naphthalin
50 mg/m³ bzw. 10 ml/m³ (ppm)
Geruchsschwelle: 0,14 mg/m³ - 125 mg/m³
Gefahr der Hautresorption (H)
K3 (EG) Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.

Gesundheitsgefährdung
Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen.
Kann die Atemwege, Verdauungswege, Augen und Haut reizen: z.B. Brennen, Augentränen, Jucken.
Kann Gesundheitsstörungen wie Leberschaden, Nierenschaden und Blutbildveränderungen verursachen.
Benzo[a]pyren ist im Tierversuch krebserzeugend!
Benzo[a]pyren ist im Tierversuch fruchtschädigend!
Benzo[a]pyren zeigt im Tierversuch Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit!
Benzo[a]pyren ist im Tierversuch erbgutverändernd!
Kann die Hornhaut der Augen schädigen.

Hygienemaßnahmen
Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden!
Nach Arbeitsende und vor jeder Pause Hände und Gesicht gründlich reinigen!
Hautpflegemittel nach der Arbeit verwenden (rückfettende Creme).
Nach Arbeitsende Kleidung wechseln!
Straßen- und Arbeitsbekleidung getrennt aufbewahren!
Verunreinigte Kleidung sofort wechseln und erst nach deren Reinigung wieder benutzen!
Reinigung der Arbeitskleidung durch den Betrieb!

Technische und Organisatorische Schutzmaßnahmen
Die Verarbeitung krebserzeugender bzw. erbgutverändernder Gefahrstoffe ist der zuständigen Behörde sowie der Berufsgenossenschaft anzuzeigen.
Auftretende Stäube direkt an der Entstehungs- oder Austrittstelle absaugen.
Von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Ex-Schutz) fernhalten, nicht rauchen, offene Flammen vermeiden!
Augendusche oder Augenspülflasche bereitstellen.
Waschgelegenheit im Arbeitsbereich vorsehen.
Gefäße nicht offen stehen lassen.
Staubentwicklung vermeiden.

Persönliche Schutzmaßnahmen
Augenschutz: Gestellbrille.
Handschutz: Handschuhe aus: Nitril, Butylkautschuk.
Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert!
Atemschutz: Atemschutz bei Grenzwertüberschreitung, z.B. an Vollmaske:
Partikelfilter P2 (weiß)
Körperschutz: Staubdichte Schutzkleidung.

Erste Hilfe
Nach Augenkontakt: 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern spülen oder Augenspüllösung nehmen. Immer Augenarzt aufsuchen!
Nach Hautkontakt: Mit viel Wasser und Seife reinigen.
Verunreinigte Kleidung sofort ausziehen.
Keine Verdünnungs-/Lösemittel o.ä. verwenden.
Nach Einatmen: Person an die frische Luft bringen.
Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten (Zahnprothesen, Erbrochenes entfernen, stabile Seitenlagerung), Atmung und Puls überwachen.
Bei Atem- oder Herzstillstand: künstliche Beatmung und Herzdruckmassage.
Nach Verschlucken: In kleinen Schlucken viel Wasser trinken lassen.
Keine Gabe von Hausmitteln (Milch, Alkohol usw.).
Kein Erbrechen herbeiführen.

Handhabung
Kann mit Oxydationsmitteln reagieren.
Es ist mit Wasserdampf flüchtig und geht leicht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über.

Beschäftigungsbeschränkungen
Jugendliche ab 15 J dürfen hiermit nur beschäftigt werden, wenn es zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich, der Luftgrenzwert unterschritten, die Aufsicht eines Fachkundigen und ärztl./sicherheitstechn. Betreuung gewährleistet ist.
Werdende Mütter dürfen diesem Stoff/Produkt nicht ausgesetzt sein, d.h. die arbeitsbedingte Exposition darf nicht höher als die Hintergrundbelastung sein.
Stillende Mütter dürfen hiermit nur beschäftigt werden, wenn der Luftgrenzwert unterschritten ist.

Vorsorgeuntersuchungen
Personen, die Umgang mit dem Stoff/Produkt haben, sind spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Grundsatz

  • G(26): Atemschutzgeräte (falls Atemschutz notwendig werden kann)
  • G(40): Krebserzeugende Gefahrstoffe - allgemein
    anzubieten. Wird der Arbeitsplatzgrenzwert nicht eingehalten, sind die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig zu veranlassen - entsprechendes gilt bei unmittelbarem Hautkontakt zu hautresorptiven Stoffen (H-Stoffe).

