Deutsches Fernsehen

Hi,

'mal so eine ganz allgemeine Frage: Gibt es in Deutschland eigentlich noch eigene Ideen fuer Spiel-Shows, Quiz-Sendungen und „Unterhaltungssendungen“ (z.B. Big Brother - ueber den Unterhaltungswert laesst sich streiten, ich weiss *g*)?

Ich lebe ja nun schon eine Weile nicht mehr in Germanien aber die Fragen hier sind so oft ueber Sendungen die offensichtlich bei den Amis oder auf unser Nachbarinsel (GB) abgekupfert wurden das es richtig auffaellt… Gestolpert bin ich drueber beim Posting ueber „Teufels Kueche“, heisst in GB „Hell’s Kitchen“ (wird dort auch produziert) und wird bei uns auch ausgestrahlt.

Haben die Sender keine eigenen Ideen mehr? Ueber deutsche Produktionen wird sich lange nicht so oft unterhalten wie ueber „Desperate Housewives“, „Sex In The City“, „Charmed“ and God knows what. Ist deutsches Fernsehen wirklich so schlecht?

fragt sich
Astrid

Hallo Astrid,

Gibt es in Deutschland eigentlich noch eigene Ideen
Ueber deutsche Produktionen wird sich lange nicht so oft unterhalten
Ist deutsches Fernsehen wirklich so schlecht?

du vermischst grundlos zwei Aspekte, nämlich Quantität und Qualität. Hinzu kommt deine selektive Wahrnehmung, dass über irgendwelche Serien mehr gesprochen werde als über sonstige Sendungen. Mir ist nicht genau bekannt, seit wann die einzelnen Serien in Deutschland ausgestrahlt werden, aber ich bin in den letzten drei, vier Jahren allerhöchstens zwei oder drei Mal bei einem Gespräch über eine der Sendungen zugegen gewesen. Du siehst: Es liegt am Personenkreis, den man als Maßstab nimmt. wer-weiss-was ist gewiss so unrepräsentativ wie mein oder dein Bekanntenkreis.

Einen weiteren Aspekt möchte ich gerade rücken: Es ist unzutreffend, dass die von dir genannten Sendungen zu den besonders erfolgreichen im deutschen Fernsehen gehören. Sämtliche von dir genannten Sendungen sind weit davon entfernt, Gesamtmarktanteile von über 15% oder Zuschauerzahlen von über 3 Millionen zu erreichen. Was „Charmed“ oder „Desperate Housewives“ angeht, würde ich die Quoten bisher sogar als mies bezeichnen, wenngleich es im Bereich 14-49 jeweils ein bisschen besser aussieht. Die Eingrenzung 14-49 ist allerdings leicht irreführend, da es über 40 und bei Männern flau aussieht. Kann sein, dass eine internetaffine Gruppe darüber stark diskutiert, aber wirklich viele schauen das nicht (und darauf kommt’s an!).

Ein Blick auf die nach Zuschauern erfolgreichsten Sendungen des letzten Monats zeigt, dass diese ohnehin kaum auf dem Show- oder nicht-filmischen Unterhaltungssektor liegen. Viele sind Formate, die sich meines Erachtens auf kein konkretes nationales Vorbild zurückführen lassen. Wenn man Sportsendungen, Nachrichten/Informationssendungen und „Wer wird Millionär?“ (als Import) rausrechnet, bleiben vor allem Sendungen wie öffentlich-rechtliche Krimis(erien) („Der Alte“, „Tatort“), sonstige öffentlich-rechtliche Serien („Der Dicke“, „Um Himmels Willen“), Filme auf Privatsendern („Herr der Ringe“, „Signs“) und öffentlich-rechtlicher Romantikschund (Rosamunde Pilcher, Hedwig Courts-Mahler) übrig. Ebenfalls nicht schlecht dabei: Volksmusik bei den Öffentlich-Rechtlichen. Auf Platz 1: „Wetten, dass…?“, urdeutsche Show-Idee. Soweit zur Quantität, so unterhält sich Deutschland.

