Hallo Christina,
Hallo zusammen,
was haltet Ihr von dem neuen Peugeot- Werbespot
(Rußpartikelfilter für saubere Dieselmotoren - ja, der mit den
„Kometen“, die in der Atmosphäre verglühen)?
(
micherstauntamkopfkratz.
Auch meine Aufmerksamkeit fährt gegen Null, wenn die Werbung
beginnt, und ich stelle den Ton ab, weil er in der Werbung
immer so aggressiv laut ist. Mir wird eigentlich jetzt erst,
durch Deinen Beitrag bewußt, WOFÜR da eigentlich geworben
wird. Ich habe immer nur den Kometen gesehen und es für
Werbung für die 13. Auflage der Filme Armageddon oder Komet
gehalten. Dementsprechend war der Peugot nur zufälliges
Beiwerk, auf das ich nicht mehr als Bruchteile von Sekunden
verschwendet habe. Der Komet sieht überigens ganz plakativ aus
)) Wenn er verschwindet, wendet sich auch mein Blick von
der Flimmerkiste.
Hallo Otto,
tja, das mit dem „plakativen“ Kometen war auch der Grund, warum ich diesen Spot gewählt habe, da ich nicht Werbewirtschaft oder sowas studiere, sondern Medientechnik - deshalb mußte es ein Spot sein, der auch film- (computeranimations-)technisch was hergibt 
Besonders würde
mich die Meinung von (werdenden) Vätern 30+ (offensichtlich
die Zielgruppe)
interessieren.
Hmm, ich gehöre nicht der Zielgruppe an, bin 50-. Aber ein
Dieselfahrzeug scheint mir für meine Altersgruppe attraktiver
zu sein als für 30+.
Hm, ja, da könntest Du schon recht haben…
Spricht Euch der Spot an?
Das Bild des Kometen ja, Rest versäumt.
Tja, das bestätigen meine Testvorführungen vor meinen Komillitonen: „Oh- coole Animation… und was macht das Auto da???“
Da mußte ich auch erstmal gaaaanz langsam erklären, um was es da eigentlich geht…
Ist er verständlich? Kurz: haltet Ihr ihn für einen gelungenen
Spot?
Ja, tolle Werbung für die teuersten Sitzplätze beim nächsten
Weltuntergang
) Um die Analogie zwischen Rußpartikelfilter
und nuklearem Winter nach einem Kometeinschlag zu verstehen,
dafür muß man sich schon ganz schön die Gehirnwindungen
verkrampfen. Falls meine Assoziation oder Interpretation
überhaupt richtig sein sollte.
Also meine Interpretation des Werbespots geht eher in die Richtung: „Wir haben hier was Tolles erfunden, das ist aber vom optischen her nicht besonders ansprechend (für den Fahrer/Kunden nicht sichtbar bzw. spürbar (wie es z.b. eine gute Straßenlage dank neuartigem Fahrwerk wäre…) - was machen wir jetzt?“ - Ganz klar: Wir müssen einen relativ unspektakulären Vorgang möglichst bombastisch in Szene setzen!
Grübelgrübel - wissen
Werbefuzzies überhaupt was vom nuklearen Winter?
Thema verfehlt, Aussage mißlungen.
Würde ich auch so sehen… Besonders da man der Zielgruppe schon eine etwas „wissenschaftlichere“ Visualisierung des Sachverhalts zumuten könnte. Hier wurde wohl versucht, einem nüchternen technischen Detail mehr Emotion zu verleihen - was dann in geradezu lächerlicher Dramatik mündet.
Dieser Rußfilter soll
übrigens wirklich gut sein. Ich weiß es aus Berichten des ADAC
und anderer Fachzeitschriften und -sendungen.
Es ist überhaupt meine Überzeugung, daß zu plakative, dumme
und aggressive Werbung kontraproduktiv ist. Es wird viel in
das Vertreiben von Kunden investiert. Ich habe schon oft
bestimmte Produkte aufgrund der blöden Werbung nicht mehr
gekauft und substituiert.
Stimme ich Dir zu, allerdings glaube ich, dass viele nicht so konsequent sind wie Du 
Noch ein Aspekt, der möglicherweise in Deiner Facharbeit
gewürdigt werden könnte: Die Nationalität des Produktes.
In Frankreich zählen in der Werbung weniger sachliche Aspekte
wie technische Daten, sondern Wohlgefühl, Originalität o.ä.
Danke für den Hinweis, wird berücksichtigt! Mir ist das bisher besonders in Hinblick auf Italien aufgefallen (man beachte die unsäglichen Kinder- Bueno (Ferrero) Werbespots!)
Ich habe es erlebt, daß neue Werbespots über Tage
Gesprächsthema waren, weil sie besonders „gut“ aufgemacht
waren. Auch wenn sie mit dem Produkt wenig zu tun hatten. Ich
habe es auch erlebt, daß französische Unternehmen ihre
nationalen Philosophien durchziehen, ohne fremde Mentalitäten
zu berücksichtigen.
Ja die Franzosen haben (man möge mir diese Verallgemeinerung verzeihen) immer schon eine gewisse Tendenz zur Arroganz (rührt wahrscheinlich von ihrem ungebrochenen Nationalstolz - siehe Amis) an den Tag gelegt…
Ein Beispiel aus meiner Tätigkeit in der
Pharmabranche:
In Frankreich wurde für ein nur schwach wirksames Medikament
mit dem „confort“ der Einnahme sehr erfolgreich geworben.
Diese Werbung war nicht öffentlich, sondern erfolgte durch die
Aussagen der Pharmareferenten gegenüber niedergelassenen
Ärzten. In Deutschland fiel das Präparat zunächst vollkommen
durch. Die bequeme Einnahme interessierte in Deutschland die
Ärzte nicht, sie wollten etwas über Wirkmechanismen und
Nebenwirkungen hören.
Wir konnten in Deutschland das Präparat nur deshalb halbwegs
im Markt positionieren, weil wir alle Anweisungen, die
französischen Argumentationen 1:1 ins Deutsche zu übertragen
ignorierten, Paris belogen und eigene Werbestrategien
definierten.
Vielleicht hast Du die Gelegenheit und die Sprachkenntnisse,
ne, hatte Spanisch und Latein (aus Überzeugung - ha!) 
um französische und deutsche Werbung für gleichwertige
Produkte zu vergleichen. Sehr interessant. Solltest Du Fragen
dazu haben, stehe ich Dir gerne zur Verfügung.
Danke, komme vielleicht darauf zurück!
Gutes Gelingen und beste Grüße.
Otto
Vielen Dank für Deine ausführliche und informative Antwort!
Christina