Frage zu 'Planet der Affen'

Nachdem ich mir am vergangenen Samstag wieder mal den Film ‚Planet der Affen‘ (lief im ZDF spätnachts) angeschaut habe, habe ich wieder das gleiche Problem wie damals, als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe:

Wie sich spätestens am Ende des Films herausstellt, ist die Crew offensichtlich nicht auf einem fremden Planeten x Lichtjahre von der Erde entfernt gelandet, sondern auf der Erde. Nur ca. 2000 Jahre in der Zukunft.

Aber wieso eigentlich? Warum ist dieses Raumschiff auf die Erde zurückgekehrt? Gibt es dafür eine Erklärung? Am Anfang fliegen sie ja, gemäss den Angaben von Taylor, mit nahezu Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg. Daher auch der Zeitunterschied. Aber die sind ja längst aus dem Einflussbereich des Erdmagnetfelds raus. Ist der Kurs des Raumschiffs etwa auf einen Rundflug programmiert, der zur Erde zurückführt?

CU
Peter

moings…

Aber wieso eigentlich? Warum ist dieses Raumschiff auf die
Erde zurückgekehrt? Gibt es dafür eine Erklärung? Am Anfang
fliegen sie ja, gemäss den Angaben von Taylor, mit nahezu
Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg. Daher auch der
Zeitunterschied. Aber die sind ja längst aus dem
Einflussbereich des Erdmagnetfelds raus. Ist der Kurs des
Raumschiffs etwa auf einen Rundflug programmiert, der zur Erde
zurückführt?

Etwas komplizierter, ich versuchs mal zu erklaeren… :wink:)

Die Struktur des Universums an sich ist nicht bekannt, aber es
gibt diverse Theorien…

eine davon besagt, dass das Universum in der 4. dimension gekruemmt
ist…

um sich vorzustellen, wie das raumschiff dann geflogen ist will
ich es mal mit einem Beispiel versuchen…

Eine Kugel ist in der 3. Dimension gekruemmt, wenn ich nun eine
Ameise (hier mal exemplarisch als 2 Dimensionales Lebewesen
angenommen [heisst, sie rennt nur in 2 dimensionen rum, wobei
diese 2-dimensionalen Oberflaechen in der 3. dimension beliebig
gekruemmt sein duerfen, sie diese Kruemmungen aber nicht wahrnimmt])
auf diese Kugel setze und die Kugel frei im Raum schweben lasse
(mit magnetfeldern geht das…) wird die Ameise auf der Kugel-
Oberflaeche hin und her rennen und irgendwann wieder am
Ausgangspunkt eintreffen…

Natuerlich waeren auch andere Formen denkbar, aber mit der Kugel
ist es am einfachsten…

Servutz
Stephan

Das war ja ne Bomben-Erklärung…klang so wie dieser Physik Freak auf Bayern-Alpha, der immer vor der Tafel steht…

Gratuliere…bessere Erklärung zu dieser Frage (die wohl jeden umtreibt nachdem er den Film gesehen hat) hab ich selten gelesen.

Moin!

Also, alles schön und gut mit der vierdimensionalen Krümmung, aber meine persönliche Erklärung ist eigentlich eine andere.
Diese ganze Mission dient ja, nach Aussagen Taylors am Anfang des Films, dazu, die Theorie zu beweisen, daß die Zeit auf der Erde schneller vergeht, als sie es bei Lichtgeschwindigkeit tut. Welchen Sinn würde es also machen, ein Raumschiff ins All zu ballern, und es nie zum Ausgangspunkt zurückkehren zu lassen? Logische Schlußfolgerung: Man programmiert einen Rundkurs, um nach der Landung die Daten auswerten zu können. Jaaaaaaa, ich weiß, meine Erklärung hat einen Haken: Wieso läßt man die Jungs dann erstmal soweit fliegen, daß auf der Erde lasche 2000 Jahre vergangen sind…keine Ahnung, vielleicht, weil man keine Vorstellung davon hatte, wie groß die Zeitdifferenz nun tatsächlich ist.
Ist aber auch nur so 'ne Idee… :o)

Bis die Tage,

Marcus

moings…

Also, alles schön und gut mit der vierdimensionalen Krümmung,
aber meine persönliche Erklärung ist eigentlich eine andere.
Diese ganze Mission dient ja, nach Aussagen Taylors am Anfang
des Films, dazu, die Theorie zu beweisen, daß die Zeit auf der
Erde schneller vergeht, als sie es bei Lichtgeschwindigkeit
tut.

Oh… achso… ich muss zu meiner Schande gestehen, ich kenn den
Film nicht gerade gut…

Wieso
läßt man die Jungs dann erstmal soweit fliegen, daß auf der
Erde lasche 2000 Jahre vergangen sind…keine Ahnung,

naja, vielleicht hatte das Schiff ja nen Betriebssystem von
MickySoft… *grinsel*

vielleicht, weil man keine Vorstellung davon hatte, wie groß
die Zeitdifferenz nun tatsächlich ist.

