Tolkien für kopffüßler

hallo mittelerde :wink:
ich habe gerade eine ulkige abhandlung über tolkiens welt und deren verfilmung gefunden. in akademisch-sauertöpfischer breite wird da vor sich hin seziert- ich finde sowas ja erheiternd…
…und bin mal gespannt, wie ihr das findet :wink:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/16339/1.html
(das traktat ist recht lang- in der zweiten hälfte geht’s richtig los)

spässken
bernd

Jeden seine Meinung, meine gibt der schreiberling sicher nicht wieder!

Schon vor einem Jahr hat derselbe Autor eine ähnliche Kritik zum 2. Teil geschrieben und damit alle Forums-Rekorde (Anzahl Postings) gebrochen.
Lustig finde ich es dennoch - wenn er hofft, daß die Fans die Geschichten nicht ernstnehmen, aber sie selbst gleichzeitig todernst nimmt.

Stuffi

Hallo Bernd,

…und die Thesen sind ja soooo alt (nicht vom Film,
obwohl man aehnliches auch schon nach Teil 1 + 2
gelesen hat, aber vom Buch. Es gibt ja auch die
Anti-Kommunismus-Theorie (der Feind steht im Osten).
Ich find aber die anschliessende Diskussion
noch amuesanter…

Gruesse, Elke

(die uebrigens bereist 1981 innerhalb
eines Theater-Praktikums den Kopf eines
Ents aus Fiberglass
gemacht hat - und vom Lehrer sehr ernsthaft
kritisiert wurde:

  1. saehen Ameisen ganz anders aus,
  2. koenne man von mir erwarten, dass ich
    mir mit Hilfe eines Woerterbuchs die richtige
    Schreibweise von englischen Woertern aneigne.)

:wink:

hallo elke

…und die Thesen sind ja soooo alt (nicht vom Film,

kann ich mir denken, aber ich habe bislang nur die bücher gelesen und mich nicht um theoretische debatten gekümmert. obwohl ich manches nachvollziehen kann (z.b., dass frauen die story oftmals nicht so ansprechend finden) aber einem, der nie ein politisches werk hat schreiben wollen, kann man ja immer alles mögliche andichten…

Anti-Kommunismus-Theorie (der Feind steht im Osten).

tatsächlich? vom zeithorizont her hatte ich bislang eher auf nazis getippt (aber bei der ganzen nordischen mystik…)

  1. saehen Ameisen ganz anders aus,

LOL: die „ameisenkönigin“…

beste grüße in den orient
bernd

moin stuffi,

Schon vor einem Jahr hat derselbe Autor eine ähnliche Kritik

habe ich wahrscheinlich auch gelesen, aber wohl sofort wieder vergessen :wink:

Geschichten nicht ernstnehmen, aber sie selbst gleichzeitig
todernst nimmt.

tja: hier will einer, der das buch offensichtlich nicht gelesen hat, durch anlegen abwegiger maßstäbe billige punkte machen. imho intellektuelle effekthascherei sonst nix.

greetings
bernd

  1. saehen Ameisen ganz anders aus,

LOL: die „ameisenkönigin“…

beste grüße in den orient
bernd

Ameisen hätten sogar ihre historische Berechtigung, hat man doch die Grichenarmee
vor Troja aufgrung ihrer Anzahl auch „die Ameisen“ genannt.
Von dem her ist das gar nicht mal negativ:wink:

Greetz

Julia

…und bin mal gespannt, wie ihr das findet :wink:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/16339/1.html

Na ja, dem Autor würde ich auch weiterhin Harry Potter empfehlen, vielleicht auch Bibi Blocksberg oder das SAMS. Herr Der Ringe ist wohl doch etwas zu gehaltvoll…

Roland

Hi,

alle Jahre wieder das gleiche gelaber, der hat doch nur den letzten
Artikel umgeschrieben - ok der war noch dämlicher. Den Film mag ich
trotzdem nicht und ich schau ihn mir auch nicht an, ich will nicht
das die Figuren die ich beim lesen vor mir gesehen habe zu typischen
Ami Helden mutieren.

Gruss Jan

PS: Frodo hat versagt
http://www.madhack.com/~madhack/frodo_has_failed.jpg

Er hat aber recht
Hallo,

Den Film mag ich trotzdem nicht und ich schau ihn mir auch nicht an,
ich will nicht das die Figuren die ich beim lesen vor mir gesehen
habe zu typischen Ami Helden mutieren.

Aber genau das (und noch ein paar andere Dinge) ist doch die Aussage des von Dir als „dämlich“ deklarierten Artikels.

