Hallo Leute,
habe mir gestern diesen Film angeschaut… und habe mich gefragt, wieso der so heisst?!
Wer-Weiss-(D)Was?
Gruss
Matthias
Hallo Leute,
habe mir gestern diesen Film angeschaut… und habe mich gefragt, wieso der so heisst?!
Wer-Weiss-(D)Was?
Gruss
Matthias
Hallo Matthias,
hier stehts:
http://www.filmzentrale.com/rezis/uhrwerkorange.htm
„Der Titel des Films ist ein Wortspiel – ein mechanisches, künstliches, roboterhaftes Wesen, ‚orange‘ Orang-Utan, eine haarige affenartige Gestalt.“
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hier 2 Erklärungs Ansätze, die aber beide auf das selbe herauslaufen: Alex wird durch die Gehirnwäsche zum menschlichen Uhrwerk. Er „funktioniert“ einfach, ohne über sich selbst noch reflektieren zu können. Er hat keine freien Willen mehr - Aber macht ihn das zum „guten“ Menschen?
„Burgess (Der Autor des Romans, dem Kubricks Film zugrunde liegt)dubiously claimed he took the title from a Cockney phrase, „as queer as a clockwork orange.“ The title is explained as an image of brainwashing. Yet Alex, with the inarticulate body of a wind-up toy is as queer as a clockwork orange from the start.“
http://www.geocities.com/malcolmtribute/aco/acoartic…
„Alex has effectively been turned into a clockwork orange – a mechanical being that only appears to be organic. Herein lies the essential moral of the story voiced by the prison chaplain (played by Godfrey Quigley): „When a man cannot choose, he ceases to be a man.“ The premise of the film’s title is the humane belief that „it is far better for an individual to possess free will, even if it is exclusively the will to sin, than for him to be made over into a clockwork paradigm of virtue.“(7) One fundamental question raised in the film is whether a man really becomes good if he does not have the choice to be evil“
http://www.kinema.uwaterloo.ca/yvo961.htm
Hoffe geholfen zu haben. 
Gruß,
Justme
Orang(e) + Diskussion 
Viddy well, O my brothers 
„Der Titel des Films ist ein Wortspiel ? ein mechanisches,
künstliches, roboterhaftes Wesen, ‚orange‘ Orang-Utan, eine
haarige affenartige Gestalt.“
Soviel ich weiss, heisst das Orang in Orang-Utan Mensch. Insgesamt also „mechanischer Mensch“ (sh. auch z.B. italienischen Titel, aranchia mecchanica oder so) oder gesteuerter Mensch
Um mal eine Diskussion loszutreten: Seid Ihr der Meinung, Kubrick wertet pro freien Willen und gegen die Gehhirnwäsche? Und wie ist es mit der Romanvorlage?
Gruß Florian (Fan
)
Hallo Florian,
Um mal eine Diskussion loszutreten: Seid Ihr der Meinung,
Kubrick wertet pro freien Willen und gegen die Gehhirnwäsche?
Und wie ist es mit der Romanvorlage?
der Film liegt recht nahe an der Vorlage. Ich denke, Burgess ging es darum, die Frage nach Behandlung von Straftätern erst einmal zu stellen, meinte das Buch also eher soziologisch bzw. politisch.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
hallo zusammen!
kubricks werke sind meistens mehr als nur die erzählte geschichte. besonders in diesem film spielen die filmischen mittel eine große rolle. uhrwerk orange befasst sich (unter anderem) sehr stark mit der inszenierung und ästhetisierung von gewalt und ihrer wirkung. ein beispiel hierfür ist die verbindung vieler gewaltszenen des films mit klassischer musik (> beethoven). ach, das ist ein thema für eine doktorarbeit. kleiner buchtipp zum schluss: kay kirchmann, stanley kubrick - das schweigen der bilder
gruß
lars
Hallo Florian,
Um mal eine Diskussion loszutreten: Seid Ihr der Meinung,
Kubrick wertet pro freien Willen und gegen die Gehhirnwäsche?
Und wie ist es mit der Romanvorlage?der Film liegt recht nahe an der Vorlage. Ich denke, Burgess
ging es darum, die Frage nach Behandlung von Straftätern erst
einmal zu stellen, meinte das Buch also eher soziologisch bzw.
politisch.Herzliche Grüße
Thomas Miller
nicht ganz
Hallo Lars,
kubricks werke sind meistens mehr als nur die erzählte geschichte.
besonders in diesem film spielen die filmischen mittel eine große :rolle.
soweit stimme ich zu.
uhrwerk orange befasst sich (unter anderem) sehr stark mit der
inszenierung und ästhetisierung von gewalt und ihrer wirkung.
Auch das stimmt, aber …
ein beispiel hierfür ist die verbindung vieler gewaltszenen des films
mit klassischer musik (> beethoven).
