Hallo Sandrinchen,
bisher habe ich niemand getroffen, der auch nur annähernd eine plausible Erklärung für alle Phänomene des Films hat. Das soll wohl auch nicht so sein. Ich habe ein Interview mit F. Ozon gelesen, indem er erklärt hat, daß der Film ein Stück weit »autobiografisch« sei, was die Arbeitsweise angehe. Das es also wirklich passieren kann, daß man plötzlich Dinge sieht, die nicht dort sind. Es könnte also theoretisch sogar die ganze Tochter in Frankreich »Fiktion« sein.
Dafür ist der Film aber zu diffizil. Ich fand merkwürdig, warum solchen Wert auf Julies Narbe gelegt wurde. Das hat mich zu der Überlegung geführt, ob sie vielleicht gar nicht die Tochter sondern die Mutter ist. Das würde erklären, warum das ganze Dorf sie kennt. Sie hat ja gesagt, daß sie seit ihrem 13. Lebensjahr Sex hatte; sie wäre also selbst für das Alter der Tochter wohl nicht zu jung. Und das der Verleger ein ziemliches Schwein ist, geht aus dem Film ja relativ klar hervor. Auf diese Weise wäre es auch nicht so verwunderlich, daß sie das Exemplar des Buches noch hat. Nur die Szene, in welcher sie die Schriftstellerin für ihre Mutter hält, ist etwas verwirrend bezüglich dieser Theorie.
Um den Mord zu erklären (sofern er denn überhaupt real war) muß man sich dann aber schon weiter aus dem Fenster lehnen. Die Erklärung, daß sie es für das Buch getan habe, deutet wohl eher auf eine Vermischung von Realität und Imagination hin. Es könnte aber natürlich auch ihre erste große Liebe gewesen sein, die sie verlassen hat. Sie hat sie in der Erzählung nach Paris verlegt, aber in dem Dorf hätte man sich wohl auch sehr schnell ausrechnen können, wer es gewesen ist. Dann könnte sie schon so eifersüchtig gewesen sein, da er ja offenbar lieber die andere gehabt hätte.
Hat jemand eine Erklärung für die sich entsprechenden Szenen am Pool, wo jeweils eine der Frauen am Rand liegt und plötzlich Franc bzw. Marcel daneben stehen? Das ist schon ziemlich abgefahren und ich weiß nicht so genau, was damit gemeint ist.
Nun ja, wie heißt es so schön:
»A riddle, wraped in an mystery inside an enigma«
Das trifft es wohl ziemlich genau.
Liebe Grüße,
Christian
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