Sabine Christiansen gestern Abend

Hat das deutsche Fernsehpublikum so etwas schon gesehen :wink:? Ich habe gelacht, wie lange nicht mehr bei einer Talkshow. Die dummen Fragen von Sabine Christiansen, die Peter Struck in seiner staubtrockenen Art mit „Wenn meine Oma Reifen hätte, wär’ sie ein Auto“ beantwortete, dass Heiner Geißler die Leitung der Sendung an sich gezogen hat … es passte einfach alles.

Und ich muss sagen, ich fand es eine gute Sendung. Eine Sendung unter Leitung von Heiner Geißler im Beisein von Sabine Christiansen. Und immerhin: Sie hat nicht sonderlich gestört.

Was meint ihr? Habt ihr das auch so unfreiwillig komisch empfunden?

Gruß!
Chris

Was meint ihr? Habt ihr das auch so unfreiwillig komisch
empfunden?

Hallo Christopher,

ich schaue mir solche Sendungen erst gar nicht an, in der sowieso nur irgendwelche Politiker ihren Blödsinn verzapfen, denn sie tagtäglich zum Besten geben. Ich frage mich zudem, weshalb stets überwiegend Politiker eingeladen werden und nur wenige kritische Experten, die ohne parteipolitischen Einfluss ihre Ansichten präsentieren. Dann würde vielleicht sogar ich einmal eine solche Sendung schauen.

Marco

ich schaue mir solche Sendungen erst gar nicht an, in der
sowieso nur irgendwelche Politiker ihren Blödsinn verzapfen,
denn sie tagtäglich zum Besten geben. Ich frage mich zudem,
weshalb stets überwiegend Politiker eingeladen werden und nur
wenige kritische Experten, die ohne parteipolitischen Einfluss
ihre Ansichten präsentieren. Dann würde vielleicht sogar ich
einmal eine solche Sendung schauen.

Gestern war - wieder einmal - auch ein Experte eingeladen worden. Leider war dieser keineswegs kritisch noch unabhängig. Die Redaktion schien es nicht geschafft zu haben, einen Historiker und Politikwissenschaftler außer dem tiefschwarzen Michael Wolffsohn aufzutreiben. Ein linker Männe wäre mir auch nicht lieber gewesen, sondern ein wirklich unabhängiger Experte. Das ist tatsächlich etwas bescheiden, da hast Du Recht.

Allerdings finde ich die Sendung nicht uninteressant. Denn manchmal offenbart sich die wahre Couleur eines Politikers erst, wenn er ungestört von Moderatorenfragen einfach mal plappern kann. Und Gästen wie dem Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Buback ist manchmal doch interessant zuzuhören.

Gruß!
Chris

P.S.: Was siehst Du denn gerne für Sendungen bzw. welche politische Talkshow erfüllt denn Deine Ansprüche?

Buback hat die Zeit eingeholt
Und Gästen wie dem Sohn des ermordeten

Generalbundesanwalts Buback ist manchmal doch interessant
zuzuhören.

Hi Chris!

wenn du den erzählungen des sohn des gba buback als interessant findest, dann könnte es dich vielleicht auch interessieren, dass ich der sohn eines der direkten opfer von buback selber bin.

die raf hatte sich buback sicherlich nicht ohne grund rausgesucht, stand er doch stellvertretend für das westdeutsche system des kalten krieges während der 50er jahre als chefankläger zwischen vielen alten, nie in den ruhestand geschickten nazirichtern am lüneburger tribunal !!!

obwohl mein vater nie gewaltätig war und sich nur zu seiner politischen überzeugung bekannte (übrigens lange, bevor überhaupt jemand an gewalt wie die der raf gedacht hat) wurde er in der blüte seiner jugend aufgrund des fdj-verbots ins zuchthaus gesteckt.
wider besseren wissens bezichtigte herr buback senior auch meine mutter, ebenfalls mitglied der fdj zu sein, obwohl das nie der
fall gewesen war.

abschliessend nur noch: ich will hier nicht von höherer gerechtigkeit oder so etwas reden, an so was glaube ich nicht. niemand hat physische gewalt gegen sich verdient, von wem auch immer ausgeübt. von sämtlichen radikalpolitischen erscheinungen distanziere ich mich ausdrücklich und sehe für diese keine legitimation.

gruss marian

Hallo Chris!

P.S.: Was siehst Du denn gerne für Sendungen bzw. welche
politische Talkshow erfüllt denn Deine Ansprüche?

