Ethik des Inselduells - mal anders

Hallo!

Letztens sah ich im Fernsehen das Inselduell, und dort war eine szene zu sehen, in der irgendwelche Psychologiestudentinnen zu angeln versuchten. Was mich gestört hat, war , wie unentschlossen und damit qualvoll die Fische getötet wurden.
Klar, es werden überall auf der welt Tiere u.U. leiden, aber sollte man zum Zwecke der bloßen Unterhaltung, und das ist es letzten Endes, denn die Situation ist ja künstlich hergestellt, Tiere unfachmännisch erschlagen lassen?

Ich finde schon, daß du ein wenig übertreibst, da der Fischfang an sich ja nicht der Unterhaltung diente! Allerdings muß ich dir recht geben, daß Mitlebewesen unter der Menschheit leiden müssen, sei es nun bei einem solch unproffesionellen Fischfang oder den Schlachttransporten! Die Leute denken halt nicht nach, es ist ihnen alles egal, solange sie ihren Spaß haben.
Meinst du. nur einer macht sich wie du Gedanken über diese Fischszene??? Ich habe das auch gesehen, und mir tat der Fisch schrecklich leid, aber so etwas kann schließlich auch an unseren heimischen Gewässern passieren, wenn Laien am Werk sind!
Das hat weniger mit der TV-Show zu tun!
Mach dir lieber Gedanken um Massentierhaltung und Schlachtviehtransporte, denn das ist wirklich grausam!
Galli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich denke, den Tierschutzaspekt allein aufzugreifen, geht am Kern meiner Kritik vorbei. Deswegen betonte ich ja, daß sicher Tierqüalerei auch vielerorts anders vorkommt. Der Fischfang diente der Unterhaltung, da die Situation, ihn in dieser weise durchführen zu müssen, ja durch eine Unterhaltungssendung forciert wurde. Und das ist der Punkt: Darf man den Unterhaltungswert einer Sendung über die Qualen der Tiere stellen? Ich finde, die Einstellung zu Lebewesen überhaupt wird durch so etwas besonders repräsentiert - das ist es, was mich stört und nicht ein paar karibische Fische.

(Was den reinen Tierschutzaspekt angeht, den du aufgegriffen hast, gebe ich dir zwar Recht, aber man kann immer sagen, fange doch erstmal woanders an - ein Massentierkonzern wird z.B. wiederum auf Dephinabschlachter in Japan zeigen usw.)

Hi Luiz,

Der Fischfang diente der Unterhaltung…

#Im Kern gebe ich Dir recht - aber was ist mit Hemingway’s „Der alte Mann und das Meer“? Im Grunde wissen Tierjäger und -töter selbst, dass Ihr Vorgehen unethisch ist, deswegen haben sie ja die Jägersprache erfunden, in der Blut als Schweiß und Tötung eines ungeschickt angeschossenen Tieres als Erlösung bezeichnet werden, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ich sage nur sarkastisch: „Die Hyäne zerfleischt ihr Opfer - der Jäger bricht das Wildbret auf.“
Im übrigen ist das ganze Inselduell ziemlicher Schwachsinn. Auf der angeblich „einsamen“ Insel im Indischen Ozean und nicht in der Karibik springen neben den Kandidaten auch Kameraleute. Beleuchter usw. herum, die sich sicher nicht mit Seegurken und Donnerbalken begnügen.
Schon die erste Folge zeigte, dass unmittelbar nach der Ankunft mit der Naturzerstörung begonnen wurde (Bäume gefällt, Seegurken aus dem Meer gerissen, Muscheln zerrissen).
Für die Macher ist es ja doch nur Füllmaterial ohne jeden inhaltlichen Wert zwischen den Werbeblöcken.
Gruß, Helmut

