ich habe mir ein altes Holzregal gekauft - so ca 100 Jahre alt.
Nun sind da einige Holzwurmlöcher drin und weiterhin ist es etwas fleckig - nicht schlimm, aber ich würde es gerne wieder fit machen.
Nun die Frage - es soll hinterher ja nicht nur gut aussehen, sondern ich möchte den eventuellen Wert, den dieses Regal hat, nicht durch eine falsche Behandlung zerstören.
Was macht man da am besten? Lackieren? Oder nur beizen? … abschmirgeln und unbehandelt lassen (wird so leicht dreckig)?
Ideen für eine solche Arbeit hätte ich einige, aber bei dem von Dir angegebenen Alter des Regals traue ich mich nicht.
Ein so altes Stück bedarf den Rat eines wirklichen Fachmannes.
Unter Experten-Suche (Schreiner) habe ich einige Schreiner und auch Meister des Fachs gefunden. Schreib sie doch einmal direkt an.
Gruß
Dirk M.
Hast du das Regal gekauft, weil es alt ist oder weil es billig war ?
Wie soll denn aus der Ferne jemand sagen, wie du die Flecken rauskriegst, ohne zu wissen, welche Oberfläche das Teil jetzt hat ?
Wenn dich die „Patina“ des „alten Regals“ nicht interessiert, kannst du’s natürlich abschleifen und wachsen. Das gibts aber billiger beim Elch.
Gegen Holzwurm helfen die Frostnächte, die es neuerdings wieder gibt. Stell das Regal einige Nächte auf den Balkon.
Gruß Werner
Gegen Holzwurm helfen die Frostnächte, die es neuerdings
wieder gibt. Stell das Regal einige Nächte auf den Balkon.
Hallo Werner,
mit dem in unseren Breiten vorkommenden moderaten Frost lassen sich der Holzwurm und seine Larven nicht abtöten. Das kann man leicht an unbeheizten Gebäuden, z. B. Schuppen aus unbehandeltem Holz beobachten, die oft genug völlig zerfressen sind.
Möbelstücke mit Holzwurmbefall, übrigens auch Dachstühle und ganze Holzhäuser, werden deshalb mit Wärme „entwurmt“. Bei Möbelstücken reicht auch ein Saunagang für mehrere Stunden bei etwa 90°C. Das Holzinnere sollte für mindestens eine halbe Stunde 60°C erreichen. Zur Temperaturmessung wird ein Loch an einer verdeckten Stelle gebohrt und dort mit einem
Thermometer gemessen. Will man das Anbohren zur Messung vermeiden, kann man auch ein beliebiges Stück Holz nehmen, für die Messung anbohren und mit dem Möbelstück in die Sauna legen. Das „Messholz“ sollte aber aus der gleichen Holzart bestehen und mindestens so dick wie die dickste Stelle des Möbels sein.
Um das Möbelstück nicht durch Trocknungsrisse zu ruinieren, sollte die Luftfeuchtigkeit in der Sauna auf mindestens 50 - 60% gehalten werden. Dafür stellt man eine großflächige mit Wasser gefüllte Schale oder Schüssel in die Sauna.
Doppelt genäht hält besser: In jedes Holzwurmloch Essig injizieren und anschließend mit Bienenwachs abdichten.
Die Wurmkur ist nach einer Grobreinigung des Möbelstücks die erste Maßnahme der Restaurierung. Nur ohnehin später auseinander zu nehmende Teile, wie etwa gelöste Leimverbindungen, kann man auch schon vorher zerlegen. Nach dem Saunagang läßt man das Möbel für 1 bis 2 Tage bei normaler Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit stehen, damit sich das Holz wieder akklimatisieren kann. Erst jetzt geht es weiter mit Neuverleimung defekter Verbindungen, Reparatur von Furnier und Intarsien, Oberflächenbearbeitung etc.