Tja, da gibt es nur wenig, denn was ich zu „Sabine Christiansen“ meinte, gilt auch für die meisten anderen Talkshows. Die sonntägige „Presseschau“ in der ARD ist ganz angenehm, auch wenn es da natürlich auch politische Ausrichtungen gibt. Aber dort gibt es weniger dieses rhetorische „Gefasel“, statt dessen werden mehr die entsprechenden Punkte ausgeleuchtet. „Maischberger“ kann auch ganz nett sein, denn Sandra Maischberger bereitet sich stets sehr gut auf ihre Gäste vor. Aber in meinen Augen ist die Sendung nur so „gut“ wie die Gäste es sind.
   Ansonsten sehe ich mir gerne „arte Info“, „Monitor“, „Panorama“ und hin und wieder „Report“ an.

Marco

Tja, da gibt es nur wenig, denn was ich zu „Sabine
Christiansen“ meinte, gilt auch für die meisten anderen
Talkshows. Die sonntägige „Presseschau“ in der ARD ist ganz
angenehm, auch wenn es da natürlich auch politische
Ausrichtungen gibt. Aber dort gibt es weniger dieses
rhetorische „Gefasel“, statt dessen werden mehr die
entsprechenden Punkte ausgeleuchtet. „Maischberger“ kann auch
ganz nett sein, denn Sandra Maischberger bereitet sich stets
sehr gut auf ihre Gäste vor. Aber in meinen Augen ist die
Sendung nur so „gut“ wie die Gäste es sind.
Ansonsten sehe ich mir gerne „arte Info“, „Monitor“,
„Panorama“ und hin und wieder „Report“ an.

Da scheinen wir ähnliche Vorlieben zu haben. Der „Presseclub“ (den meinst Du doch, oder?) ist manchmal ganz interessant, nur die Sendezeit gefällt mir nicht so sehr. „Maischberger“ hingegen mag ich nicht so sehr, da mir die Moderatorin aus mir selbst nicht so ganz klaren Gründen nicht passt.

„arte Info“ habe ich glaube ich vor Jahren zuletzt gesehen, da ich dann gerade unsere wunderbaren Regionalnachrichten sehe (Rheinland-Pfalz aktuell). Die „tagesschau“ ist mir immer noch am liebsten, da sie einfach gut in meinen Abendablauf passt bzw. weil ich irgendwie meinen Abend um sie herum gebaut habe ;o). „Monitor“ sehe ich auch recht gerne, obwohl ich die letzte Sendung mehr als schwach fand. „Panorama“ ist eigentlich auch eines meiner Lieblingsmagazine, aber ich habe es dummerweise ein paar Mal verpasst. Was Du an „Report“ findest, kann ich hingegen nicht ganz nachvollziehen. Wenn ich Nellesen oder Bönte sehe, macht sich mein Finger auf der Fernbedienung selbstständig … :wink:
Was ich immer sehr interessant fand, war „Frontal“, das leider mittlerweile eingestellt worden ist. Ich bin sehr gespannt auf das Nachfolgemagazin, so es denn bald auf der Bildfläche erscheint.

Gruß!
Chris

Hallo Christian!

Da scheinen wir ähnliche Vorlieben zu haben. Der „Presseclub“
(den meinst Du doch, oder?) ist manchmal ganz interessant, nur
die Sendezeit gefällt mir nicht so sehr. „Maischberger“
hingegen mag ich nicht so sehr, da mir die Moderatorin aus mir
selbst nicht so ganz klaren Gründen nicht passt.

Ja, sicherlich meine ich den „Presseclub“. Ich hatte heute morgen eher zufällig ins „Morgenmagazin“ gezappt, dabei die „Presseschau“ mitbekommen und den Kopf geschüttelt, weil man dort unbedingt auch Verona Feldbusch und noch irgendeinen Pseudo-Prominenten in die Schlagzeilen ziehen „musste“.
   Sandra Maischberger kenne ich noch aus Anfang der Neunziger, als sie täglich abwechselnd mit Roger Willemsen unverschlüsselt auf Premiere das Magazin „0137“ brachte.

