Hi Christopher,
Gibt es in Deutschland eigentlich noch eigene Ideen
Ueber deutsche Produktionen wird sich lange nicht so oft unterhalten
Ist deutsches Fernsehen wirklich so schlecht?
du vermischst grundlos zwei Aspekte, nämlich Quantität
und Qualität. Hinzu kommt deine selektive Wahrnehmung,
dass über irgendwelche Serien mehr gesprochen werde als über
sonstige Sendungen.
Das stimmt schon, aber hier im Brett waren halt einige Artikel wie „hab gestern das Ende von ‚Buffy‘ verpasst, wie ging’s aus?“ oder Diskussionen ueber ‚Angel‘, ‚CSI‘ und was weiss ich noch alles.
Mir ist sehr wohl klar, dass das nicht repraesentativ ist. Aufgefallen ist mir das auch erst bei „Teufels Kueche“, das ist so offensichtlich abgekupfert (selbst der Name), dass ich dachte ich frag’ halt 'mal… 
Du siehst: Es liegt am Personenkreis, den man als
Maßstab nimmt. wer-weiss-was ist gewiss so unrepräsentativ wie
mein oder dein Bekanntenkreis.
Das ist klar.
Einen weiteren Aspekt möchte ich gerade rücken: Es ist
unzutreffend, dass die von dir genannten Sendungen zu den
besonders erfolgreichen im deutschen Fernsehen gehören.
Einschaltquoten hab’ ich nicht gecheckt, gebe ich zu. Aber wenn jahrelang ueber „Buffy“ diskutiert wird dachte ich mir halt, dass da ein gewisser Anteil vorhanden sein muss, sonst waere es doch abgesetzt worden, oder?
Wenn man
Sportsendungen, Nachrichten/Informationssendungen und „Wer
wird Millionär?“ (als Import) rausrechnet,
Selbst hier wird doch gekupfert. Ich hab’ mir seinerzeit gern Harald Schmitt angeguckt, warum musste aber die Studiodekoration von den Amis abgeguckt werden? DAS sind halt Sachen die ich nicht verstehen kann!
Öffentlich-Rechtlichen. Auf Platz 1: „Wetten, dass…?“,
urdeutsche Show-Idee. Soweit zur Quantität, so unterhält sich
Deutschland.
Solche ‚ur-irischen‘ Sendungen gibt’s hier auch…*grins*
Zur Qualität: Du willst mir nicht erzählen, dass eine der vier
von dir namentlich benannten Sendungen besonders hochwertige
Fernsehunterhaltung wäre.
Nein, das waren wirklich nur Beispiele die mir so auf die Schnelle einfielen. Ich oute mich - ich habe noch nie eine ‚Big-Brother‘ Folge vollstaendig gesehen, eine ganze Serie schon gar nicht - mir ist das schlicht zu bloed.
Aber ueber Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten, es liest ja auch niemand die Zeitung mit den 4 Buchstaben…
Fazit: Die Frage „Gibt es in Deutschland eigentlich
noch eigene Ideen?“ lässt sich so pauschal nicht beantworten,
da neben reichlich Import durchaus vielversprechende Formate
(weiteres Beispiel: „Dittsche“) existieren.
Hatte ich auch nicht erwartet, um ehrlich zu sein. Mir ist halt nur aufgefallen, dass es im Laufe der Jahre immer mehr wird.
Ich würde mir
sogar ein Nein abringen, im Gegensatz zu der Frage „Schauen
die meisten Menschen mehrheitlich Schrott?“.
Das ist hier keinen Tropfen besser. Ihr koennt Euch noch gluecklich schaetzen, dass zumindest nach einer gewissen Uhrzeit keine Werbung mehr auf den oeffentlich-rechtlichen kommt. Wir werden damit staendig zugemuellt, bei manchen Sendungen nimmt das amerikanische Ausmasse an (alle 8 Minuten).
Wie gesagt, es ist mir nur verstaerkt aufgefallen. Schliesslich aendern sich Meinungen und Geschmaecker auch im Laufe der Jahre. War ich doch ein vehementer Verfechter von Synchronisierungen auslaendischer Filmproduktionen in Deutschland (als ich vor knapp 8 Jahren hier aufschlug) - ich kann synchronisierte Filme heutzutage nicht mehr ertragen. Sit-Coms kann ich mir nicht 'mal angucken, Wortspielereien lassen sich nun 'mal nicht uebersetzen. Aber das ist ein anderes Thema.
Als ich hier im Bekanntenkreis von ‚Loriot‘ als ‚deutschem Komiker‘ erzaehlt habe wurde ich auch ziemlich veraeppelt - das sei „ein Widerspruch in sich, Deutsche koennen nicht lustig sein“. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen & habe mir ‚Loriot‘ auf Video schicken lassen und siehe da - Deutsche haben Humor! 
liebe Gruesse,
Astrid