Hemmingway ist ein guter Aufhänger - er war ein begeisterter Anhänger des Stierkampfes, nur das der Stierkampf eben nicht dümmliche Unterhaltung ist, sondern eigentlich ein Gleichnis, bzw. Tieropfer, bei dem Gott das Opfer ablehnen kann (= der Stier gewinnt). Durch diese Herkunft haftet ihm ein spiritueller Background an. Solche Stiere (die einen Torero besiegt haben) werden entgegen landläufiger Meinung keinesfalls auch getötet. Natürlich kann man sich angewidert abwenden - doch ich glaube es schwingt dabei mit, daß in der Arena ja der Tod der eigentliche „Star“ ist und für uns in gewisser Weise „schamlos“ vorgeführt wird. Deswegen haftet der Ablehnung des stierkampfes etwas von der Heuchelei an, mit der wir das abgepackte Hähnchen schön frei von Blut (und Tod und Schuld) im supermarkt sehen wollen.
Man sollte dies wohl nicht vergleichen, denn Toreros töten (meist) gekonnt und entschlossen (Im Ggs. zu Studentinnen die Fische erschlagen), schließlich hängt u.a. genau davon ihr Ruhm ab.
Für einen qualvoll sterbenden Stier gibt`s kein Ohr oder gar einen Schwanz.

Ob das verwerflich ist, weiß ich nicht zu beurteilen, ich denke, man darf (möglichst schmerzfrei) töten, um zu essen aber nicht im Rahmen einer oberflächlichen Volksverdummung.

Hi Luiz,

Hemmingway ist ein guter Aufhänger - er war ein begeisterter
Anhänger des Stierkampfes, nur das der Stierkampf eben nicht
dümmliche Unterhaltung ist, sondern eigentlich ein Gleichnis,
bzw. Tieropfer, bei dem Gott das Opfer ablehnen kann (= der
Stier gewinnt).

#Wie oft kommt das vor? Ich habe keine Statistiken darüber, aber es ist doch klar, dass der Torero dem Stier von vornherein überlegen ist: er kann trainieren, zweckentsprechend handeln, ist bewaffnet usw., während der Stier nur seine Kraft und seine Instinkte hat.
:Solche Stiere (die einen Torero besiegt haben) werden entgegen landläufiger Meinung keinesfalls auch getötet.
#Vielleicht ja doch beim nächsten Kampf.
Natürlich kann man sich angewidert

abwenden - doch ich glaube es schwingt dabei mit, daß in der
Arena ja der Tod der eigentliche „Star“ ist und für uns in
gewisser Weise „schamlos“ vorgeführt wird.

#Eben, das ist ja das Perverse: Der Mensch fühlt Überlegenheit, wenn vor seinen Augen gestorben wird. Ich denke da an Gladiatorenkämpfe, öffentliche Hinrichtungen, aufeinandergehetzte Hähne und Hunde, Kriegs- und Gewaltfilme usw.

Deswegen haftet der Ablehnung des stierkampfes etwas von der Heuchelei an, mit der wir das abgepackte Hähnchen schön frei von Blut (und Tod und Schuld) im Supermarkt sehen wollen.
Man sollte dies wohl nicht vergleichen, denn Toreros töten
(meist) gekonnt und entschlossen (Im Ggs. zu Studentinnen die
Fische erschlagen), schließlich hängt u.a. genau davon ihr
Ruhm ab.
Für einen qualvoll sterbenden Stier gibt`s kein Ohr oder gar
einen Schwanz.

#Was fängt der gekonnt tötende Torero eigentlich dann mit Stierohr oder -schwanz an? Diese Trophäen sind doch ebenso unnütz wie z.B. Hirschgeweihe oder Rehköpfe an der Wand.

Ob das verwerflich ist, weiß ich nicht zu beurteilen, ich
denke, man darf (möglichst schmerzfrei) töten, um zu essen,
aber nicht im Rahmen einer oberflächlichen Volksverdummung.

#Da stimme ich dir zu. Ist aber das Festhalten an einem historischen entstandenen Tiertodeskult, der außer den Veranstaltern niemandem wirklich nützt, nicht auch eine Art Volksverdummung, da dem Volk suggeriert wird, Stierkampf sei etwas Edles, Schönes, Wichtiges, kulturell Wertvolles?

Gruß, Helmut