definiere mal „unrealistisch“ bzw. „realistisch“ bei einem film…
memento fand ich z.b. nur beim ersten mal anschauen wirklich gut. dann habe ich den fehler gemacht und mir auf der dvd den film „in der richtigen reihenfolge“ angeschaut. ergebnis: reichlich platter film, der noch dazu ganz grob unlogisch ist. nur fällt das in der normalen fassung nicht so auf.
wenn ein film „realisitisch“ sein muss, fallen automatisch alle sci-fi und fantasy-filme weg. auch fast alle horrorfilme. und da ist ja nicht gerade nur schrott darunter.
es stört mich z.b. gar nicht, wenn in star wars episode 4 bei den raumschlachten soviel krach im weltall ist, obwohl das „unrealistisch“ ist: laut lucas ist das ein märchen, dass in „seinem“ universum spielt - und dort machen die dinge nun mal auch im weltall geräusche. insofern unrealistisch aber logisch.
wirklich stören tun mich handlungen, die unlogisch oder sonstwie inkonsistent sind. wenn also der held eines filmes 90 minuten lang durch die ärgsten gefahren zum ziel muss und dabei mehr als nur einmal durch pures glück überlebt und dann kommt er an und findet eine ganze armee von bösewichten vor, die offenbar diese gefahren problemlos meistern konnten obwohl sie dann von einem simplen kinnhaken des helden ausser gefecht gesetzt werden können.
aber es gibt auch ausnahmen: chronicles of riddick ist ja ein herrlich schwachsinniger film mit völlig abstruser handlung, bei der man die logischen aspekte mit der lupe suchen muss. trotzdem gefällt er mir extrem gut - einfach weil er einfach ein absolut oppulenter augenschmaus ist (alleine das design der rüstungen der necromonger ist voll genial). oder der film „pi“, der mit primitivsten mitteln gedreht ist (schwarz-weiss und sehr grobe körnung), ebenfalls völlig unrealisitisch (der typ baut irgendeinen computerchip in einen bestehenden rechner ein, obwohl der das design des chips nicht kennt - und das funktioniert sogar). aber die story ist irgendwie so fesselnd, dass solche fehler nichts ausmachen.
letztendlich macht einen guten film halt aus, ob man nach dem anschauen mit gutem oder mit schlechtem gefühl aus dem kino geht. überwiegt der ärger über schlechte szenen (egal ob technis oder logisch schlecht), empfindet man den film als gesammtes schlecht. es reichen aber teilweise ein paar „killerfeatures“ (wie eben die optischen effekte in chronicles of riddick) und einen film als gut empfinden zu lassen.
und wie heisst es so schön: geschmäcker und ohrfeigen sind verschieden.
und stell dir vor, alle hätten den selben geschmack - die welt wäre voll langweilig.
lg
erwin