Zur Qualität: Du willst mir nicht erzählen, dass eine der vier von dir namentlich benannten Sendungen besonders hochwertige Fernsehunterhaltung wäre. Wir wollen doch – ohne diesen Sendungen die Existenzberechtigung abzusprechen – nicht unterschlagen, dass sie vor allem der feierabendlichen Berieselung dienen. Eine Kombination von Information mit Unterhaltung oder letztgenannter mit Humor auf nachpubertärem Niveau bzw. Gesellschaftskritik ist selten. Christian hat „Genial daneben“ genannt, das einer der wenigen Lichtblitze ist, die nichtsdestotrotz kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Unterhaltung – ich nähere mich deiner Ausgangsfrage: Deutsches Fernsehen = einfallslos? – mehrheitlich entweder als Krawall-Schwachsinn (Private) daherkommt, komplett daniederliegt oder nur ab 60 zu genießen ist (Öffentlich-Rechtliche).

Fazit: Die Frage „Gibt es in Deutschland eigentlich noch eigene Ideen?“ lässt sich so pauschal nicht beantworten, da neben reichlich Import durchaus vielversprechende Formate (weiteres Beispiel: „Dittsche“) existieren. „Ist deutsches Fernsehen wirklich so schlecht?“ kann man mit einem Blick auf die vier meistgesehenen Kanäle kaum beantworten. Ich würde mir sogar ein Nein abringen, im Gegensatz zu der Frage „Schauen die meisten Menschen mehrheitlich Schrott?“. Die wenig zufrieden stellende Lage auf dem Feld der Unterhaltung wird – man blicke in die Dritten oder sehe sonstige Spartenkanäle – auf anderen Gebieten durchaus aufgewogen. Dort wird Qualität gesendet, nicht nur, aber auch, vor allem aber nicht für Millionen von Zuschauern, sondern fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dass beides selten zusammentrifft, ist nicht neu.

Beste Grüße
Christopher

Hi,

'mal so eine ganz allgemeine Frage: Gibt es in Deutschland
eigentlich noch eigene Ideen fuer Spiel-Shows, Quiz-Sendungen
und „Unterhaltungssendungen“ (z.B. Big Brother - ueber den
Unterhaltungswert laesst sich streiten, ich weiss *g*)?

ja, z.B. http://www.genial-daneben.de

Gruß,
Christian

Hi Christopher,

Gibt es in Deutschland eigentlich noch eigene Ideen
Ueber deutsche Produktionen wird sich lange nicht so oft unterhalten
Ist deutsches Fernsehen wirklich so schlecht?

du vermischst grundlos zwei Aspekte, nämlich Quantität
und Qualität. Hinzu kommt deine selektive Wahrnehmung,
dass über irgendwelche Serien mehr gesprochen werde als über
sonstige Sendungen.

Das stimmt schon, aber hier im Brett waren halt einige Artikel wie „hab gestern das Ende von ‚Buffy‘ verpasst, wie ging’s aus?“ oder Diskussionen ueber ‚Angel‘, ‚CSI‘ und was weiss ich noch alles.

Mir ist sehr wohl klar, dass das nicht repraesentativ ist. Aufgefallen ist mir das auch erst bei „Teufels Kueche“, das ist so offensichtlich abgekupfert (selbst der Name), dass ich dachte ich frag’ halt 'mal… :smile:

Du siehst: Es liegt am Personenkreis, den man als
Maßstab nimmt. wer-weiss-was ist gewiss so unrepräsentativ wie
mein oder dein Bekanntenkreis.

Das ist klar.

Einen weiteren Aspekt möchte ich gerade rücken: Es ist
unzutreffend, dass die von dir genannten Sendungen zu den
besonders erfolgreichen im deutschen Fernsehen gehören.

Einschaltquoten hab’ ich nicht gecheckt, gebe ich zu. Aber wenn jahrelang ueber „Buffy“ diskutiert wird dachte ich mir halt, dass da ein gewisser Anteil vorhanden sein muss, sonst waere es doch abgesetzt worden, oder?

Wenn man
Sportsendungen, Nachrichten/Informationssendungen und „Wer
wird Millionär?“ (als Import) rausrechnet,

Selbst hier wird doch gekupfert. Ich hab’ mir seinerzeit gern Harald Schmitt angeguckt, warum musste aber die Studiodekoration von den Amis abgeguckt werden? DAS sind halt Sachen die ich nicht verstehen kann!

Öffentlich-Rechtlichen. Auf Platz 1: „Wetten, dass…?“,
urdeutsche Show-Idee. Soweit zur Quantität, so unterhält sich
Deutschland.

Solche ‚ur-irischen‘ Sendungen gibt’s hier auch…*grins*

Zur Qualität: Du willst mir nicht erzählen, dass eine der vier
von dir namentlich benannten Sendungen besonders hochwertige
Fernsehunterhaltung wäre.

