Verhalten bei lästigen Reportern?

Hab grad wieder eine „Reportage“ gesehen,
wo sich ein Reporter über die „Dummheit“
von Passanten lustig macht.

Das mag ja interessant sein, aber versetzt
man sich in so ein Opfer, ists nicht mehr
lustig. Tausende Menschen sehen, wie man
vera*** wird.

Wie würdet ihr euch in so einem Fall verhalten?

Gruss, Marco

Servus,

rechtlich ist die Sache ziemlich klar - du musst - zumindest im Nachhinein deine Einwilligung geben.

http://www.filmfibel.de/web/regisseur/fallr14a.shtml
http://www.diagonale.at/jart/projects/dialog-2005/ma…

Wird dennoch ausgestrahlt können die Kameraden ziemliche probs bekommen und machen es daher auch selten.

Bei denen, die bei versteckten Kameras u.ä. mitmachen (so die Szenen nicht gestellt sind!) überwiegt die Lust „mal im Fernsehen“ zu sein bei weitem die eventuelle Schamgrenze. Jeden Tag mehrfach in sogenannten Talkshows zu bewundern!

Gruss aus Wien, jenny

Hi,

rechtlich ist die Sache ziemlich klar - du musst - zumindest
im Nachhinein deine Einwilligung geben.

in den beschriebenen Fällen sieht es anders aus. Die Kamera ist nicht versteckt. Die Passanten werden überrumpelt, kennen die Rechtslage nicht und kommen durch das Überraschungsmoment - besonders wenn es sich nicht um die allerhellsten Zeitgenossen handelt - gar nicht erst darauf, dass sie einer Ausstrahlung widersprechen können.

Da die Kamera ganz offen auf den Interviewten gerichtet war, kann dann von einer mutmaßlichen Einwilligung ausgegangen werden; eine explizite Genehmigung muss dann nicht eingeholt werden. Das ist das perfide an der Methode.

lemmy

Hi,

Da die Kamera ganz offen auf den Interviewten gerichtet war,
kann dann von einer mutmaßlichen Einwilligung ausgegangen
werden; eine explizite Genehmigung muss dann nicht eingeholt
werden.

stimmt so nicht!! nur wissen es halt die wenigsten.

Zitat:
_Recht am eigenen Bild
Das Privatleben und die Intimsphäre von Menschen sind besonders geschützt. Das Bild von Menschen darf grundsätzlich nicht ohne deren Einwilligung verbreitet werden. Ausnahmen: Über die Privatsphäre darf berichtet werden, wenn ein ernsthaftes öffentliches Interesse bessteht. Das gilt für „Personen des Zeitgeschehens“: Sportler, Staatsoberhäupter, Schauspieler, Sänger.
Ausnahmen sind auch Demonstrationen und öffentliche Veranstaltungen. Wer zu einer Demonstration geht, kann natürlich ohne Einverständniserklärung gefilmt werden. Wenn die Personen nur „Beiwerk“ auf der Fußgängerzone, im Museum oder in einem Park sind, können sie auch ohne Einverständnis gefilmt werden. Sie dürfen dann aber nicht im Mittelpunkt stehen oder Hauptgegenstand des Bildes werden. _

(Hervorhebungen von mir)

aus:http://www1.ndr.de/ndr_pages_std/0,2570,OID505056_RE…
(auf Persönlichkeitsrechte runterscrollen)

lg.j.

zum link
vergessen:
auf dem link muss man das stichwort Persönlichkeitsrechte eingeben.
j.

einst
Hallo GMarco,

einst, es war in München, wurde ich auf offener Strasse von einem Reporter dämlich angequatscht (der Typ mit der Kamera stand direkt daneben und dann noch einer mit allerlei Gerät).

Ich fragte ihn höflich ob ich ihm, für die „dämliche Anquatsche von der Seite“ sofort ein`s auf Maul hauen soll oder ob sie zuerst die Kamera ausschalten wollen.

Die Kameraden drehten sich sofort und ohne jegliches weitere Wort ab und suchten sich flugs ein anderes Opfer.

Mein „Na also, geht doch“, wurde mit einem etwas gequälten Grinsen aber wortlos beantwortet.