Ach, das kann man berechnen, siehe dazu die Einsteinsche
Relativitaetstheorie (ich glaube es ist teil der speziellen)
unter dem Stichwort Zeitdiletation (laesst sich uebrigens mit
hochpraezisen Uhren (anfangs synchronisiert) und schnellen
Flugzeugen beweisen…)

Aber nach dem das Raumschiff ja von Amerikanern gestartet wurde,
dann hat sich da vielleicht ein (Komma)Fehler eingeschlichen, so
wie es ja bei dieser einen Marssonde tatsaechlich der Fall war…

OKOK, die ESA ist da auch nicht besser, die haben schliesslich
die Steuersoftware von einer kleinen Rakete (Ariane 4) ohne
vorherige Pruefung fuer eine groessere Rakete (Ariane 5) verwendet…

Servutz
Stephan

Diese ganze Mission dient ja, nach Aussagen Taylors am Anfang
des Films, dazu, die Theorie zu beweisen, daß die Zeit auf der
Erde schneller vergeht, als sie es bei Lichtgeschwindigkeit
tut. Welchen Sinn würde es also machen, ein Raumschiff ins All
zu ballern, und es nie zum Ausgangspunkt zurückkehren zu
lassen? Logische Schlußfolgerung: Man programmiert einen
Rundkurs, um nach der Landung die Daten auswerten zu können.

Hmmm… klingt an und für sich vernünftig. Doch dann ergibt sich eine andere Frage: Nach der Landung meinen die drei doch zunächst, sie seien auf einem anderen Planeten, irgendwo im Orion (AFAIR). Wieso wissen sie dann nicht gleich, dass sie wieder auf der Erde sind?

Jaaaaaaa, ich weiß, meine Erklärung hat einen Haken: Wieso
läßt man die Jungs dann erstmal soweit fliegen, daß auf der
Erde lasche 2000 Jahre vergangen sind…keine Ahnung,
vielleicht, weil man keine Vorstellung davon hatte, wie groß
die Zeitdifferenz nun tatsächlich ist.

Irgendwann wird ja angesprochen, warum sich die drei für diesen Flug gemeldet haben. Es war ja freiwillig. Taylor hatte die Nase von der Menschheit gestrichen voll und wollte weg. Deutet das auf eine Mission hin, die nur einen Rundkurs vorsah? Der andere soll sich gemeldet haben, weil er einfach überall ‚der erste‘ sein wollte. Klingt für mich so, als ob geplant gewesen wäre, auf einem anderen Planeten zu landen.

CU
Peter, weiterhin fragend

Hmmm… klingt an und für sich vernünftig. Doch dann ergibt
sich eine andere Frage: Nach der Landung meinen die drei doch
zunächst, sie seien auf einem anderen Planeten, irgendwo im
Orion (AFAIR). Wieso wissen sie dann nicht gleich, dass sie
wieder auf der Erde sind?

Gegenfrage: Wieso wissen Sie nicht GENAU, wo sie sind? (Die Aussage im Film ist so weit ich mich erinnere „Irgendwo im Orion, auf blabla…“) Das klingt für mich so, als ob das ein außerplanmäßiger Stop ist. Allerdings gebe ich Dir in so weit recht, daß das ganze schon sehr fragwürdig ist…

Irgendwann wird ja angesprochen, warum sich die drei für
diesen Flug gemeldet haben. Es war ja freiwillig. Taylor hatte
die Nase von der Menschheit gestrichen voll und wollte weg.
Deutet das auf eine Mission hin, die nur einen Rundkurs
vorsah? Der andere soll sich gemeldet haben, weil er einfach
überall ‚der erste‘ sein wollte. Klingt für mich so, als ob
geplant gewesen wäre, auf einem anderen Planeten zu landen.

Beide Aussagen ließen sich aber auch folgendermaßen erklären:
Taylor hofft, daß in der Zukunft die Menschen vernünftiger werden, und geht deswegen auf die Mission. Der andere will der erste „Zeitreisende“ sein. Auch plausibel, oder?
Sei es wie es wolle, je mehr ich mir einen Kopf darüber mache, desto mehr bin ich der Meinung, daß die Motivation für diese Reise die große Schwachstelle in der Story ist. Tut dem Film IMHO aber keinen Abbruch, morgen hocke ich wieder vor der Glotze… :o)

In diesem Sinne,

Marcus

Anderer Gedanke
Hi Peter,

ein viel platterer - weil durch zahlreiche andere Beispiele bestätigter - Erklärungsansatz ist, daß die eingebaute Erkenntnis, daß man sich auf der Erde der Zukunft befindet, statt auf einem fremden Planeten, eine jegliche Plausibilität entbehrende dramaturgische Willkürlichkeit ist.

Immerhin ist das Ganze eine Literaturverfilmung, und mit solcherlei wird eh meist rüde umgesprungen (speziell im SF-Bereich).

Es ist lange her, daß ich Pierre Boulles Roman gelesen habe, und ich kann mich nicht daran erinnern, daß dieses Element darin bereits enthalten gewesen wäre. Dort ist (wie man ganz am Schluß erfährt) die ganze Geschichte nämlich in eine Rahmenhandlung gebettet, die im Film wohl fehlt: Raumfahrer finden die späteren Aufzeichnungen der Gestrandeten und lesen sie voller Interesse; diese Raumfahrer sind übrigens Affen…

Ich gebe aber zu, daß die anderen Ideen viel besser klangen…

Gruß,

hendrik

Immerhin ist das Ganze eine Literaturverfilmung, und mit
solcherlei wird eh meist rüde umgesprungen (speziell im
SF-Bereich).

Das stimmt leider…

Es ist lange her, daß ich Pierre Boulles Roman gelesen habe,
und ich kann mich nicht daran erinnern, daß dieses Element
darin bereits enthalten gewesen wäre.

Gibts diesen Roman eigentlich noch so im Buchhandel?

CU
Peter

Pierre Boulle
Hi Peter,

den Roman gibt’s auf deutsch schon lange nicht mehr. Im Original („Le Planète des singes“) gibt’s ihn noch, und vermutlich auch als englische TB-Ausgabe.

Gruß,

hendrik