Nein, das waren wirklich nur Beispiele die mir so auf die Schnelle einfielen. Ich oute mich - ich habe noch nie eine ‚Big-Brother‘ Folge vollstaendig gesehen, eine ganze Serie schon gar nicht - mir ist das schlicht zu bloed.

Aber ueber Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten, es liest ja auch niemand die Zeitung mit den 4 Buchstaben…:wink:

Fazit: Die Frage „Gibt es in Deutschland eigentlich
noch eigene Ideen?“ lässt sich so pauschal nicht beantworten,
da neben reichlich Import durchaus vielversprechende Formate
(weiteres Beispiel: „Dittsche“) existieren.

Hatte ich auch nicht erwartet, um ehrlich zu sein. Mir ist halt nur aufgefallen, dass es im Laufe der Jahre immer mehr wird.

Ich würde mir
sogar ein Nein abringen, im Gegensatz zu der Frage „Schauen
die meisten Menschen mehrheitlich Schrott?“.

Das ist hier keinen Tropfen besser. Ihr koennt Euch noch gluecklich schaetzen, dass zumindest nach einer gewissen Uhrzeit keine Werbung mehr auf den oeffentlich-rechtlichen kommt. Wir werden damit staendig zugemuellt, bei manchen Sendungen nimmt das amerikanische Ausmasse an (alle 8 Minuten).

Wie gesagt, es ist mir nur verstaerkt aufgefallen. Schliesslich aendern sich Meinungen und Geschmaecker auch im Laufe der Jahre. War ich doch ein vehementer Verfechter von Synchronisierungen auslaendischer Filmproduktionen in Deutschland (als ich vor knapp 8 Jahren hier aufschlug) - ich kann synchronisierte Filme heutzutage nicht mehr ertragen. Sit-Coms kann ich mir nicht 'mal angucken, Wortspielereien lassen sich nun 'mal nicht uebersetzen. Aber das ist ein anderes Thema.

Als ich hier im Bekanntenkreis von ‚Loriot‘ als ‚deutschem Komiker‘ erzaehlt habe wurde ich auch ziemlich veraeppelt - das sei „ein Widerspruch in sich, Deutsche koennen nicht lustig sein“. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen & habe mir ‚Loriot‘ auf Video schicken lassen und siehe da - Deutsche haben Humor! :smile:

liebe Gruesse,
Astrid

Hallo Astrid

Das stimmt schon, aber hier im Brett waren halt einige Artikel
wie „hab gestern das Ende von ‚Buffy‘ verpasst, wie ging’s
aus?“ oder Diskussionen ueber ‚Angel‘, ‚CSI‘ und was weiss ich
noch alles.

Ich denke, da muss man auch unterscheiden zwischen Serien wie Buffy etc. und Shows wie ‚Wer wird Millionär‘, ‚Teufels Küche‘ etc.

TV-Serien werden ja nicht nur in Deutschland eingekauft, synchronisiert und ausgestrahlt. Auch in anderen Ländern wird das gemacht. Wenn dann aber RTL o.ä. eigene Serien produzieren, erkennt man häufig, von welcher erfolgreichen US-Serie das Zeug inspiriert wurde.

Dass Show-Konzepte, die im Ausland erfolgreich sind, eingekauft werden, ist auch nichts Neues. Bei ‚Wer wird Millionär‘ oder ‚Teufels Küche‘ wurde ja nicht abekupfert, sondern da wurde das Sende-Konzept lizenziert. Bei ‚Big Boss‘ hat RTL die Lizenz von ‚The Apprentice‘ eingekauft, Pro 7 hat da wohl den kürzeren gezogen und dann ein Plagiat gemacht. Und obwohl das noch vor Big Boss lief, war es ein massiver Flop, so dass es nach nur einer Folge abgesetzt wurde.

Mir ist sehr wohl klar, dass das nicht repraesentativ ist.
Aufgefallen ist mir das auch erst bei „Teufels Kueche“, das
ist so offensichtlich abgekupfert (selbst der Name), dass ich
dachte ich frag’ halt 'mal… :smile:

Nein, eben nicht abgekupfert. Heutzutage ist es so, dass Sende-Konzepte urheberrechtlich geschützt sind/werden und dann andere Sender in anderen Ländern eine Lizenz einkaufen müssen, um die Sendung ebenfalls produzieren zu dürfen. Da wird dann auch alles bis ins Detail vorgeschrieben, inkl. Beleuchtung, Jingles etc. Guck Dir doch nur mal an, wie ‚Wer wird Millionär‘ daherkommt. Im ORF ist es genau gleich, nur der Moderator ist ein anderer.