Der Film ist eine hollywoodmäßig weichgespülte Variante der Roman-Trilogie, die durchaus literarisch weit weniger wertvoll ist, als ihr Ruf. Frauen spielen in der Romanvorlage wirklich keine besondere Rolle, Rassismus lässt sich ebenso erkennen, wie das vom Autor des Artikels erwähnte „biedermeierliche Kleinbürgertum“. Von offensichtlichen Anleihen an die nordische Mythologie ganz zu schweigen.

In einem aber hat er wohl ganz sicher recht. Der Herr der Ringe wird von seinen Fans ebenso ernst genommen, wie die Bibel von den ultrakonservativen Christen im Süden der vereinigten Staaten (Das sind die, die Evolutionstheorie aus den Lehrplänen streichen lassen, weil die Welt schließlich von Gott in sieben Tagen geschaffen wurde). Wenn man das Buch, oder noch schlimmer, den Film, kritisch betrachtet, ist man ein sauertöpfischer Intellektueller.

Na dann … ich geh’ jetzt in den Keller, mir noch eine Ladung Sauerkraut holen :smile:

Gruß

Fritze

Hallo,

Aber genau das (und noch ein paar andere Dinge) ist doch die
Aussage des von Dir als „dämlich“ deklarierten Artikels.

Ich meinte seine „Kritik“ am Buch, was der da schon alles
reininterpretiert hat finde ich voll daneben. Ich lese seine Artikel
zum Herr der Ringe schon lange.

Der Film ist eine hollywoodmäßig weichgespülte Variante der
Roman-Trilogie, die durchaus literarisch weit weniger wertvoll
ist, als ihr Ruf. Frauen spielen in der Romanvorlage wirklich
keine besondere Rolle,

In Starwars tauchen Frauen auch nur als kleine Dummchen auf.

Rassismus lässt sich ebenso erkennen,

Rassismus ist deutlich stärker in Harry Potter vorhanden, diese
widerliche Hetzerrei gegen den „fetten Cousin(?)“ finde ich einfach
zum kotzen. Die Hobbits sind lebensfrohe Genuss"menschen", da wird
niemand in die Ecke gestellt weil er ein paar Kilo mehr wiegt.

wie das vom Autor des Artikels erwähnte „biedermeierliche
Kleinbürgertum“.

Ja das passt auf die Hobbits, aber ich finde das Tolkien sich auch
irgendwo darüber lustig macht.

Von offensichtlichen Anleihen an die
nordische Mythologie ganz zu schweigen.

Klar hat auch niemand was anderes behauptet, nordische Mythologie hat
nichts mit Nazis zu tun auch wenn der TP Autor das so anklingen
lässt. Der Judenhass kommt aus dem Christentum nicht aus der
nordischen Mythologie.

In einem aber hat er wohl ganz sicher recht. Der Herr der
Ringe wird von seinen Fans ebenso ernst genommen, wie die
Bibel von den ultrakonservativen Christen im Süden der
vereinigten Staaten.

Ja klar und alle Linuxuser beten dreimal am Tag zu Linus Torvalds.
Ich bin seit Jahren Fan des Buches und für mich ist es keine
Bibelersatz, ich kenne auch niemanden bei dem es so ist.

Wenn man das Buch,
oder noch schlimmer, den Film, kritisch betrachtet, ist man
ein sauertöpfischer Intellektueller.

der Film ist mir egal, der hat mit dem Buch eh nichts gemeinsam. Beim
Buch sehe ich nur ein oberflächliches schlecht machen und in die
rechtesaussen Ecke schieben. Teilweise frage ich mich ob der ein
anderes Buch gelesen hat.

Gruss Jan

klar: stimmt immer…
moin fritze,
ich stell mal etwas um:

Gott in sieben Tagen geschaffen wurde). Wenn man das Buch,
oder noch schlimmer, den Film, kritisch betrachtet, ist man
ein sauertöpfischer Intellektueller.

nana: wer wird denn gleich… :wink:
sauertöpfisch ist meine freundliche metapher für die art und weise, wie hier mit der brechstange nach kritikpunkten gesucht wird. und bei einem, der mit derartig intellektuellem anspruch auftritt, wundert es mich reichlich, dass er hier nur sattsam bekannte 08/15-totschlag-argumente auffährt, mit denen man ausnahmslos alles plattmachen kann, wenn man es denn unbedingt drauf anlegt.
der argumentation immanent ist eine sehr tagesaktuelle vorstellung von „political correctness“, die zu tolkiens zeiten noch völlig unbekannt war (nebenbei: derartiger transfer von heutigen wertvorstellungen in die vergangheit ist für historiker eine „todsünde“). anders gesagt: mit dieser sichtweise musst du wohl 90% der weltliteratur komplett auf den müll werfen.

