Film 'Das Urteil' gestern auf Pro7

Hallo,

es ist mir ja sehr peinlich, aber ich bin gestern bei der letzten Werbepause gegen 22.30Uhr eingeschlafen und habe so leider das Ende dieses Films nicht mehr mitbekommen.

Letzter Stand: die Verteidigung wollte das „Angebot“ der Erpresserin von 10 Mio annehmen, die dann allerdings auf 15 Mio aufgestockt hat.
Die Klägerseite, Dustin Hoffman, sagte kurz vor der Werbepause ab und erklärte der Erpresserin, dass man auf das Angebot NICHT eingehen würde.

Vielen Dank schon mal!

Traveller

spoiler
Hi,

fand den Film ganz nett. Obwohl es im Roman wohl um Tabak geht :wink:

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Urteil_%28Film%29

_Fitch und Rohr stehen unter großem Druck, diesen wegweisenden Medienprozess zu gewinnen. Während Fitch auf den Deal eingeht und die geforderten Millionen überweist, lehnt Rohr das unmoralische Angebot ab. Unabhängig von dem transferierten Geld manipuliert Easter die Jury zu Gunsten der Klägerin, da seine Freundin und er eine offene Rechnung aus vergangen Tagen mit Fitch begleichen wollen. Damals starb Marlees Schwester bei einer Schießerei am College und Fitch sorgte dafür, dass die Opfer im Prozess zwischen der Stadt und dem Waffenhersteller leer ausgingen.

Letztlich werden der Klägerin Celeste Wood 110 Millionen Dollar zugesprochen._

Also das Ganze war eigentlich ein Rachefeldzug von Easter und Marlee gegen Fitch. Letzterer ist am Ende des Films auch am Boden zerstört, das Päärchen reibt dann die Transferbescheinigung des Bestechungsgeldes unter die Nase. Das Bestechungsgelde wollen die dann an die Angehörigen der o.g. Schießerei weitergeben.
Fitchs Schnüffler besucht noch Marlees Mutter und will den Geldtransfer stoppen, kommt aber zu spät.

Grüße,
J~

Hi,

fand den Film ganz nett. Obwohl es im Roman wohl um Tabak geht

Nicht nur. Es geht um das Jury-System (wer kam bloß
auf den deutschen Titel „Das Urteil“?).
Als unabhängiger Film, wie du sagst, nicht schlecht.
Aber das Buch ist viel besser. Da wird gezeigt, dass
es auch dem Anwaltteam der Anklage nur um Geld geht
(die astronomischen Verdienstmöglichkeiten, wenn „big tobacco“
das erste Mal verloren haben wird) und die innerhalb ihrer
(finanziellen) Grenzen genauso mit kalkulierten (und durchaus
dreckigen Mitteln) arbeiten.
Das Ganze auf den Rachefeldzug gegen Fitch* zu reduzieren,
ist wohl filmisch notwendig (?), aber wird dem Buch nicht
gerecht. Enttäuscht war ich deswegen von Dustin Hoffmann,
von dem ich einfach automatisch an eine Rolle mit mehr
Tiefgang erwarte.

*Auch im Buch geht es um einen Rachefeldzug gegen „big tobacco“
und dem Versuch, der Tabakindustrie das Handwerk zu legen,
also wesentlich größere Reichweite als nur darum, einem
windigen Juryberater das Handwerk zu legen.

Und das Ende, wenn Marlee und Nick den Schulkindern beim
Spielen zusehen - soooo kitschig. Da sind mir die im Buch
mit den vielen, vielen Millionen, die sie am Ende abkassieren,
viel sympathischer.

Gruß
Elke

zum glück hab ich mir den nicht angeguckt…hab das buch gelesen und is ja irgendwie blöd wenn die die handlung abändern…wäre ich autor (hier john grisham) würde ich denen die rechte so sicher nicht verkaufen

(wer kam bloß
auf den deutschen Titel „Das Urteil“?).

Hallo Elke,

wahrscheinlich, weil „Die Jury“ schon vergeben war. So ist das halt, wenn man versucht, Romantitel in zwei Wörtern darzustellen.
Deutscher Titel: Die Jury, Originaltitel: Runaway Jury.

Gruß,

Florian

Danke für die ausführliche Antwort, J~ ! (owT)
.

Hiho Elke,

Aber das Buch ist viel besser.