Einschaltquoten hab’ ich nicht gecheckt, gebe ich zu. Aber
wenn jahrelang ueber „Buffy“ diskutiert wird dachte ich mir
halt, dass da ein gewisser Anteil vorhanden sein muss, sonst
waere es doch abgesetzt worden, oder?

Es wäre IMHO Blödsinn, wenn Serien wie Buffy nicht original gesendet würden, sondern von den Sendern selber gedreht werden müssten. In den USA ist es ja so, dass Filme, die in Europa erfolgreich sind, oftmals von Hollywood nachgemacht werden. Z.B. ‚Nachtwache‘, ein schwedischer Film. Für die USA wurde der neu gedreht, in Hollywood. Im Idealfall holen sie sich wenigstens den Regisseur des Originals…

Selbst hier wird doch gekupfert. Ich hab’ mir seinerzeit gern
Harald Schmitt angeguckt, warum musste aber die
Studiodekoration von den Amis abgeguckt werden? DAS sind halt
Sachen die ich nicht verstehen kann!

Wie würdest Du denn das Dekor für so einen Latenight-Talk gestalten?

Nein, das waren wirklich nur Beispiele die mir so auf die
Schnelle einfielen. Ich oute mich - ich habe noch nie eine
‚Big-Brother‘ Folge vollstaendig gesehen, eine ganze Serie
schon gar nicht - mir ist das schlicht zu bloed.

Big Brother ist ein gutes Beispiel. Endemol hat das Konzept ‚erfunden‘ und schützen lassen. Wenn in England jemand so eine Sendung machen will, muss er bei Endemol die Rechte erwerben. Genauso wie bei ‚Wer wird Millionär‘ die Rechte AFAIR in England sind, bei dem, der das erfunden hat. Und das Logo, die Jingles etc. ist alles bis ins Detail festgelegt.

AFAIK wurde Big Brother zuerst in Holland lanciert, dann in Deutschland. Andere Länder kamen erst später ‚dazu‘. Also sozusagen andersrum…

CU
Peter

kleine Korrektur…
Hallo Peter,

Z.B. ‚Nachtwache‘, ein schwedischer Film. Für die USA wurde
der neu gedreht, in Hollywood. Im Idealfall holen sie sich
wenigstens den Regisseur des Originals…

‚Nightwatch‘ ist im Original ein daenischer Film… :smile:)

liebe Gruesse,
Astrid

Hallo Astrid,

dass ich dachte ich frag’ halt 'mal… :smile:

immer eine gute Idee. Ich hoffe, du hast meine Antwort nicht als irgendwie bösartig, sondern als sachlich empfunden. Ich finde das ein spannendes Thema.

dass da ein gewisser Anteil vorhanden sein muss, sonst
waere es doch abgesetzt worden, oder?

Das ist so allgemein nicht zu beantworten. Je nach Sendezeit und Einkaufs-/Produktionspreis ist das eine schlichte Kosten-Nutzen-Rechnung. Setze ich die Sendung ab und bezahle sowohl Geld für nicht-ausgestrahlte Folgen, die ich aber eingekauft habe, als auch für Ersatzprogramm, dessen Erfolg ungewiss ist, oder lasse ich die Sendung einfach weiterlaufen? Gerade bei Nicht-Primetime-Sendungen, die einen gewissen Liebhaberkreis für sich beanspruchen können, entscheidet man sich offenbar gerne für Letzteres oder höchstens für eine zeitliche Umstrukturierung. Beispiel Buffy: Im Jahr 2003 lief die Sendung um 20:15 Uhr, inzwischen frühestens um 23:00 Uhr. Zu beiden Zeiten war nie viel mehr als 4-5% MA gesamt oder 9-10% MA 14-49 zu holen.

Harald Schmitt angeguckt, warum musste aber die
Studiodekoration von den Amis abgeguckt werden?

Ich muss zugeben, dass an mir die Dekoration ziemlich vorbeigeht. Klar, man hätte eine neue Idee ausarbeiten können, aber ich halte es für fraglich, ob sich der Aufwand gelohnt hätte. Harald Schmidt könnte auch aus der Fußgängerzone oder der Besenkammer moderieren. Die Leute wollen erfahrungsgemäß seine Gags hören und davon durch möglichst wenige Kinkerlitzchen abgelenkt werden. Also wählt man einen Deko-Typ, der preiswert einzurichten und bewährt ist. Warum nicht?