Entsorgung
Nicht in Ausguss oder Mülltonne schütten.
Abfälle nicht vermischen! Zur ordnungsgemäßen Beseitigung bzw. Rückgewinnung in beständigen, verschließbaren und gekennzeichneten Gefäßen getrennt sammeln.

Lagerung
Behälter dicht geschlossen an einem gut gelüfteten Ort lagern.
Nicht im Pausen- oder Aufenthaltsraum lagern.
Getrennt von entzündlichen, brandfördernden oder explosionsgefährlichen Stoffen lagern! Getrennte Räume oder ausreichender Sicherheitsabstand (z.B. Palettenbreite).
Unter Verschluss aufbewahren oder lagern! Zugang dürfen nur Fachkundige haben!

Schadensfall
Verschüttetes Produkt unter Staubvermeidung aufnehmen und wie unter ‚Entsorgung‘ beschrieben behandeln.
Produkt ist brennbar, geeignete Löschmittel: Kohlendioxid, Löschpulver oder Wasser im Sprühstrahl.
Bei Brand entstehen gefährliche Gase/Dämpfe.
Bei Brand erfolgt eine starke Rußentwicklung!
Brandbekämpfung nur mit persönlicher Schutzausrüstung.
Das Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation muss vermieden werden (stark wassergefährdend - WGK 3).

Erschöpfend beantwortet? :wink:

Gruß
smalbop

Vielen Dank für den sehr ausführlichen Hinweis. Die Einschätzung, ob bedenklich, kann ich wohl nur selber entscheiden.
Eine Frage ist mir aber noch eingefallen. Kaum zu glauben :wink: Da du dich aber auszukennen scheinst, stell ich sie mal… In dem TV-Bericht gabs auch einen Schnelltest, kann man den irgendwo selber herbekommen? Oder weißt du, wo man entsprechendes Material zur Prüfung hinschicken kann?

Viele Grüße

Hallo Brandy,

eigentlich sollte mein Beitrag bei Gesundheit rein. Dort wurde
er aber mit dem Hinweis gelöscht, dass ich ihn hier schreiben
soll.

mir wie Ulf völlig unverständlich warum er da gelöscht wurde und was „wir“ damit sollen.

Ich sehe das so, du hast einen größeren Raum da muffeln Möbelrollen merkbar rum.

Um wieviele Möbelrollen geht es eigentlich, 4, 8, 12,…?

Jetzt war was im TV über PAK.
Jetzt vermutest du deine Möbelrollen bestehen aus dem Zeugs oder gasen das aus.
Genau wissen tust du es nicht?
Es gibt da noch genug anderes was rummuffelt, Chemie ist ein großes Gebiet.

Jmd. hier hat das Sicherheitsdatenblatt zu PAK gepostet. Das ist für Laien wie dich und mich völlig unbrauchbar.
Die Gefahr der Mißdeutung ist viel zu groß.

Da muß jmd. dran der sich auskennt und uns das dolmetscht was man daraus für Schlüsse auf deine Möbelrollen ziehen kann.

Ergo, doch wieder Brett Gesundheit, und Raumluftgefährdungen gehören für mich da rein oder halt doch Chemiebrett.
Ggfs. noch Biologie, also den Einfluß von chemischen Substanzen auf den Körper.

Man soll keinen Stab über jmd. brechen dessen Gründe man nicht kennt, mail mal den Mod vom Gesundheitsbrett an mit welcher Begründung er dich da gelöscht hat und auf „uns“ verwiesen hat, würde mich interessieren.
Und er soll es bitte hier mitteilen, ungefragte Zitate aus privater Mail mag ich nicht.

Gruß
Reinhard

Hallo,

ich habe nur das Sicherheitsdatenblatt kopiert und eingefügt. Besonders gut auskennen tue ich mich deshalb aber noch nicht. Komme mit dem Zeug auch eher mal in Dosierungen in Berührung, wo es ohne Filtermaske nicht mehr geht (bei Sanierungen im Bauwesen). Einen Schnelltest gibt es für PAKs in der Atemluft, der besteht in einem Sensor (Photoionisationsdetektor, PID), der bei Überschreiten einer einstellbaren Auslöseschwelle Alarm gibt - Gasmaske auf. Eher nich das, wonach du suchst…

Gruß
smalbop

Hallo,

ich hab das mit dem richtigen Bereich mal an den Mod von Gesundheit weitergeleitet. Bei den Rollen handelt es sich um 8 Stück - momentan. Eigentlich waren noch mehr geplant…

Gruß
Brandy