Hallo Admeta,
stimmt, man sollte wirklich darauf achten, welche Zutaten in Kosmetik enthalten ist. Nicht nur in Cremes, sondern auch in Shampoo, Duschgel usw. Selbst in Babypflegeprodukten ist häufig Erdöl enthalten, und dabei ist Babyhaut viel empfindlicher, weil durchlässiger, als Erwachsenenhaut. Es gibt aber Produkte, die (meistens) unbedenklich sind, das sind: Lavera und Logona (gibts in normalen Bioläden) und Weleda (gibts auch in Drogeriemärkten).
Hier findest du eine kleine Zutatenliste im Netz, allerdings, soweit ich gesehen habe, nur pflanzliche Produkte:
http://home.t-online.de/home/cosmo/
Hier ist noch eine Übersicht von der Ökotest-CD, zwar keine komplette Liste aller Zutaten, aber für eine Einschätzung der Produkte, die man kaufen will, auch hilfreich:
Sonderheft 27: Kosmetik Teil 2, 1999
Glossar
Aluminium: Verpackungsbestandteil; belastet die Umwelt durch die
energieaufwendige Gewinnung aus Bauxit.
Anilin: steht unter Krebsverdacht.
Aromatische Amine: Bausteine von Azofarben, womit zum Beispiel
Textilien gefärbt werden; viele haben sich im Tierversuch als
krebserzeugend erwiesen; können durch Speichel oder Schweiß
gelöst werden und in den Körper gelangen.
Azofarben: siehe Aromatische Amine.
Borsäure und -salze: können durch die Haut in den Körper gelangen
und dort giftig wirken. Für Babycremes sind sie nicht mehr erlaubt.
DEET: Das Anti-Mückenmittel kann als Nervengift wirken und sollte
deshalb bei Kindern nicht angewendet werden. Auch bei
Erwachsenen wird bei dauerhafter Anwendung von
Verwirrungszuständen berichtet.
Diethylhexylphthalat: siehe Phthalate
Diethylphthalat: siehe Phthalate Dimethylphthalat: siehe Phthalate
Di-n-butylphthalat: siehe Phthalate
Dioxine: lösen schon in geringen Mengen Chlorakne aus; sie reichern
sich zudem im Fettgewebe und in der Muttermilch an; einige sind
auch an der Entstehung von Krebs beteiligt.
Dispersionsfarbstoffe: werden für synthetische Fasern verwendet.
Dispers-Rot 1, Dispers-Orange 37 können Allergien auslösen.
Duftstoffe: siehe Nitromoschus-Verbindungen oder polyzyklische
Moschus-Verbindungen.
Erdölprodukte: siehe Paraffine.
Formaldehyd/-abspalter: werden in der Regel als
Konservierungsstoffe eingesetzt. Formaldehyd ist ein
krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die
Schleimhäute reizt, Allergien auslöst und die Haut schneller altern
läßt.
Formaldehydharz (Bakelit oder Ähnliches): Kunststoff, zu dessen
Herstellung krebsverdächtiges Formaldehyd benötigt wird und der
zudem nicht recycelbar ist.
Halogenorganische Verbindungen: sind eine Gruppe von Stoffen, die
Brom, Jod oder (meistens) Chlor enthalten. Viele gelten als
allergieauslösend oder krebserzeugend, fast alle reichern sich in der
Umwelt an. Halogenorganische Verbindungen sind an den Wortbestandteilen
»Bromo«, »Jodo« oder »Chloro« zu erkennen.
Laurethsulfat: häufig verwendete Waschsubstanzen (Tenside), die die
Schleimhäute betäuben. Unter der Bezeichnung Polidocanol sind
Laurethe als betäubendes Mittel in der Medizin zugelassen. Sie
enthalten immer (Natrium)Laurylsulfat.
Natriumlaurylsulfat: Das aggressive Tensid und Schaummittel kann
die empfindlichen Schleimhäute reizen, zum Beispiel im Mund oder
in den Nasenlöchern.
Nitromoschus-Verbindungen: künstliche Duftstoffe, die sich im
menschlichen Fettgewebe und in der Muttermilch anreichern können.
Moschus Ambrette gilt als nerven- und erbgutschädigend. Deshalb
ist die Substanz in der EU verboten. Moschus Xylol hat sich im
Tierversuch als krebserzeugend erwiesen.
Nitrosamine: Fast alle bekannten Nitrosamine können Krebs
erzeugen.
Nitrosierbare Amine: können im Körper in Nitrosamine verwandelt
werden.
Optische Aufheller: stecken zum Beispiel in Waschmitteln und
Textilien; lassen Produkte weißer erscheinen, als sie von Natur aus
sind. Sie belasten die Umwelt, weil sie kaum abgebaut werden. Ihre
Herstellung ist sehr aufwendig.
Organochlor- und Organophosphorpestizide: chemisch-synthetische
Spritzgifte für Pflanzen, deren Anwendung und Rückstände Mensch
und Umwelt gefährden.
