Hallo,
Sachen wie Comedystreet und Quiz Break laufen nicht, weil sie so anspruchsvoll sind oder besonders viele Zuschauer haben.
Aber diese Sendungen sind billig zu produzieren und es fehlen Alternativen. Das Quiz Break wurde zB eingeführt, weil die Wirtschaftskrise längst beim Fernsehen angekommen ist, Pro7 kann nicht genug Werbung verkaufen, eine Anrufshow bringt aber wenigstens noch die Telefongebühren und ist eine Alternative zum Testbild.
Ich weiß gerade nicht mehr, was vor Comedystreet und Elten vs Simon am Dienstagabend bei Pro 7 lief - dieses Format lief allerdings auch so schlecht, dass Comedystreet und E vs S kurzerhand als Ersatz herhalten mussten.
Alles in allem frage ich mich irgendwie, ob das Niveau bei den
Privaten eigentlich noch zu unterbieten ist?
Nun, ein Versuch lohnt sich wohl immer…
Was mich viel mehr ärgert ist: mit den vorhandenen Mitteln könnte Fernsehen sehr viel sehenswerter werden. Insbesondere Pro 7 hat soooo viele Serien im Archiv, die nie ausgestrahlt wurden oder erst Jahre auf eine Ausstrahlung warten. Und da meine ich nicht gefloppte Serien, die es auch in den USA nicht über eine Staffel hinaus geschafft haben (einige davon programmierte Pro 7 kürzlich am frühen Morgen), sondern Sitcoms und andere Serien, die mit Emmys oder Golden Globes ausgezeichnet wurden.
Beispiel Brothers & Sisters (Emmy, GLAAD Media Awards): eine etwas anspruchsvollere Serie (ein bisschen Politik), sie hielt in D nicht mal eine Staffel durch. Beispiel: How I met your mother (2 Emmys): lag vier Jahre im Archiv und wurde dann am Samstag Nachmittag verheizt - die Serie ist im USA Abendprogramm. Gleiches gilt für The Big Bang Theory, läuft jetzt am Samstag Nachmittag, ebenfalls USA-Primetime. Weeds (Golden Globe): seit zwei Jahren kündigt Pro7 die dritte Staffel der Serie an, in den USA läuft aktuell die 5. Staffel. Two and a half men (23 Emmy-Nominierungen, 2 Nom. Golden Globe): ebenfalls Nachmittagsprogramm (inzwischen sogar zum „Schwestersender“ gewandert, wo sie btw sehr gut läuft) - die erfolgreichste Sitcom in der USA-Primetime. Speziell in diesem Fall hat man aber dazu gelernt und versucht es demnächst am Dienstagabend.
Wie erfolgreich das sein wird lass ich mal dahingestellt, die letzten Versuche, Sitcoms abends auszustrahlen waren aber wenig erfolgreich. So hielt RTL bei My Name is Earl (Emmy + mehrere Golden Globe-Nominierungen) afair nur 9 Folgen durch - dreieinhalb Staffeln dürften noch im RTL-Archiv liegen, ob sie jemals ausgestrahlt werden wage ich zu bezweifeln. Von Samantha Who lief zwar die komplette erste Staffel am Abend, bei Pro7 wollte man aber wohl gar nicht hinschauen, so schlecht waren die Quoten. Und auch Scrubs fiel im Abendprogramm so ziemlich durch.
Dass Sitcoms sonderlich niveauvoll sind möchte ich zwar nicht behaupten, wenn ich allerdings die Wahl habe zwischen einer preisgekrönten Serie oder jemandem, der irgendwo hinkotzt würde mir die Wahl nicht schwer fallen.
So viel in aller Kürze (*hust*), das Thema ist natürlich noch sehr viel komplexer. Insgesamt kann man wohl sagen, das Fernsehen hat sich in den letzten Jahren selbst kaputt gemacht. Und jetzt ist man einfach in dem Kreislauf drin, diejenigen, die noch einschalten gucken auch den letzten Müll und diejenigen, die etwas anspruchsvoller unterhalten werden wollen schalten die Sender nicht mehr ein, weil ja ohnehin nur Trash läuft.
RTL II hat diese Entwicklung stark zu spüren bekommen, wer jahrelang nur Frauentausch und Assi-Fernsehen zeigt findet einfach keine Zuschauer mehr für „anspruchsvollere“ Serien wie Rom, Dexter oder Californication.
Gruß
Sue