Leute die Bücher lesen finden diese immer besser :smile: Leute die das nicht tun so wie ich finden das nicht :wink:

Da wird gezeigt, dass
es auch dem Anwaltteam der Anklage nur um Geld geht

Hab den Film jetzt nicht so tiefgründig verfolgt, aber in ihm gehts irgendwie schon um „Gut gegen Böse“. Das ist sicher vereinfacht und filmtauglich gemacht, da hast du recht.

Und das Ende, wenn Marlee und Nick den Schulkindern beim
Spielen zusehen - soooo kitschig. Da sind mir die im Buch
mit den vielen, vielen Millionen, die sie am Ende abkassieren,
viel sympathischer.

Aber im Film haben sie die doch auch? Nur „spenden“ sie die :wink:

Grüße,
J~

Hi,

Hab den Film jetzt nicht so tiefgründig verfolgt, aber in ihm
gehts irgendwie schon um „Gut gegen Böse“. Das ist sicher
vereinfacht und filmtauglich gemacht, da hast du recht.

Aber die Guten sind nicht die Vertreter der Anklage,
sondern nur Marlee und Nick. Alle Anwälte sind hinter
dem großen Geld her. Die Witwe (in Buch eines Rauchers)
wurde ausgewählt von vielen Hinterbliebenen, weil der Fall
am ehesten versprach, gewonnen zu werden. Biloxi (nicht
New Orleans) wurde gewählt, weil der Staat Mississippi bessere
Gesetze für „corporate liability“ hat (also dass Firmen für
ihre Produkte verantwortlich sind). Das alles war von einem
Konglomerat von Anwälten geplant, die einen Fall
gewinnen müssen, und durch das amerikanische System von
Präzedenzfällen daraufhin bei den Tabakfirmen kassieren
können.

Und das Ende, wenn Marlee und Nick den Schulkindern beim
Spielen zusehen - soooo kitschig. Da sind mir die im Buch
mit den vielen, vielen Millionen, die sie am Ende abkassieren,
viel sympathischer.

Aber im Film haben sie die doch auch? Nur „spenden“ sie die :wink:

Im Buch nehmen sie die 10 Millionen, spekulieren über die
Caiman-Islands mit den rapide fallenden Tabakaktien, machen
irgendeinen unanständig hohen Betrag (100 Mio?) und überweisen
dann die ursprünglichen 10 Mio. an Fitch zurück.
Zu spenden gibt es nichts, weil es keine Opfer gibt (ihnen
ging es ja nicht um einen bestimmten Fall, zwar starben
Marlees Eltern an Lungenkrebs, aber da gab es kein Gerichts-
verfahren, ihnen ging es darum, dass Tabakfirmen dafür
bestraft werden, dass sie Menschen absichtlich abhängig
machen und die Gefahren ihres Produkts verheimlichen).

Wesentlich komplexer im Buch. Auch das Katz- und Mausspiel
zwischen Nick/Marlee und Fitch ist wesentlich einfallsreicher,
die anderen Geschworenen mehr als nur Statisten im Hintergrund
(klar, das ist im Film einfach nicht zu machen).
Ich habe die Diskussion über den Film bei imdb.com angelesen.
Wo, bitte, hat Dustin Hoffmann „brilliant“ gespielt?
Er hat kaum eine Rolle.
Trotzdem finde ich den Film ehrlich, weil er von vorneherein
so geändert wurde, dass eine Geschichte (nur halt eine andere
als im Buch) filmich überhaupt darstellbar war.
Geärgert hat mich der moralinsaure Schluss (der für amerikanische
Filme zugegebenermaßen sehr zurückhaltend war, aber dennoch
ziemlich kitschig).

Gruß
Elke

PS:
Ich hab das Buch zufällig vor ca. 1 Monaten auf
CD gehört, nachdem ich es vor ein paar Jahren
gelesen hatte. Deshalb ist das noch so frisch.

Holla

Aber das Buch ist viel besser.

Leute die Bücher lesen finden diese immer besser :smile: Leute die
das nicht tun so wie ich finden das nicht :wink:

Nenene!
Das was zuerst kommt, ist besser! Film zum Buch -> Buch besser; Buch zum Film, irgendein Hilfsschreiber hat das Script abgetippt und buchfertig gemacht -> Film besser :wink:

Ausnahmen bestätigen die Regel :smile:

Gruß, DW.