Aber ueber Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten,
es liest ja auch niemand die Zeitung mit den 4 Buchstaben…:wink:

Ich lese sie, wann ich immer ich sie kostenlos bekommen kann. Ich würde sogar behaupten, dass sie für aktuelle Journalisten Pflichtlektüre ist. Aber dafür Geld ausgeben? Ph! Selbst im Urlaub in französischen Kuhdörfern war fast immer eine deutsche Qualitätszeitung (FAZ, SZ, …) am Nachmittag des Veröffentlichungstages zu bekommen.

Wie gesagt, es ist mir nur verstaerkt aufgefallen.

Du hast sicher Recht, dass Formatideen anglo-amerikanischer Herkunft eine nicht unerhebliche Bedeutung zukommt. Davon bleibt kein Fernsehkonsument unberührt. Einen Aspekt habe ich noch vergessen: Am Beispiel „Wer wird Millionär?“ kann man im Vergleich mit den Ausgaben in Österreich, Frankreich, Polen oder Amerika (mehr habe ich noch nicht gesehen) erkennen, dass nicht das Konzept den Erfolg alleine macht, sondern vor allem der jeweilige Moderator das importierte Gerüst mit einer Fernsehanmutung seines Landes füllen muss. „WwM?“ lebt nicht vom amerikanischen Sound-Design oder von der Fragenleiter allein, sondern von der Art und Weise, wie Günther Jauch deutsche (Stereo-)Typen in deutschen Humor verpackt und präsentiert. Dass wir Deutsche das Konzept nicht erfunden haben, ist schade, für mich aber mäßig schlimm.

Viele Grüße
Christopher

Hi Christopher,

dass ich dachte ich frag’ halt 'mal… :smile:

immer eine gute Idee. Ich hoffe, du hast meine Antwort nicht
als irgendwie bösartig, sondern als sachlich empfunden. Ich
finde das ein spannendes Thema.

Nee, ganz im Gegenteil! Ich fand es sehr sachlich, danke. Du hast mir da schon einige Denkanstoesse gegeben.

Harald Schmitt angeguckt, warum musste aber die
Studiodekoration von den Amis abgeguckt werden?

Ich muss zugeben, dass an mir die Dekoration ziemlich
vorbeigeht. Klar, man hätte eine neue Idee ausarbeiten können,
aber ich halte es für fraglich, ob sich der Aufwand gelohnt
hätte. Harald Schmidt könnte auch aus der Fußgängerzone oder
der Besenkammer moderieren. Die Leute wollen erfahrungsgemäß
seine Gags hören und davon durch möglichst wenige
Kinkerlitzchen abgelenkt werden. Also wählt man einen
Deko-Typ, der preiswert einzurichten und bewährt ist. Warum
nicht?

Ich hab’ das ja in Deutschland auch nicht gewusst. Man guckt so selten ueber den eigenen Tellerrand bzw bekommt auch nicht immer Gelegenheit sich etwas anderes anzugucken. Bevor ich hierher kam habe ich im tiefsten Schleswig-Holstein (JWD) gewohnt, ausser bei gutem Wetter ab und zu daenisches Fernsehen gab’s da nicht viel ‚utlaendische Krom‘. Erst als ich hier anfing fernzusehen (hat 2 Jahre gedauert *grins*) hab’ ich irgendwann festgestellt, dass es so eine Show in den USA schon seit Jahrzehnten gibt, mit eben genau jener Deko. Aber Du hast Recht, es haette auch von sonstwo gesendet werden koennen.

Aber ueber Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten,
es liest ja auch niemand die Zeitung mit den 4 Buchstaben…:wink:

Ich lese sie, wann ich immer ich sie kostenlos bekommen kann.
Ich würde sogar behaupten, dass sie für aktuelle Journalisten
Pflichtlektüre ist. Aber dafür Geld ausgeben? Ph! Selbst im
Urlaub in französischen Kuhdörfern war fast immer eine
deutsche Qualitätszeitung (FAZ, SZ, …) am Nachmittag des
Veröffentlichungstages zu bekommen.