Der Film ist eine hollywoodmäßig weichgespülte Variante der

oho- was guckst du denn sonst so? wahrscheinlich peter jacksons alte sachen, was? :wink:)
ich finde ja, dass hollywood noch nie einen derartigen aufmarsch von mutanten erlebt hat…

Roman-Trilogie, die durchaus literarisch weit weniger wertvoll
ist, als ihr Ruf.

das unterschreib ich voll und ganz- und genau deswegen finde ich es besonders albern, hier die pseudo-intellektuelle keule zu schwingen.

wie das vom Autor des Artikels erwähnte „biedermeierliche
Kleinbürgertum“.

das ist ein wirklich schöner punkt:
der wächter eherner werte hat offensichtlich nicht kapiert, dass die hobbits eine karikatur des spießertums sind (solch feine ironie, wie die von tolkien kennen wir hierzulande nur von loriot). allein das disqualifiziert den autor für mich, hier irgendwelche ernstzunehmende kritik vorzubringen.
aus solchen gründen finde das allerdings auch sehr amüsant…

In einem aber hat er wohl ganz sicher recht. Der Herr der
Ringe wird von seinen Fans ebenso ernst genommen, wie die
Bibel

wenn er es nur mit etwas mehr sachkenntniss rübergebracht hätte…
…ansonsten sind mir solche leute kaum sympathischer, als dieser professionelle (?) bedenkenträger.

Na dann … ich geh’ jetzt in den Keller, mir noch eine Ladung
Sauerkraut holen :smile:

ah- mir auch eine portion: ich liebe sauerkraut :wink:

beschwingten abend wünscht
bernd

2 „Gefällt mir“

Sind eigentlich alle Hobbits schwul, …
… oder nur Sam und Frodo?

Hallo,

die schauspielerische Leistung von „Frodo“ alias „Elijah Wood“ (der übrigens im HDR Winona Ryder nicht unähnlich sieht :smile: ist wirklich unter aller Kanone. Aber sei’s drum, ich wollte nur schnell auf Deine Anmerkungen antworten.

[…]

der argumentation immanent ist eine sehr tagesaktuelle
vorstellung von ?political correctness?, die zu tolkiens
zeiten noch völlig unbekannt war (nebenbei: derartiger
transfer von heutigen wertvorstellungen in die vergangheit ist
für historiker eine ?todsünde?).

Er geht damit aber nicht auf Tolkien los, sondern den Film. Und der ist ein Produkt unserer Zeit. Mir ist es auch ziemlich wurscht, ob jemand „Heil denen, die ihr Blut dem Vaterlande opferten“ ruft und der Film „Vorwärts in den Heldtentod“ propagiert. Aber muss das denn sein?

Da ich den Herrn der Ringe durchaus einmal gerne gelesen habe, habe ich mir vom Film einfach mehr versprochen. Insbesondere, weil er mit so riesigem Aufwand gemacht wurde. Mir war auch nach dem ersten Teil schon klar, dass es mal wieder nix wird. Jedenfalls nicht für mich. Da gefiel mir die Cartoon-Version beinahe besser.

Der Regiseur hat es meiner Meinung nach geschafft, die langweiligen Szenen mit den Schlachtszenen zu kombinieren und das Interessante wegzulassen. Außerdem hätte eine etwas freiere Interpretation dem Film gut getan.

Der Film ist eine hollywoodmäßig weichgespülte Variante der

oho- was guckst du denn sonst so? wahrscheinlich peter
jacksons alte sachen, was? :wink:)

„Meet The Feebles“ fand ich wirklich gut. Muppets auf Drogen. Ich habe mir sogar die DVD gekauft :smile:

ich finde ja, dass hollywood noch nie einen derartigen
aufmarsch von mutanten erlebt hat…

Jaja, die Monster sehen schön bösartig aus.

Roman-Trilogie, die durchaus literarisch weit weniger wertvoll
ist, als ihr Ruf.

das unterschreib ich voll und ganz- und genau deswegen finde
ich es besonders albern, hier die pseudo-intellektuelle keule
zu schwingen.

Ist doch gar nicht. Eine stinknormale Filmkritik. Da habe ich wirklich schon ganz andere Sachen gelesen. Ist natürlich nicht im Stil von „Brigitte“ oder „Cinema“ und obendrein kommt der Film schlecht weg. Aber meiner Meinung nach ist er auch wirklich schlecht. Unabhängig von „pollitical correctness“ und dergleichen.

wie das vom Autor des Artikels erwähnte „biedermeierliche
Kleinbürgertum“.

das ist ein wirklich schöner punkt:
der wächter eherner werte hat offensichtlich nicht kapiert,
dass die hobbits eine karikatur des spießertums sind (solch
feine ironie, wie die von tolkien kennen wir hierzulande nur
von loriot).