Paraffine: eine Sammelbezeichnung für unzählige künstliche Stoffe
aus Erdöl, darunter auch Vaseline oder Silikonöl; breite Verwendung
in Kosmetika und Arzneimitteln. In hohen Dosen legen sie sich wie
ein Film auf die Haut und behindern die natürlichen
Regulationsmechanismen. Von einigen weiß man, daß sie sich in
Leber, Niere und Lymphknoten anreichern können. Bei einem
Paraffinwachs zeigten sich entzündliche Reaktionen der
Herzklappen.
PEG/PEG-Derivate: sind sogenannte Emulgatoren. Sie verbinden
Wasser und Fett. Die Stoffe können die Haut durchlässiger machen
und Schadstoffe in den Körper einschleusen. PEG/PEG-Derivate: Namen, die »PEG« oder die Buchstaben »eth«
in Verbindung mit einer Zahl enthalten, zum Beispiel Sodium Laureth
Sulfate. Sie heißen auch Polyglykol, Polysorbate oder Copolyol.
Pestizide: siehe Organochlor- und Organophosphorpestizide.
Phthalate: sind Weichmacher, die dem Kunststoff PVC zugesetzt
werden, damit er nicht hart und spröde wird. Diethylhexylphthalat
(DEHP) hat im Tierversuch Nierenkrebs ausgelöst und die
Entwicklung und Fortpflanzung beeinträchtigt. Dimethylphthalat wird
auch als Mückenschutz-Mittel verwendet, mit Diethylphthalat und mit
Di-n-butylphthalat wird Alkohol vergällt, also ungenießbar gemacht.
Möglicherweise wirken Phthalate wie Hormone.
Polyzyklische Moschus-Verbindungen: künstliche Duftstoffe, die sich
im menschlichen Fettgewebe und in der Muttermilch anreichern
können. Im Tierversuch gab es Hinweise auf Leberschäden; siehe
auch Nitromoschus-Verbindungen.
PVC, PVDC/chlorierte Kunststoffe: Verpackungsbestandteile;
belasten die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung. Weich-PVC
enthält gesundheitsschädliche Weichmacher.
Synthetische Filmbildner: dienen zur Festigung des Haares. Eine
dauerhafte Belastung der Lunge mit diesen Fremdstoffen kann zur
Beeinträchtigung ihrer Funktion führen.
Treibgas aus Spraydosen: trägt zum Treibhauseffekt bei. Die Dosen
werden unter hohem Energieaufwand hergestellt und entsorgt, das
gilt auch für Dosen mit Druckluft.
Triclosan: kann im Körper die Leberfunktion beeinträchtigen und
schädigt das Erbgut von Hefen. Triclosan-Hersteller bestreiten das.
Es ist zudem oft mit Dioxin verunreinigt, das sich im Körper
anreichern kann. Einige Dioxine lösen schon in geringen Mengen
Chlorakne aus, andere erzeugen Krebs.
Umkartons: belasten die Umwelt unnötig und sind nur akzeptabel,
wenn sie eine Glasverpackung schützen.
Was die Deklaration sagt - und was nicht
Wenn eines Ihrer Kosmetik-Produkte nicht in unserem Test ist, hilft
Ihnen die folgende Liste, Ihr Produkt mit Hilfe der Deklaration
einzuschätzen:
Emulgatoren auf der Basis von Polyethylenglykolen (PEG/PEG-
Derivate) tragen Namen, die den Wortbestandteil »PEG« enthalten
oder die Buchstaben »eth« in Verbindung mit einer Zahl, zum
Beispiel Ceteareth-33. Sie heißen auch Polyglykol, Polysorbate oder
Copolyol.
Halogenorganische Verbindungen sind an den Wortbestandteilen
»Bromo«, »Jodo« oder »Chloro« zu erkennen.
Formaldehydabspalter verbergen sich hinter den Bezeichnungen
Imidazolidinyl-Harnstoff, Imidazolidinyl-Urea, Bronopol,
2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, Bronidox,
5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane, Diazolidinyl-Harnstoff, Diazolidinyl-Urea
und DMDM Hydantoin.
Krebserregende Nitrosamine können sich aus Di- oder Triethanolamin
bilden. Die von uns kritisierten chemischen Fette und Erdölprodukte
werden als Paraffin, Microcrystalline Wax, Dimethicone, Petrolatum,
Mineral Oil oder Ceresin bezeichnet. Der Lichtschutzfilter Oxybenzon
wird auch Benzophenon-3 genannt.
Künstliche Moschusverbindungen sind in der Deklaration leider nicht
zu erkennen. Ganz sicher sind Sie davor nur in unparfümierten
Produkten.
Farbstoffe, die aromatische Amine/Anilin enthalten, verbergen sich
hinter den Bezeichnungen: CI 11680, CI 15800, CI 16230, CI 17200,
CI 18050, CI 18820.
