American psycho

hi

bestimmt habt ihr schon ausgiebig drüber diskutiert, aber mir sind einige fragen offen geblieben.
ist der film so zu verstehen, dass bateman in bestimten situationen einfach nur träumt und dann wieder in die realität zurückkommt?
oder fängt der traum am anfang an und hört auf, als man ihn zum zweitenmal beim aufstehen (duschen mit seinen hautschonenden lotions etc.) sieht?
seine sekretärin findet ja am ende -wohl in der realität- seine perversen zeichnungen. paul allen allerdings, also den er mit der axt umgelegt hat, ist auch nicht wieder da. sein anwalt behauptet zwar, er war mit ihm essen in london, aber er hält ja auch bateman für -wars stromberg?- und könnte somit Allen in london auch mit nem andern yuppie verwechselt haben.
komisch finde ich auch, dass bateman ihn total fertig anruft (nach seinem amoklauf, wo er auch die polizisten erschossen hat). diesen amoklauf wiederum kann ich auch nicht so ganz glauben, da er die polizisten in die luft sprengt mit seiner pistole. ebenfalls sher unrealistisch ist die szene, in der er die eine prostituierte mit der motorsäge bewirft und -natürlich- trifft.
und warum sagt die maklerin, dass paul allen nie in seinem appartement gewohnt hat und bateman nie wieder kommen solle?
ok, für die zentrale botschaft des films (zumindest so wie ich sie verstanden habe) sind diese details natürlich relativ belanglos aber ich bin trotzdem neugierig.

ist der film so zu verstehen, dass bateman in bestimten
situationen einfach nur träumt und dann wieder in die realität
zurückkommt?

Ja, ich fand auch, dass einem diese Interpretation im Film geradezu aufgedrängt wurde. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war das seinerzeit aber auch mein Favorit.

oder fängt der traum am anfang an und hört auf, als man ihn
zum zweitenmal beim aufstehen (duschen mit seinen
hautschonenden lotions etc.) sieht?

Grundsätzlich kann man, glaube ich, nicht von EINEM Traum reden. Ist schon eine Weile her, dass ich ihn gesehen habe, aber vielleicht ist das ja tatsächlich möglich.

seine sekretärin findet ja am ende -wohl in der realität-
seine perversen zeichnungen.

Steht allerdings natürlich nicht im Buch, weil das ja eine Ich-Erzählung ist. Ich denke, dass man das im Film gemacht hat, um eben zu verdeutlichen, dass er es nicht wirklich getan hat.

paul allen allerdings, also den
er mit der axt umgelegt hat, ist auch nicht wieder da. sein
anwalt behauptet zwar, er war mit ihm essen in london, aber er
hält ja auch bateman für -wars stromberg?- und könnte somit
Allen in london auch mit nem andern yuppie verwechselt haben.

Tja, das ist ja eben die Frage, die nach dem Film offen SOLL!

komisch finde ich auch, dass bateman ihn total fertig anruft
(nach seinem amoklauf, wo er auch die polizisten erschossen
hat). diesen amoklauf wiederum kann ich auch nicht so ganz
glauben, da er die polizisten in die luft sprengt mit seiner
pistole.

Naja, deshalb guckt er ja auch so dämlich auf seine Pistole. Im Buch findet er das übrigens auch etwas merkwürdig. Insofern also sehr werkgetreu gemacht. Ist m.E. auch ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass es gar nicht wirklich passiert.

ebenfalls sher unrealistisch ist die szene, in der er
die eine prostituierte mit der motorsäge bewirft und
-natürlich- trifft.

Ach, meinst Du echt!? :wink:

und warum sagt die maklerin, dass paul allen nie in seinem
appartement gewohnt hat und bateman nie wieder kommen solle?

Naja, siehe oben.
Ich denke, diese Szene ist -sowohl im Buch, als auch im Film- das überzeugendste Hinweis, dass es wohl alles nur in seinem Kopf passiert ist. Im Buch wundert er sich nämlich auch, dass rein gar nichts über all die Leichen in irgendeiner Zeitung bzw. Nachrichtensendung erwähnt wurde.
Warum sie ihm sagt, dass er nicht wiederkommen soll? Tja, war halt eine sehr merkwürdige Szene im Film…

ok, für die zentrale botschaft des films (zumindest so wie ich
sie verstanden habe) sind diese details natürlich relativ
belanglos aber ich bin trotzdem neugierig.

Leider wird Dir das nicht wirklich 100%ig jemand beantworten können. Wie gesagt- meine Interpretation des Buches war bereits, dass er sich alles nur einbildet.

Ich fand den Film übrigens recht gut gelungen, weil er sich sehr an das Buch gehalten hat. Dass er dabei letztendlich interpretiert und manche das völlig anders sehen, mag ja sein, aber die Aufregung so vieler Fans des Buches kann ich trotzdem nicht nachvollziehen, denn mit dieser Verfilmung kann ich (und Bret Easton Ellis offensichtlich auch) gut leben.
HOFee

P.S.: Sein letztes Buch, Glamorama, ist übrigens m.E. viel besser. Geht in eine ähnliche Richtung…