Hmm … deutlich war das aber nur im „Kleinen Hobbit“ zu erkennen. Der Herr der Ringe nimmt sich selbst viel zu ernst. Kann den Karrikaturgedanken nicht wiederfinden. Allenfalls vielleicht noch im ersten Band, der mir ohnehin am besten gefallen hat. Danach wird es eher so eine Mischung aus Stammbaum- und Telefonbuchlesen. Ganz arg wirds dann im „Silmarillion“. Das habe ich nichtmal zu Ende gelesen.

In einem aber hat er wohl ganz sicher recht. Der Herr der
Ringe wird von seinen Fans ebenso ernst genommen, wie die
Bibel

wenn er es nur mit etwas mehr sachkenntniss rübergebracht
hätte…
…ansonsten sind mir solche leute kaum sympathischer, als
dieser professionelle (?) bedenkenträger.

Ich glaube, Du hast ihn falsch verstanden. Ich bin jetzt aber in der Tat langsam müde und werde mich gerne ein anderes Mal mit Dir darüber unterhalten.

Gute Nacht einstweilen

Fritze

nicht nur die :wink:
moin fritze,
ich war leider gezwunger maßen 2 tage offline- vielleicht siehst du ja auch jetzt noch…

… oder nur Sam und Frodo?

die sowieso, aber die elben erst recht… :wink:

Er geht damit aber nicht auf Tolkien los, sondern den Film.
Und der ist ein Produkt unserer Zeit.

tja: wie sollte es auch anders sein? im mittelalter gabs noch keinen film…
ich finde schon interessant, dass man den stoff erst mit top-aktueller einigermaßen „wahrheitsgetreu“ darstellen kann.

opferten" ruft und der Film „Vorwärts in den Heldtentod“
propagiert. Aber muss das denn sein?

was muss schon? vieles ist halt geschmackssache (über die man bekanntlich nicht streiten kann). das buch ist halt so- und ich kenne eigentlich auch niemanden, der das missverstehen würde.

Da ich den Herrn der Ringe durchaus einmal gerne gelesen habe,
habe ich mir vom Film einfach mehr versprochen. Insbesondere,

echt- was denn noch? mir fällt zumindest nicht ein, was da fehlen würde- aber das ist, wie gesagt, wohl geschmackssache…

Jedenfalls nicht für mich. Da gefiel mir die Cartoon-Version
beinahe besser.

auch ein standpunkt, den ich von tolkien-fans noch nie gehört habe- die fanden diese „bastellösung“ tricktechnisch meist doch sehr unbefriedigend- aber das teil ist ja auch über 20 jahre alt…

Der Regiseur hat es meiner Meinung nach geschafft, die
langweiligen Szenen mit den Schlachtszenen zu kombinieren und
das Interessante wegzulassen.

huh? was wäre denn das?
schwule elbengesänge? ;o) heldensagen?

Außerdem hätte eine etwas
freiere Interpretation dem Film gut getan.

tja: für harte tolkienisten war das ja schon zu frei…

„Meet The Feebles“ fand ich wirklich gut. Muppets auf Drogen.
Ich habe mir sogar die DVD gekauft :smile:

ein gute wahl :wink: mein persönlicher favorit ist und bleibt „braindead“…

Jaja, die Monster sehen schön bösartig aus.

der höhlentroll aus teil 1 ist guter alter jackson-stil… :wink:

Ist doch gar nicht. Eine stinknormale Filmkritik. Da habe ich
wirklich schon ganz andere Sachen gelesen.

geschenkt :wink: trotzdem reichleich abgehoben, für meinen geschmack.

Hmm … deutlich war das aber nur im „Kleinen Hobbit“ zu
erkennen. Der Herr der Ringe nimmt sich selbst viel zu ernst.

je nach lesart, klar…

Kann den Karrikaturgedanken nicht wiederfinden.

„nur“ noch im subtext- da finde ich ihn aber hinreichend deutlich (die aversion der hobbits gegen unanständige abenteuer etc.)

gefallen hat. Danach wird es eher so eine Mischung aus
Stammbaum- und Telefonbuchlesen.

jaja- für die dogmatiker die bibel, wie du schon sagtest. wenn ich das buch lese, überblättere ich immer die ganzen elben-teile… :wink:

Ich glaube, Du hast ihn falsch verstanden.

was durchaus sein kann- hatte keinen bock, mir den schmonz nochmal reinzudrehen…
in diesem sinne:

nicht zu verfressene feiertage :wink:
bernd

moin fritze,
ich war leider gezwunger maßen 2 tage offline- vielleicht
siehst du ja auch jetzt noch…

Ja, danke :smile:

nicht zu verfressene feiertage :wink:
bernd

Zu spät :smile:

Gruß & guten Rutsch

Fritze