Textilien
Im Gegensatz zu Kosmetika ist die Deklaration von Textilien
vollkommen lückenhaft. Keines der etwa 8000 gebräuchlichen
Textilhilfsmittel muß auf dem Etikett deklariert werden. Sie können
allenfalls anhand bestimmter Bezeichnungen wie »sanitized« oder
»bügelfrei« indirekt auf bestimmte Chemikalien schließen - auf
bedenkliches Triclosan etwa oder auf krebsverdächtiges
Formaldehyd. Kleidungsstücke, die Sie laut Etikett einzeln waschen
sollen, sind nicht farbecht. Wurden sie mit gesundheitsschädlichen
Farben gefärbt, können diese umso leichter auf die Haut gelangen.
Easy-wash
Kunstharze und FCKW sorgen dafür, daß sich Schmutz aus
Cellulosefasern (Viskose, Acetat, Modal) leichter auswaschen läßt.
Knitterfrei, pflegeleicht, wash and wear, rapid iron, supercotton,
dressed cotton, bancare, minicare, Filzfrei, superwash
Formaldehydharze, Glyoxal oder Ammoniak sorgen dafür, daß vor
allem Baumwolle nicht knittert, rasch trocknet und nicht einläuft.
Filzfrei, superwash
Ein Bad in Chlorlösung, Spezialharze und Weichmacher sollen
verhindern, daß der Wollpullover filzt.
Sanfor-Set
Eine Kombination aus mechanischer Bearbeitung und einem
Ammoniakbad sorgt dafür, daß Cellulosefasern nicht einlaufen und
knittern.
Eulanisiert
Schwefelverbindungen machen Wolle unverdaulich für Motten und
Käfer.
Sanitized, actifresh, sanigard, durafresh, eulan asept, fresco,
hygitex, bioguard
Ammonium- oder Zinnverbindungen und halogenierte Phenole sollen
vor allem Socken und Unterwäsche gegen Hautpilze und
Körpergeruch immun machen.
Was tun wenn…
…Sie Produkte gekauft haben, die in unseren Tests durchgefallen
sind?
Alles, was krebserregende oder krebsverdächtige Bestandteile
enthält, sollten Sie wegwerfen oder - besser noch - dem Hersteller
zurückschicken. Von solchen Produkten werden sie zwar in der
Regel nicht sofort krank, doch je länger und öfter man sie benutzt,
desto größer wird das Risiko.
Dagegen sollten Sie die Produkte, die wir einzig aus Umweltgründen
abgewertet haben, aufbrauchen. Denn der entsprechende
Umweltschadstoff, zum Beispiel Treibgas in Spraydosen, ist bereits
produziert und wird durch Wegwerfen oder Zurückschicken an den
Hersteller nicht unschädlich.
Für alle anderen Schadstoffe, die Allergien auslösen oder sich im
Körper anreichern, gilt: Wer bislang gut mit einem Produkt
zurechtgekommen ist, kann es aufbrauchen. Allerdings besteht
gerade bei allergisierenden Chemikalien die Gefahr, daß irgendwann
»das Faß überläuft«: Eine Creme, die jahrelang gut vertragen wurde,
löst dann plötzlich doch ein Ekzem aus, weil der Körper nicht mehr
gegen die Allergene ankommt.
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hier noch ein Artikel:
Kosmetik-Deklaration
Bei manchen Kosmetika stehen die Inhaltsstoffe auf der Verpackung,
bei anderen nicht. Was müssen die Hersteller denn nun eigentlich
angeben?
Antwort:
»Kosmetika. Lesen, was draufsteht. Sicher sein, was drin ist« - unter
dieser Überschrift verbreitet der Industrieverband Körperpflege und
Waschmittel ein Faltblatt über die Deklaration von Kosmetika. Schön
wär’s, wenn es so einfach wäre. Zwar ist die einheitliche Deklaration
aller Inhaltstoffe von Cremes und Shampoos, Duschgels und
Haarsprays beschlossene Sache. So steht es in der
Kosmetik-Verordnung. Doch in der Praxis gerät alles verzwickter als
auf dem Papier.
Die Inhaltsstoffe müssen nach einer EU-weit gültigen, internationalen
Nomenklatur, kurz INCI, angegeben werden. Wasser heißt
beispielsweise in der INCI-Sprache Aqua, Bienenwachs Cera Alba.
Sofern es keine INCI-Bezeichnung gibt, können die Hersteller auch
auf die Bezeichnungen des amerikanischen Kosmetik- und
Duftstoffverbandes (CTFA) zurückgreifen. Die Inhaltsstoffe auf
Deutsch beim Namen zu nennen, ist freiwillig. Zudem sind die
Bezeichnungen nicht exakt. So dürfen sich künstliche Moschusdüfte
hinter dem Oberbegriff Parfum verstecken. Mengenangaben sind
ebenfalls nicht vorgeschrieben. Lediglich die Reihenfolge, in der die
Zutaten aufgeführt sind, bietet einen Anhaltspunkt: Je weniger von
einem Stoff enthalten ist, um so weiter hinten steht er in der Liste.
Wenn ein Hersteller partout einen Inhaltsstoff nicht verraten will, läßt
ihm der Gesetzgeber ein Hintertürchen offen. Er darf diesen
Geheimstoff in einer siebenstelligen Codenummer verschlüsselt auf
der Verpackung angeben.
Ciao
Magenta