„arte Info“ ziehe ich der „Tagesschau“ und anderen Nachrichtensendungen vor, weil dort auch über Themen berichtet wird, von denen man in den üblichen Sendungen nichts oder kaum etwas hört.
   Dass ich mir auch „Report“ ansehe, liegt einfach daran, auch die „andere“ Seite zu betrachten; und ich muss ja nicht Sympathie für die Moderatoren oder für die Inhalte hegen.
   Allerdings schaue ich Sendungen wie „Monitor“ und „Panorama“ auch mit gemischten Gefühlen. Matthias Deutschmann, ein Kabarettist aus Freiburg, sollte einmal für „Monitor“ etwas zu ‚1945 bis 1995 - 50 Jahre Deutschland‘ schreiben. Wie Deutschmann in seinem Programm „Nachtangriff“ meinte, hätte die „Monitor“-Redaktion auf seinen Entwurf gesagt: „Toll, Herr Deutschmann! Aber bedenken Sie, wir haben fünf Millionen Zuschauer!“ Und er fuhr fort in seinem Programm: „Heiner Müller hat mal gesagt, zehn Deutsche wären blöder als fünf, und da kommt ‚Monitor‘ und sagt etwas von fünf Millionen!“
   „Frontal“ habe ich nicht gemocht; es kam mir stets so vor, als wolle man mit Gewalt witzig sein. Neben „Frontal“ wurde leider auch das von mir gern gesehene „Kennzeichen D“ vom ZDF „deinstalliert“. Der Anspruch wird zuginsten der Quote heruntergeschraubt, auch wenn es irgendeine Sendung geben soll, die sich „Reporter“ (oder so ähnlich) nennt. Wieder einmal zahlt man GEZ-Gebühren für Nonsense, und bei dieser Anpassung an die Privaten wäre es besser, keine Gebühren mehr zu zahlen!

Marco

Fernsehen allgemein

Ja, sicherlich meine ich den „Presseclub“. Ich hatte heute
morgen eher zufällig ins „Morgenmagazin“ gezappt, dabei die
„Presseschau“ mitbekommen und den Kopf geschüttelt, weil man
dort unbedingt auch Verona Feldbusch und noch irgendeinen
Pseudo-Prominenten in die Schlagzeilen ziehen „musste“.
   Sandra Maischberger kenne ich noch aus Anfang der
Neunziger, als sie täglich abwechselnd mit Roger Willemsen
unverschlüsselt auf Premiere das Magazin „0137“ brachte.

Kenne ich leider nicht. Und das „MoMa“ sehe ich auch nur seeeehr selten. Entweder ich bin schon am schaffen oder noch am schlafen :wink:!

„arte Info“ ziehe ich der „Tagesschau“ und anderen
Nachrichtensendungen vor, weil dort auch über Themen berichtet
wird, von denen man in den üblichen Sendungen nichts oder kaum
etwas hört.

Das kann ja gut sein, ich habe auch nicht gesagt, dass „arte Info“ schlecht ist. Es ist nur zeitlich eher schlecht gelegen, genauso wie „heute“. Entweder ich esse gerade oder sehe mir etwas anderes an.

   Dass ich mir auch „Report“ ansehe, liegt einfach daran,
auch die „andere“ Seite zu betrachten; und ich muss ja nicht
Sympathie für die Moderatoren oder für die Inhalte hegen.

Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich es meistens doch sehe. Wenn gar nichts anderes läuft, oder ich auf die „tagesthemen“ warte, ist man dort doch noch besser aufgehoben als „Hinter Gittern“ bei RTL, oder?

   „Frontal“ habe ich nicht gemocht; es kam mir stets so vor,
als wolle man mit Gewalt witzig sein. Neben „Frontal“ wurde
leider auch das von mir gern gesehene „Kennzeichen D“ vom ZDF
„deinstalliert“. Der Anspruch wird zuginsten der Quote
heruntergeschraubt, auch wenn es irgendeine Sendung geben
soll, die sich „Reporter“ (oder so ähnlich) nennt. Wieder
einmal zahlt man GEZ-Gebühren für Nonsense, und bei dieser
Anpassung an die Privaten wäre es besser, keine Gebühren mehr
zu zahlen!

Ich habe „FRONTAL“ gern gesehen, nicht wegen der Moderationen, sondern wegen der Stücke. Die Glossen waren oft kleine „Juwelen“, und die Stücke meist gut recherchiert und sauber umgesetzt. Ich mochte besonders gerne, dass hier sowohl „rote“ als auch „schwarze“ Autoren Beiträge beigesteuert haben.
Die neue Sendung „ZDF.reporter“ habe ich gestern gesehen, und sie hat mir sehr gut gefallen. Der Beitrag über Tanzbären in Rumänien war sehr bewegend und interessant, das kurze Stück zur CDU-Plakatkampagne war skurril und aktuell. Was passt Dir denn daran nicht?

Gruß!
Chris