Re: Film - Autounfall-Trick, wie?
Hallo!
es gibt einen ziemlich bekannten Hollywood-Film, in welchem
ein bekannter Schauspieler (ich meine, es ist Brad Pitt, wenn
mich nicht alles täuscht), der einer Frau nachschaut, in den
fließenden Straßenverkehr hineinläuft und von den Autos -
zuerst von einer Seite, dann von der anderen - heftigst
angefahren und durch die Luft gewirbelt wird. Der Mann ist in
dem Film danach natürlich tot, lebt aber als "Engel" weiter.
Außerdem geistert im Internet schon seit Jahren der Kurzfilm
"Pizza Guy" herum, in welchem ein unachtsam die Straße
überquerenwollender Mann (mit 2 Pizzen in der Hand, daher der
Name) von einem heranpreschenden Auto erfaßt, in die Höhe
geschleudert wird, sich über dem Auto einmal komplett
überschlägt um danach selbigem Auto wieder auf die Motorhaube
zu krachen. Der abbremsende Wagen schleudert den Mann mit
dessen Kopf voran heftigst auf die Straße, wo das Opfer noch
einige Meter weiterrutscht unbd dann liegenbleibt. Ist diese
Szene überhaupt ein Trick?
Beide Unfälle wirken sehr echt. Mich interessiert der Trick.
Wie wird sowas gemacht?
Das wird mit einem Stuntman gedreht, wobei die Perspektive der Kamera eine sehr wichtige Rolle spielt, und dann spielt der Computer einer ganz entscheidende Rolle.
Ich habe einmal miterlebt, wie so eine "Unfallszene" gedreht wird. Der Stuntman hatte ein Gurtsystem am Körper und war mit dünnen Drahtseilen (eine Art Klaviersaite) nach oben an eine Art Kran befestigt. Am anderen Ende der Seilverbindung waren zwei vom Stunt-Team, die auf etwa mannshohe Kisten standen. Die Kamera stand so, dass das Auto zwischen Kamera und Stuntman hindurchraste.
Als das Auto herangerast kam und einen bestimmten Punkt passierte, sprangen die beiden Männer von der Kiste und zogen so ihren Kollegen in die Höhe. Der musste dann nur noch eine entsprechende Drehung vollziehen, und schon sah es wegen der Position der Kamera aus, als ob ihn das Auto erwischt hätte. In Wahrheit hat ihn das Auto überhaupt nicht berührt. Die für einen Unfall typischen Kontaktstellen, etwa die Zersplitterung der Windschutzscheibe, wird später per Computer eingefügt. Hier werden auch die Drahtseile aus dem Bild retouschiert.
Eine zweite Variante für solche Unfälle ist die "Stop-Motion"-Technik. In einem statischen Szenenbild sieht man den Schauspieler. Er hat sehr genau einen bestimmten Weg zu gehen und eine bestimmte Position zu erreichen. Dann verlässt der Schauspieler die Szenerie und wird an seiner letzten Position durch eine Puppe (Dummy) ersetzt. Nun rast der Wagen heran und knallt in den Dummy. Die beiden Szenen werden später per Computer zusammengesetzt. Arbeiten Team und Technik sauber, sieht man den Wechsel im laufenden Film nicht. Nur bei einer Bild-für-Bild-Betrachtung kommt man solchen Tricks auf die Schliche.
Die zweite Methode ist beim "Pizza Guy" angewendet worden. Der Pizzamann und das Auto sind ineinander kopiert worden. Unmittelbar vor dem Zusammenstoß verändern sich bei dem Pizzamann Gesicht und Haare (nur zu sehen bei Einzelbildbetrachtung).
Ein weiteres Indiz für einen Fake ist, dass die Kamera nach der Kollision mit dem Auto sauber mitschwenkt, d.h. der Kameramann wusste, was da passieren würde.
Grüße
Heinrich