Wie, verehrte Wissenden,
wurden früher die Fundamente von Brücken, Viadukten oder Leuchttürmen hergestellt?
Da diese Fundamente vermutlich aus einzelnen Steinen oder Steinblöcken erstellt wurden stellt sich mir die Frage, wie wurde diese Arbeit im Wasser erledigt.
Bin neugierig auf Eure Antworten.
Einen vorweihnachtlichen Gruß von
Dirk M.
Hallo Dirk!
Wie heute auch!
Bei der Anlage einer Mole, die das Hafenbecken vom offenen Meer abschirmte, gebrauchten die Römer in augusteischer Zeit bereits Opus caementicium (Zement), das selbst unter Wasser erhärtet… Vitruv (85 - 22 v. Chr.) empfiehlt, Senkkästen aus Eichenpfählen in das Wasser hinabzulassen, den Meeresgrund zu reinigen und dann den mit Bruchsteinen vermischten Mörtel in den Senkkasten zu schütten.
Wenn es erforderlich war, eine Mole im Trocknen zu errichten, ließ sich die Kastenfangdamm-Methode anwenden. Es handelte sich hierbei um doppelwandige Kästen, die mit Ton und Sumpfgras so abgedichtet wurden, daß es möglich war, sie leerzupumpen. Dann wurde das Fundament gelegt und der Pfeiler aus Gußmörtel und Mauerwerk geschaffen.
Gruß Werner
Hallo Dirk!
Noch was!
Sehr große Brückenpfeiler (z.B. in Germanien), setzte man auf eine Pfahlgründung. Der Pfahlrost der Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastell wurde wiedergefunden. Er besteht aus starken Eisenstämmen. Sie sind mit gewaltigen eisernen Pfahlschuhen beschlagen. Auf der Pfahlgründung ruhten die Strompfeiler aus Hausteinen oder Gußbeton. Die Öffnung zwischen ihnen war durch ein hölzernes Sprengwerk überbrückt.
Falls Du ein Foto möchtest, schicke ich es.
Gruß Werner.
Muß natürlich heißen : Eichenstämme !
Hallo Werner,
danke für die ausführliche Erklärung und die Bilder.
Das hilft meinem Vertsändnis weiter.
Schönen 3. Advent
Gruß
Dirk M.