Loriot

Am 25.4. in der ARD gab es eine Loriotsendung. In dieser hat er ein wunderbares Weihnachtsgedicht aufgesagt. Kennt jemand den Ursprung oder gibt es das Gedicht sogar im Internet.
MfG Peter

Hallo Peter,

ich habe zwar die Sendung nicht gesehen, aber es gibt ein Adventsgedicht von Loriot, das heißt „Advent“ und fängt an mit „Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken…“ und geht dann darum, wie eine Försterin ihren Gatten ermordet, zerteilt und ihn als Geschenke verpackt Knecht Ruprecht mitgibt. Meinst Du das? Das ist auf jeden Fall in einem kleinen Reclam-Band von Loriot drin, der heißt „Menschen, Tiere, Katastrophen“ und kostet bummelige 6,- DM, glaube ich. Vielleicht findest Du es ja auch im Internet, ansonsten kannst Du mich anmailen, ich habe den kompletten Text zuhause, kann ich Dir raussuchen, wenn es das ist, welches Du meinst.

Gruß, Fabienne

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Hallo,

meinst Du das hier? Zwar nicht Weihnachten…aber fast

Advent
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
Häuft sich ein kleiner wei er Zipfel.

Und dort vom Fenster her durchbricht
Den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
Die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
Hat sie den Förster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege
Seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh’,
Das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie - direkt von vorn
Den Gatten über Kimm und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
Zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
Da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
Den Gatten sauber zu zerteilen.

Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
Nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -

Behält ein Teil Filet zurück
Als festtägliches Bratenstück
Und packt zum Schluß, es geht auf vier
Die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt’s von fern wie Silberschellen,
Im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
Im Schnee noch seine Runde macht?

Knecht Ruprecht kommt mit gold’nem Schlitten
Auf einem Hirsch herangeritten!
„He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
Die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
Doch seine Frau steht schon bereit:
„Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
Ein Sternlein blinkt - es ist Advent.

Loriot

kurz und knapp
‚Zickezacke,
Hühnerkacke‘

sagt ein Kind vor dem
Weihnachtsbaum auf.

thomas