Im Nachhinein taten mir die Jungs ein wenig leid, sie haben doch auch nur einen Auftrag (vom Sender oder wem auch immer) und machen das wohl kaum aus persönlichem Spaß. Und dann kommt so ein Arschloch wie ich und gibt`s ihnen böse. Ach, ich bin ein schlimmer Finger.

Gruss
Ray

Servus, Ray:smile:

genauso macht man es…*lach*…die Kerlchens halten das schon aus!!!
streng genommen dürften sie nämlich ungefragt nicht mal deine Ablehnung senden - also wenn man im TV sieht, wie jemandem ein Mikro unter die Nase gehalten wird und derjenige sagt „Kein Kommentar“, dürfte schon das nicht wirklich rausgehen - aber wo kein Kläger, da kein Richter.
Was anderes ist es, wenn dich ein Reporter bei laufender Kamera fragt: „Dürfen wir sie was fragen“ - wenn du da deine Zustimmung signalisierst, kannst du dich u U. später schwer wieder rauswinden.

In jedem Fall sollte man sich aber - trotz der Schrecksekunde - genau die TV-Anstalt merken, bzw. erfragen, sowie den Namen des Redakteurs der geplanten Sendung. Oft reicht das schon, dass eventuell *vera…ende* Beiträge nicht gesendet werden. Auch ein nachträglicher Anruf bei dem zuständigen Redakteur (natürlich vor der Ausstrahlung) mit dem Hinweis auf das Recht am eigenen Bild kann das Schlimmste verhindern.

lieben Gruss, jenny

Hi Jenny,

Da die Kamera ganz offen auf den Interviewten gerichtet war,
kann dann von einer mutmaßlichen Einwilligung ausgegangen
werden; eine explizite Genehmigung muss dann nicht eingeholt
werden.

stimmt so nicht!! nur wissen es halt die wenigsten.

dein Link widerspricht meiner Aussage nicht. Ich habe nicht behauptet, dass keine Einwilligung vorliegen muss. Wenn allerdings in der Fußgängerzone eine Kamera auf dich gerichtet wird, du auf eine Frage ins Mikrofon antwortest und dann nicht ausdrücklich verlangst, dass das gedrehte Material nicht gesendet wird, benötigt der Sender zur Ausstrahlung keine explizite Einwilligung. Da du kooperiert hast reicht, wie ich auch in meinem letzten Posting bereits geschrieben habe, die Mutmaßung, dass dein Einverständnis gegeben ist.

Und genau um diese Situation dreht es sich bei der Ausgangsfrage.

lemmy

Servus, Lemmy:smile:

Da du kooperiert hast reicht, wie ich
auch in meinem letzten Posting bereits geschrieben habe, die
Mutmaßung, dass dein Einverständnis gegeben ist.

sowas Ähnliches habe ich auch in meiner Antwort an Ray geschrieben, da hast du natürlich Recht.

Und genau um diese Situation dreht es sich bei der
Ausgangsfrage.

Leider weiss ich nicht genau, um welche Sendung es sich bei der Ausgangsfrage handelt.
Mir geht es lediglich darum, aufzuzeigen, dass man nicht prinzipiell wehrlos ist!!!

lg.jenny

Wie würdet ihr euch in so einem Fall verhalten?

Hi Marco!
Das hängt natürlich von der Frage ab. Wenn sie lautet: „Glauben Sie an Trolle?“, würde ich sagen: „Hab von ihnen gehört.“
„Was halten Sie von Trollen?“ - „Sind lustige Typen.“
„Finden Sie, man sollte Trolle bekämpfen?“ - „Nein, warum denn?“
„Die sind doch lästig.“ - „Nur, wenn man sie beachtet.“
„Was bewundern Sie am meisten an Trollen?“ - „Dass sie alles wissen.“
„Möchten auch Sie gerne ein Troll sein?“ - „Manchmal schon.“
„Wo gibt es die meisten Trolle?“ - „Im Fernsehen und in der Politik“
„Danke für Ihre Meinung!“ - „Gern geschehn“

Elektroschocker! :smile:))

Elektroschocker! :smile:))

Regenschirme sollen auch schon ihre Wirkung gezeigt haben …