Die - aktuell - nervigste Werbung im Fernsehen

Hi!

Derzeit gibt es einen Werbespot, den ich, als ich ihn das erste Mal sah, einfach nicht glauben konnte:

Eine neue TV-Zeitschrift wird mit den Sätzen beworben: „Darauf hat die Welt gewartet. Endlich - weniger lesen, mehr fernsehen“

Und dann kam der Name der neuen TV-Zeitschrift, den ich Gottseidank erfolgreich verdrängt habe.

„Endlich weniger lesen“ - ticken die noch ganz sauber?

In Zeiten, wo die PISA-Studie belegt, wie schlimm es in diesem Lande bereits um die Lesefähigkeit der Schüler bestellt ist, das wird Lesen nun auch noch stigmatisiert, zu einer Last erklärt, als wahres Übel dargestellt.

In Zeiten, wo die Wirtschaftbosse wegen mangelnder Lesekompetenz der Auszubildenden die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

In Zeiten, wo die Analphabetenrate direkten Bezug zu beruflichen Möglichkeiten hat, in Zeiten, wo UN-Berichte aufzeigen, dass Überbevölkerung und Hungernöte in der Welt maßgeblich wegen des mangelhaften Bildungsstandes bestehen (je höher die Bildung einer Frau, desto stärker kontrolliert sie die Familienplanung), also in Zeiten wie diesen kommt eine neue Fernsehzeitung daher und propagiert „Endlich - weniger lesen“.

Wenn Dummheit weh tun würde, dann müssten die Macher und Verantwortlichen für diesen Werbespot den ganzen Tag über schreiend durch die Landschaft rennen. Diese TV-Zeitschrift jedenfalls kommt mir nicht ins Haus. Und ich hoffe, euch auch nicht. So etwas gehört ganz schnell vom Markt genommen!

Grüße
Heinrich

DSDS …
… ist die nervigste Werbung. Wobei mir nicht völlig klar ist, wofür geworben wird.

  • viel dumme Sprüche
  • manche blöde Fratze
  • dauert viel zu lange (die üblichen 40 Sek für Radaudio-Werbung würden auch reichen)
  • die Story ist sehr mangelhaft
  • die Dialoge sind lausig
  • die Schauspieler amateurhaft

Gruß

Stefan

Hallo,

mir ging es genau wie dir, als ich die Werbung zum ersten Mal gesehen habe. Ich glaub, ich hab sogar ein paar Sekunden mit offenem Mund dagesessen und konnt es irgendwie gar nicht glauben. Diese Werbung ist ein gutes Beispiel dafür, wie schlechte Werbung potentielle Kunden schon im Voraus vergraulen kann.

Prinzipiell würde mir das Produkt nämlich zusagen. Ich kaufe Fernsehzeitschriften u.a. deswegen nicht, weil mich einfach nicht interessiert, welche Prinzessin grade in welchem Suchtsumpf dümpelt oder welcher C-Promi seinen Partner mit wem betrogen hat. Ich sehe es nicht ein, für eine Zeitung Geld auszugeben, von der ich die Hälfte aus schlichtem Desinteresse nicht lese.

Das bedeutet nicht, dass ich nicht gern lese aber dafür gibt es Bücher. Die übersteigen i.d.R. das Niveau einer Fernsehzeitschrift und müssen auch nach einem Monat nicht weggeworfen werden, weil sie veraltet sind.

Grüße, *
Sue

Und schon hat die Werbung funktioniert.

Hi!

Derzeit gibt es einen Werbespot, den ich, als ich ihn das
erste Mal sah, einfach nicht glauben konnte:

Eine neue TV-Zeitschrift wird mit den Sätzen beworben: „Darauf
hat die Welt gewartet. Endlich - weniger lesen, mehr
fernsehen“

Und dann kam der Name der neuen TV-Zeitschrift, den ich
Gottseidank erfolgreich verdrängt habe.

„Endlich weniger lesen“ - ticken die noch ganz sauber?

