Hallo Wolfgang,
wenn Du nicht gerade selbst vom Bau kommst,
Nee, beileibe nicht *grins*
ist die
Herstellung einer freitragenden Konstruktion die denkbar
ungeeignetste
Premiere für die Eigenregie. Abgesehen davon ist das gesamte
Vorhaben höchst zweifelhaft. An einen bestehenden Balkon etwas
„anflicken“ - bitte nicht! Wie soll da je eine tragfähige
Verbindung zum bisherigen Balkon zustande kommen? Der alte
Balkon muß weg. Die neue Konstruktion stützt sich am Haus in
ganzer Breite und am freien Ende ruht sie auf Trägern, die
jeweils ein ordentliches Fundament besitzen. Die Platte
braucht durchgehende Eisen und muß in einem Stück geschüttet
werden.
Wir haben uns das ganze von einer Baufirma anbieten lassen. Die wollte das so ähnlich machen. Zur Erklärung: Es handelt sich um einen Balkon über einer Terasse. Das ganze füllt den Innenwinkel eines "L"s, d.h. der Balkon ist an der Längs- und einer Querseite an der Hauswand befestigt. Auf der Terasse ist schon ein Pfeiler, der die Aussenecke des bisherigen Balkon abstützt. Die Baufirma (bzw. der Statiker) hatte so geplant: bestehender Pfeiler wird auf das Doppelte verbreitert, zwei neue werden gesetzt. Stahlbetonplatte (Fertigteil) wird auf die drei Pfeiler gelegt. Verbindung zur bisherigen Platte und zur Hauswand durch Stahlstäbe, die in kunststoffvergossene Bohrungen gelegt werden. (bestimmt blöd erklärt)
Nun können wir im Eigenbau kein Fertigteil machen und hochziehen (wird garantiert ein paar Gramm wiegen) und sind daher auf die Idee mit der Verschalung gekommen.
Auch das Kostenargument spricht gegen den Selbstbau. Wollt Ihr
den Beton im Heimwerker-Mischer herstellen oder gar
Fertigmischung aus dem Baumarkt nehmen? Das wird richtig
teuer. Dann in Eimern hochschleppen? Viel Vergnügen!
Ähhh, hatten wir eigentlich vor: Mischer auf den vorhanden Balkon stellen, mischen und reingießen.
Die Schalung -
willst Du das alles kaufen und hinterher entsorgen? Eine
Baufirma hat Stützen und Stempel und in Nullkommanichts ist
die
Verschalung der Platte fertig. Nach handwerklich sauberer
Eisenflechterei kommt der Beton per LKW und Betonpumpe.
Hmmm, das ist natürlich ein Argument. An Holz für die eigentliche Schalung käme ich zwar sehr billig ran, aber die Stützen dürften das Problem sein.
Wenn es unbedingt Selbstbau sein soll, dann eine
Holzkonstruktion. Die ist zwar teuer, die handwerklich saubere
Ausführung durchaus anspruchsvoll, aber ordentlich
dimensioniert stellt sich das Stabilitätsproblem nicht in der
Schärfe wie bei einer geschütteten Platte in luftiger Höhe.
Aus druckimprägniertem Holz hält sowas beinahe ewig und kann
sehr dekorativ aussehen. Ohne Fundamente bis in frostfreie
Tiefe geht dabei allerdings auch nichts.
Wäre durchaus eine Überlegung wert. Man müsste nur wissen, wieviel Holz man da ungefähr braucht.
Danke für Deine Hilfe
Stefan