warum ist es eigentlich so, dass Amerikaner Filme die ausserhalb der USA gedreht wurden, potentiell weniger interessant finden? Oder warum spielt „High Fidelity“ plötzlich in Chicago anstatt in London, warum werden alle möglichen europäischen Filme ein zweites Mal abgedreht, dann allerdings in den USA?
warum ist es eigentlich so, dass Amerikaner Filme die
ausserhalb der USA gedreht wurden, potentiell weniger
interessant finden? Oder warum spielt „High Fidelity“
plötzlich in Chicago anstatt in London,
Genau, die meisten Amis feiern sich gerne selbst, sehen sich selbst als Nabel der Welt und wollen dies auch in Filmen bestätigt finden. Bei „High Fidelity“ besonders ärgerlich, da große Teile des wunderbaren Underground-Charakters des Films damit verloren gegangen sind und auch die verwendete Musik deutlich uninteressanter als die im Buch erwähnte ist.
warum werden alle
möglichen europäischen Filme ein zweites Mal abgedreht, dann
allerdings in den USA?
Dies gilt vor allem für nicht englischsprachige Filme und hat damit zu tun, daß die Amis keine synchronisierten Filme mögen und diese daher an den Kinokassen durchfallen. Daher wird dann gern eine Fassung gedreht, in der die Darsteller sofort englisch sprechen.
manchmal ist das schlicht das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Rechnung. Chicago zum Beispiel ist als Drehort - etwa durch private Grundstücke mit drehenswerten Aussichten auf die Skyline - einigermaßen erträglich günstig, während ein komplett nach London eingeflogenes Team oder sogar die Wucherpreise ortsansässiger Unternehmen die Rechnungen unnötig in die Höhe treiben würden.
manchmal ist das schlicht das Ergebnis einer
Kosten-Nutzen-Rechnung. Chicago zum Beispiel ist als Drehort -
etwa durch private Grundstücke mit drehenswerten Aussichten
auf die Skyline - einigermaßen erträglich günstig, während ein
komplett nach London eingeflogenes Team oder sogar die
Wucherpreise ortsansässiger Unternehmen die Rechnungen unnötig
in die Höhe treiben würden.
Hmm … dann wären doch aber Wurzen an der Mulde oder auch Bambari in Zentralafrika noch viel attraktiver? Es wäre sicher auch sehr viel günstiger gewesen, einfach ein Plastikmodell der Titanic in der Badewanne zu versenken, als all diese kostspieligen Computerszenen generieren zu lassen.
Und noch billiger, als europäische Filme nochmal zu drehen wäre doch sicherlich, einfach die Originale zu schauen und im Zweifelsfalle vernünftig zu synchronisieren.
Grund: in USA zu drehen ist billiger. Für das Ausland benötigen die Schauspieler auch ne Zusatzversicherung, dazu Flug, Unterkunft, ausl. Lizenzen zum drehen, etc. und dei ganze Crew muss sich von Fish&Chips ernähren, oder *ohGraus* von franz. Essen…
Grund: der Durchnschnitts Amerikaner verlässt sein Land sie, daher kennt er nur die amerikanische Umgebung, die ist ihm vertraut. Es soll Amerikaner geben die nichtmal nen Engländer verstehen. Auch wären Zuschauer überfordert, oder würden mit Unverständniss reagieren, wenn sie „ganz normales europäisches Verhalten“, nicht übersetzt, auf der Leinwand sehen würden. (Das Küssen in Frankreich, das in Europa noch viel geraucht wird, dagegen ist USA ein Gesundheitsland im Film, das man auch „nicht gecleante“ Seiten filmt, das die europ. Frauen (wenns zur Rolle passt) auch mal unrasierte Achseln haben, das niemand immer mit einer 4 köpfigen Familie in einem weissen, netten, grossen Haus leben kann, inkl. Quoten Hund und Mami-bleibt-zuhause, das die europ. Kinder ein ganz anderes Schulsystem haben.)
Grund: Wieso anspruchsvoll (kompliziert und schwerer verdaulich), wenns auch amerikanisch-glatt-easy geht?
Hmm … dann wären doch aber Wurzen an der Mulde oder auch
Bambari in Zentralafrika noch viel attraktiver?
Ist es grundsätzlich auch. Große Teile des Produktionsablaufes werden mittlerweile zum Beispiel nach Tschechien verlegt, weil dort ansässige Arbeitskräfte spottbillig sind. Früher war das Mekka für preisbewusste Filmemacher Mexico, heute kommt Hollywood oft nach Deutschland (aktuell etwa Jackie Chans „In 80 Tagen um die Welt“), Holland oder (selten) Polen.
Es wäre sicher auch sehr viel günstiger gewesen, einfach ein lastikmodell der Titanic in der Badewanne zu versenken, als all :diese kostspieligen Computerszenen generieren zu lassen.
Ja. Dann wäre aber wohl auch keiner wegen der SFX in den Film gegangen und hätte dem ganzen 1,8 Milliarden Dollar Einspielergebnis gebracht. Sparen sollte man immer da, wo man´s nicht sieht - oder wo man´s sieht, es aber nicht stört.
Und noch billiger, als europäische Filme nochmal zu drehen
wäre doch sicherlich, einfach die Originale zu schauen und im
Zweifelsfalle vernünftig zu synchronisieren.
Billiger wäre es. Aber viele Länder (darunter die USA) haben eben nicht die deutsche Neigung zu Synchronfassungen. Oder, anders herum: auch wir könnten viel Geld sparen - und wie im polnischen Fernsehen alle männlichen Schauspieler eines Films von einem einzigen Mann über den nicht ausgeblendeten Originalton sprechen lassen. Ob man dann noch gerne gucken würde? Auch Filmkulturen sind halt unterschiedlich.
amerikanische Schauspieler haben eine starke Gewerkschaft. Bei jeder „nicht-amerikanischen“ Landesberühung (und sei es nur das sie kein Rootbeer, wie im Vertrag vereinbart, bekommen können), geht die Gage nach oben und die müssen an die Gewerkschaft abdrücken. Zusätzlich noch Auslands-Versicherungen.
Zur Synchonisation - mit heutiger Technik sollte das kein Problem sein. Aber - die amerik. Filme haben im Original jede Menge Neben"geräusche". Die werden bei einer Synchronisation ziemlich unterdrückt. Ausserdem sind es Amerikaner nicht gewohnt wenn ein Schauspieler aus seiner Wohnung läuft, in einen Wagen mit ital. Kennzeichen steigt (sehr suspekter Marke!!! Eben europäisch), durch enge Straßen braust, durch eine Landschaft die nicht überall ein McD Zeichen hat und aussieht wie auf dem Zeichenbrett geplant, dessen Mund sich nicht synchron zum Wort bewegt und der Kleidung trägt, die man in USA erst nächstes Jahr auf dem Laufsteg sieht (bzw. vor 10 Jahren gesehen hat).