… das Beethoven-Thema ist schon in der Buchvorlage zentral, die Form der Ästhetisierung ist also höchstens eine Umsetzung in filmische Mittel - zugegeben genial, aber nicht der Idee nach von Kubrik, sondern von Burgess.
ach, das ist ein thema für eine doktorarbeit.
Es gibt eine Prüfungsarbeit zu Burgess von Anne Osterkamp:
„Untersuchungen zu Anthony Burgess’ ‚Uhrwerk Orange‘“ (Oldenburg 1981), außerdem einen Führer zum Werk:
Sean Sheehan and Tony Buzan, A guide to A clockwork orange; London 2001
Herzliche Grüße
Thomas Miller
hallo thomas,
uups, wie kommt man am sonntag schon so früh aus den federn?
du hast völlig recht, das beethoven-thema ist auch in der vorlage zentral. ich habe ja nicht behauptet, dass das ein einfall von kubrick war. doch ich denke, dass kubrick der geschichte seinen stempel aufdrückt (er hat fast ausschließlich romane oder ähnliches für seine zwecke „mißbraucht“) und mittels seiner inszenierung dinge beleuchtet, die weit über den roman hinausgehen (die kunst als solche spielt beispielsweise auch eine rolle). schließlich hat kubrick das ende der geschichte neu formuliert und die eigentliche „crime-doesn’t-pay-these“ verworfen und sich so den gängigen bürgerlichen wertemaßstäben und ideologien verweigert. genau das wurde ihm damals von kritikern ja vorgeworfen: er nimmt durch seine filmische erzählung und ihrer dramaturgie keine stellung zur gewalt. auf diese weise verlagert er die erforderte stellungnahme zur gewalt, von dem regisseur auf den rezipienten. wie bereits bemerkt, man könnte sich zu diesem thema die finger wund tippen.
trotzdem vielen dank für die literaturtipps. meine gestrige empfehlung ist übrigens auch eine überarbeitung zu einer magisterarbeit (titel: die ästhetik des bösen im filmschaffen stanley kubricks).
liebe grüße
lars
früh aufstehen und Magisterarbeit
Hallo Lars,
uups, wie kommt man am sonntag schon so früh aus den federn?
hehe, danke der mitfühlenden Nachfrage … ich war schon über eine Stunde wach, weil ich drei Kinder habe, die in einem Alter sind, wo man das Wort „ausschlafen“ nicht kennt. 
schließlich hat
kubrick das ende der geschichte neu formuliert und die
eigentliche „crime-doesn’t-pay-these“ verworfen und sich so
den gängigen bürgerlichen wertemaßstäben und ideologien
verweigert. genau das wurde ihm damals von kritikern ja
vorgeworfen: er nimmt durch seine filmische erzählung und
ihrer dramaturgie keine stellung zur gewalt. auf diese weise
verlagert er die erforderte stellungnahme zur gewalt, von dem
regisseur auf den rezipienten.
Interessant, das ist mir im Moment nicht gegenwärtig.
empfehlung ist übrigens auch eine überarbeitung zu einer
magisterarbeit (titel: die ästhetik des bösen im filmschaffen
stanley kubricks).
Von wem und wo einzusehen (über Fernleihe kann man ja leider keine Magisterarbeiten bestellen)?
Herzliche Grüße
Thomas Miller
hehe, danke der mitfühlenden Nachfrage … ich war schon über
eine Stunde wach, weil ich drei Kinder habe, die in einem
Alter sind, wo man das Wort „ausschlafen“ nicht kennt.
mein beileid
nein, kinder sind super. habe zwar noch keine eigenen, aber mein (bereits berufsbezogener) job, mit dem ich mir mein studium finanziere, scharrt täglich um die 50 kinder und jugendlich um mich.
Von wem und wo einzusehen (über Fernleihe kann man ja leider
keine Magisterarbeiten bestellen)?
kay kirchmann (dozent für film- und mediewissenschaften an der uni konstanz) hat seine magisterarbeit zu diesem thema zu einem sachbuch ausgearbeitet. der titel lautet „stanley kubrick - das schweigen der bilder“. ich habe noch die alte ausgabe von 1993, mittlerweile ist aber eine überarbeitete fassung auf dem markt, erschienen im schnitt verlag und kostet 14,80 euro. das buch ist eine der besten analysen der werke stanley kubricks und wirklich sehr zu empfehlen. es setzt allerdings kenntnisse der filmwissenschaften voraus und ist deshalb für „einsteiger“ wahrscheinlich nicht ganz leicht zu lesen und zu verstehen. vielleicht ist die neue fassung ja etwas einfacher gestaltet worden. informativ ist es auf jeden fall.
herzlich grüße aus bielefeld
lars
Hallo Lars,
schönen Dank für die Informationen.
Herzliche Grüße
Thomas Miller