Vielleicht bin ich auch ein wenig simpel gestrickt, aber ich finde, es ist klar, was gemeint ist. Diese Zeitschrift bietet wenig drumrum, reine Programminformation und wenn das dann noch mit einem günstigen Preis zusammen kommt, ist die Zeitschrift durchaus für mich interessant.

In Zeiten, wo die PISA-Studie belegt, wie schlimm es in diesem
Lande bereits um die Lesefähigkeit der Schüler bestellt ist,
das wird Lesen nun auch noch stigmatisiert, zu einer Last
erklärt, als wahres Übel dargestellt.

Nein, in Zeiten gerade des Internets ist nicht mehr die Beschaffung von Informationen schwierig sondern die Sortierung und Filterung, und wenn ein Medium die für mich wichtigen Infos kompakt bereit stellt, umso besser. Und wie wichtig manchen kurze Information ist, erkennst Du schon daran, dass hier manche ihr Posting mit einem Zusatz „Achtung, lang“ versehen. Ich lese gern und viel, aber doch keine zweiseitigen Kritiken über eine Vorabendserie.

In Zeiten, wo die Analphabetenrate direkten Bezug zu
beruflichen Möglichkeiten hat, in Zeiten, wo UN-Berichte
aufzeigen, dass Überbevölkerung und Hungernöte in der Welt
maßgeblich wegen des mangelhaften Bildungsstandes bestehen (je
höher die Bildung einer Frau, desto stärker kontrolliert sie
die Familienplanung), also in Zeiten wie diesen kommt eine
neue Fernsehzeitung daher und propagiert „Endlich - weniger
lesen“.

Es ist sehr elegant, dass Du den Zusatz „mehr fernsehen“ unterschlägst. Denn der erklärt m. E. die Intention. Man hätte auch sagen können „weniger suchen, schneller schauen“, das ist aber meines Wissens schon vom Wettbewerb belegt.

Zum anderen handelt es sich um eine Werbung für eine Fernsehzeitschrift und nicht um einen Jahresbericht der UNESCO oder ähnliches.

Wenn Dummheit weh tun würde, dann müssten die Macher und
Verantwortlichen für diesen Werbespot den ganzen Tag über
schreiend durch die Landschaft rennen. Diese TV-Zeitschrift
jedenfalls kommt mir nicht ins Haus. Und ich hoffe, euch auch
nicht. So etwas gehört ganz schnell vom Markt genommen!

Glaube einfach mal, dass nicht jede Werbung jedem gefallen muss. Und was Deine Hoffnung mit meinem Kaufverhalten zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht. Und genauso, wie ich versuche, meinen Einkauf nicht von guter Werbung steuern zu lassen, verzichte ich nicht auf ein interessantes Produkt, weil mir die Werbung nicht gefällt.

Im übrigen weiss ich nicht, wie Du darauf kommst, dass der Spot grundsätzlich doof ist. Wenn die Absatzzahlen dadurch besser werden, ist es legitim. Darüber hinaus haben sie mit dieser Diskussion, die Du hier angezettelt hast, schon den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Ein boshafter Mensch könnte darauf kommen, dass Du einfach zu doof bist, eine gute Werbung zu erkennen. Aber das ist vielleicht zuviel des guten.

Gruß

Alex

Hi!

Ein boshafter Mensch könnte darauf kommen, dass Du einfach zu
doof bist, eine gute Werbung zu erkennen. Aber das ist
vielleicht zuviel des guten.

Das wird’s sein. Danke für die Aufklärung.

(Das Fernsehen war einmal ein Medium, das von intelligenten Leuten für intelligente Leute gemacht wurde. Dann kam die zweite Phase: Nun wurde Fernsehen von intelligenten Leuten für dumme Leute gemacht. Mittlerweile befinden wir uns in der dritten Phase. Und die Fernsehzeitschriften passen sich diesem Veränderungsprozess nahtlos an).

Grüße
Heinrich (der Doofe)

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Hi!

Ein boshafter Mensch könnte darauf kommen, dass Du einfach zu
doof bist, eine gute Werbung zu erkennen. Aber das ist
vielleicht zuviel des guten.

Das wird’s sein. Danke für die Aufklärung.

