ich habe vor langer Zeit mal ein Surfbrett aus Glasmatte und Kunstharz gebaut, mit zufriedenstellendem Ergebnis. Habe aber vergessen, wie das eigentlich geht.
Ich möchte nun einige Formteile bauen, leicht und fest, und lese immer, daß Kevlar 20 mal stärker ist wie Stahl, aber sauteuer, nur Spezialisten können sowas.
Kann ich als Laie mich da nicht ranwagen?
Gibt es laienverständliche Anleitungen, wie man mit Kevlar arbeitet? Im Internet oder als Buch?
Nach allem, was ich so gelesen habe, werden sich Deine Möglichkeiten zur Verarbeitung von Kevlar vermutlich auf das Zusammennähen fertiger Teile beschränken.
Es ist ein unschmelzbares Polymer. Strenggenommen wird es Nylon T,T genannt. Durch Spinnen der Lösung wird es nur als Faser hergestellt. Extrem wärmebeständig, warmfest und flammhemmend. Seine Zugeigenschaften sind um ein Vielfaches besser als die gewöhnlicher Textilfasern. Das liegt am hohen Maß der steifen, linearen Ausrichtung der Moleküle und deren Neigung, in der Spinnlösung flüssige Kristalle zu bilden. Wie auch die (wenigen anderen) stark ausgerichteten Materialien haben diese Fasern in Achsenrichtung nur eine geringe (negative) Wärmeausdehnungszahl. Die aus Kevlar hergestellten Verbundwerkstoffe sind leichter sind als Verbundstoffe auf Kohlenstoffbasis.
Anwendungsbereiche: Verbundstoffe, Schutzkleidung und Körperpanzerungen, stark reibungsbelastete Produkte (z.B. Schläuche und Treibriemen), stark zugbelastete Produkte (Seile, Stricke, Segelstoff).
Danke, das bringt mich schon weiter.
Wenn aber jemand hier noch praktische Erfahrungen hat… nur
zu.
Ludwig
Tach,
Also,in der Orthopädie haben wir Kevlar schon vor längerer Zeit ad acta gelegt,weil es zu unflexibel und zu schwer ist.Wir sind dann auf ein Gemisch Carbonfaser+Kevlar umgestiegen.
Verarbeitungsprozess läuft wie folgt ab.
Über ein Gipspositiv wird PVA-Folie gezogen.Per Unterdruck wird die Folie angesaugt.(Sie liegt dann wie eine Haut um den Gips)Darüber kommen in mehreren Lagen (je nach Anforderung)Glasfasermatte,Glasfaserschlauch,Kevlar-Carbon,Carbonmatte,Perlonschlauch usw. Als Abschluss die 2.PVA-Folie.Wird von unten her wiederum abgesagt,während von oben her Laminierharz eingefüllt wird.Dadurch wird sowohl Lufteinschluss verhindert,als auch eine gleichmässige Durchtränkung der Werkstoffe erreicht. Das Ergebnis ist eine sehr dünne,bombenfeste Hülle,die genau die Form des Gipspositives hat.
–Alternativ kann man natürlich auch verschiedene Lagen Kevlar übereinander legen und das Laminierharz per Quast oder Pinsel auf die einzelnen Schichten auftragen;ergibt aber bei weitem nicht die Stabilitaet des vorher beschriebenen Verfahrens.
Werner
P.S. Am Besten ist es wohl in ein Sanitätshaus zu gehen,und sich alles mal zeigen zu lassen.-Ich bin nicht unbedingt der große"Beschreiber".