DAS ist z.B. etwas was mich hier in Eire erstaunt - Du wirst hier keine BILD-Zeitung bekommen!!! Es gibt die FAZ, Sueddeutsche etc. aber keine BILD, keine Ahnung wieso nicht. Es faellt halt auf weil man die sonst ueberall kriegt…

bleibt kein Fernsehkonsument unberührt. Einen Aspekt habe ich
noch vergessen: Am Beispiel „Wer wird Millionär?“ kann man im
Vergleich mit den Ausgaben in Österreich, Frankreich, Polen
oder Amerika (mehr habe ich noch nicht gesehen) erkennen, dass
nicht das Konzept den Erfolg alleine macht, sondern vor allem
der jeweilige Moderator das importierte Gerüst mit einer
Fernsehanmutung seines Landes füllen muss. „WwM?“ lebt nicht
vom amerikanischen Sound-Design oder von der Fragenleiter
allein, sondern von der Art und Weise, wie Günther Jauch
deutsche (Stereo-)Typen in deutschen Humor verpackt und
präsentiert. Dass wir Deutsche das Konzept nicht erfunden
haben, ist schade, für mich aber mäßig schlimm.

Auch hier stimme ich Dir voll und ganz zu. Vor ein paar Jahren haben die Iren eine Ausgabe auf einem Privatsender herausgebracht, trotzdem hatte die aus UK mehr Zuschauerzahlen. Der hiesige Moderator war einfach nicht besonders waerend der Brite wirklich gut ist.

Aehnliches trifft auf ‚Hell’s Kitchen‘ zu - ich bin normalerweise alles andere als ein Fan von diesen Shows aber der ITV Moderator, der durch die Sendung fuehrt, ist echt klasse. Alleine fuer seine Kommentare lohnt sich das Gucken!

liebe Gruesse von der Insel,
Astrid

Hallo Astrid

Z.B. ‚Nachtwache‘, ein schwedischer Film. Für die USA wurde
der neu gedreht, in Hollywood. Im Idealfall holen sie sich
wenigstens den Regisseur des Originals…

‚Nightwatch‘ ist im Original ein daenischer Film… :smile:)

Ach, ist doch fast das selbe… :wink:

Danke für den Hinweis.

CU
Peter

Hallo!

bleibt kein Fernsehkonsument unberührt. Einen Aspekt habe ich
noch vergessen: Am Beispiel „Wer wird Millionär?“ kann man im
Vergleich mit den Ausgaben in Österreich, Frankreich, Polen
oder Amerika (mehr habe ich noch nicht gesehen) erkennen, dass
nicht das Konzept den Erfolg alleine macht, sondern vor allem
der jeweilige Moderator das importierte Gerüst mit einer
Fernsehanmutung seines Landes füllen muss. „WwM?“ lebt nicht
vom amerikanischen Sound-Design oder von der Fragenleiter
allein, sondern von der Art und Weise, wie Günther Jauch
deutsche (Stereo-)Typen in deutschen Humor verpackt und
präsentiert. Dass wir Deutsche das Konzept nicht erfunden
haben, ist schade, für mich aber mäßig schlimm.

Auch hier stimme ich Dir voll und ganz zu. Vor ein paar Jahren
haben die Iren eine Ausgabe auf einem Privatsender
herausgebracht, trotzdem hatte die aus UK mehr
Zuschauerzahlen. Der hiesige Moderator war einfach nicht
besonders waerend der Brite wirklich gut ist.

Aehnliches trifft auf ‚Hell’s Kitchen‘ zu - ich bin
normalerweise alles andere als ein Fan von diesen Shows aber
der ITV Moderator, der durch die Sendung fuehrt, ist echt
klasse. Alleine fuer seine Kommentare lohnt sich das Gucken!

Ich habe bei meinen zwei Sprachferien in England (Cambridge) die Sendung „The weakest Link“ gesehen und die hat mir mit der Moderatorin sehr gut gefallen. Dann habe ich einmal, irgendwo in den Sat-Programmen die deutsche Kopie gesehen und war ziemlich enttäuscht.

mfg
chris

Weakest Link…
Hallo Chris,

DAS kann ich mir vorstellen, an Anne Robinson ist auch unschlagbar!!! :smile:)

liebe Gruesse,
Astrid

DAS kann ich mir vorstellen, an Anne Robinson ist auch
unschlagbar!!! :smile:)

Hallo Astrid!

DAs stimmt. Trotzdem gibt es Kopien von Anne. Im Libanon.
Lange rote Haare, schicke Brille, sueffisantes Laecheln.
In Suedafrika: kurze rote Haare, schicke Brille, sueffisantes Laecheln.

Trotzdem vermisse ich Anne jetzt schon. And the walk of shame.

:wink:
Gruesse
Elke