Genau das hatte ich befürchtet. Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass Dinge, die Dir doof vorkommen, eben jene Werbung für eine Zeitschrift, vielleicht von jemandem anderen ganz anders verstanden werden. Es klang so, als ob es eine Schande für einen Menschen sei, diese Zeitschrift zu kaufen und ich wollte entgegensetzen, dass ich sowohl die Werbung anders beurteile als auch die Zeitschrift nach den in der Werbung genannten Gesichtspunkten interessant finde. Das somit das Urteil „doof“ nur ein sehr subjektives sein muss.

(Das Fernsehen war einmal ein Medium, das von intelligenten
Leuten für intelligente Leute gemacht wurde. Dann kam die
zweite Phase: Nun wurde Fernsehen von intelligenten Leuten für
dumme Leute gemacht. Mittlerweile befinden wir uns in der
dritten Phase. Und die Fernsehzeitschriften passen sich diesem
Veränderungsprozess nahtlos an).

Auch da muss ich widersprechen; wir haben heute eine wesentlich facettenreicheren Fernseh-Zeitschriftenmarkt als vor 25 oder 30 Jahren, als es nur Gong und Hörzu gab (oder wenige gleich gestaltete andere Zeitschriften). Heute kann sich jeder seine Lieblingsthemen spezialisiert anschauen (Filme, Serien, Doku etc.) Und auch die absolute Menge an Fernsehen für intelligente Menschen (was auch immer das ist) ist gestiegen. Nur gleichzeitig ist die absolute Menge an Fernsehen insgesamt wesentlich stärker gestiegen. Und die Intentionen für Fernsehen ist eine andere als noch zu Zeiten von reinen Öffentlich -Rechtlichen. Auch hier gilt: Schau nicht das, was geboten wird (wie damals notwenig, weil es eben nichts anderes gab) sondern selektiere Dein Programm aus der großen Masse und Du wirst genauso viele intelligente Sendungen finden wie vor 30 Jahren.

Grüße
Heinrich (der Doofe)

das hast Du jetzt aber geschrieben…

Gruß

ALex

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Hi!

Es klang so, als ob es
eine Schande für einen Menschen sei, diese Zeitschrift zu
kaufen und ich wollte entgegensetzen, dass ich sowohl die
Werbung anders beurteile als auch die Zeitschrift nach den in
der Werbung genannten Gesichtspunkten interessant finde. Das
somit das Urteil „doof“ nur ein sehr subjektives sein muss.

Bei mir klingt der Werbeslogan „Darauf hat die Welt gewartet: Endlich - weniger Lesen - mehr Fernsehen“, als ob es eine Schande oder ein Last ist, einen zusammenhängenden Text zu lesen.

Zum anderen:

von reinen Öffentlich -Rechtlichen. Auch hier gilt: Schau
nicht das, was geboten wird (wie damals notwenig, weil es eben
nichts anderes gab) sondern selektiere Dein Programm aus der
großen Masse […]

Um das tun zu können, sind Informationen notwendig. Informationen in einer Fernsehzeitschrift. Vorzugsweise in _geschriebener_ Form. Also etwas zum Lesen, was über Schlagwortniveau hinaus geht - oder großformatige bunte Bildchen. Aber „Lesen“? War da nicht was? Wollte die Zeitschrift nicht zum „weniger Lesen“ verleiten?

und Du wirst genauso viele intelligente Sendungen
finden wie vor 30 Jahren.

Das halte ich für eine gewagte Behauptung. Im Vergleich zu früher schaue ich heute deutlich weniger ins Fernsehen - weil ich nach dem Studium des mehrseitigen Fernsehprogramms für etwa 35 Fernsehsender einfach nichts Vernünftiges finde. Ausschalten, Buch lesen.

Grüße
Heinrich (der Doofe)

das hast Du jetzt aber geschrieben…

Nach entsprechender Vorgabe deinerseits.

Grüße
Heinrich (der noch immer Doofe)

Grüßt euch…

die aktuell nervigste Werbung für mich ist

Eis -Eis-Pinguin…

Ich könnte ihn abmuksen!

Gruß Marion