Wer verfilmt Bücher / ist der Entscheidungsträger?

Hallo Zusammen!

Mich würde sehr interessieren wer verantwortlich dafür ist das bestimmte Storys oder Bücher verfilmt werden?
gibt es da Scouts dafür die „Filmstoff“ suchen?
Würde mich freuen, wenn mir jemand von Euch da fachmännisch weiterhelfen kann…

vielen Dank

Die großen Verlage haben dafür eigene Abteilungen, die die Anfragen der Filmindustrie bearbeiten.

Der übliche Weg ist:

  • ein Filmproduzent hat Interesse an einem Buch, weil es neben einer gut zu verfilmenden Geschichte vor allem hohe Verkaufszahlen vorweist und somit hohe Zuschauerzahlen für den Film verspricht.

  • Je höher die Verkaufszahlen eines Buches, desto zahlreicher die Anfragen der Filmproduzenten an die Verlage.

  • bei nahmhaften Buchautoren, entscheidet oft nicht unbedingt das höchste Angebot, sondern das überzeugendste Package der Realisierung. Und große Produktionsfirmen wie z.B. die Constantin Film haben auch höhere Chancen ein gefragtes Buch zu bekommen. Viele kleine Firmen schaffen es oft nicht, die Finanzierung für einen Film auf die Beine zu stellen.

  • kleine, unbekannte Bücher werden eher selten angefragt und oft gibt es da auch nicht mal Geld. Denn der Filmproduzent argumentiert, dass das unbekannte Buch eher vom Film profitieren wird, als anders herum.

  • Ganz unbekannte Bücher, also quasi unverlegte Bücher von Hobby-Autoren landen bei den Filmfirmen im Lektorat und verstauben dort in der Regel.

  • es gibt bei der Frankfurter Buchmesse auch eine extra Veranstaltung für Agenten, Filmproduzenten und Autoren. Musste mal googeln.

vielen Dank für die ausführliche Antwort…
eines interessiert mich aber noch brennend:

gibt es speziell Mitarbeiter die nur auf der Suche nach
gutem Filmstoff sind?
Berufsbezeichnend nur als Produzenten???

wie kommt man rein in diese Branche?

ich weiss ich bin sehr neugierig…

gibt es speziell Mitarbeiter die nur auf der Suche nach
gutem Filmstoff sind? Berufsbezeichnend nur als Produzenten???

Filmproduktionsfirmen produzieren entweder auf eigenes Risiko einen Kinofilm (wenn sie ihn denn finanziert bekommen) oder als Auftrag für TV-Sender auch TV-Movies und -Serien.
Dafür sind diese Firmen immer auf der Suche nach neuen Stoffen, nach Ideen und u.a. auch nach geeigneten Buchvorlagen. Eine konkrete Berufsbezeichnung gibt es da nicht. In größeren Firmen gibt es Producer, Dramaturgen, Lektoren - aber jeder hält das anders.

Die filmische Umsetzung von Romanen ist gar nicht unbedingt unkomplizierter als einen originären Stoff selbst zu entwickeln und lohnt sich für den Produzenten auch nur, wenn der Roman sehr bekannt ist. Doch je bekannter der Roman, desto mehr wird auch das Geld, das der Produzent für die Rechte investieren muss, ohne vorher zu wissen, ob er den Film finanziert bekommt und ob es ein erfolgreicher Film wird. Von daher optionieren in der Regel eher die größeren Produktionsfirmen Romanrechte.

wie kommt man rein in diese Branche?

Als was? Als Romanautor, der seinen Stoff verfilmt haben möchte? Oder als Producer in eine Produktionsfirma? :wink:

Wenn es nun den ein Producer der über solche Dinge unteranderem entscheidet, dann ja…
Bin zur Zeit in einer großen Umorientierungsphase und suche einige konkrete Beschreibungen zu Berufsbildern die man ja leider nicht so
wirklich auf dem Arbeitsamt erklärt bekommt…*schmunzel*

Vielleicht kannst Du ja ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern…

Wenn es nun den ein Producer der über solche Dinge
unteranderem entscheidet, dann ja…

Wirklich entscheiden tut es ein Producer nicht, er schlägt nur vor. Film ist teuer und so entscheiden immer eine ganze Reihe von Menschen.

Szenario:
Eine Produktionsfirma hat 2-3 festangestellte Producer, die Stoffe entwickeln und nach guten Ideen suchen. Ein Producer empfindet einen Roman als gute Drehvorlage und schlägt seinem Chef, dem Produzenten, vor, die Romanrechte zu optionieren.

Wenn der Produzent dieses Risiko eingehen will, weil er der selben Meinung ist, dann beginnt man, in Verhandlung mit dem Verlag zu gehen.
Wie schon beschrieben, stehen bei einem erfolgreichen Roman die Produzenten womöglich Schlange beim Verlag.

Hat der Produzent den Zuschlag bekommen, hat er zwei Optionen.
a) er macht einen Kinofilm daraus. In dem Fall braucht er einen großen Filmverleih als Partner, der ihm einen Großteil des Budgets finanziert. Somit fällt die Entscheidung, ob der Roman verfilmt wird, in den Büroräumen des Filmverleihers.
b) der Produzent macht einen TV-Film daraus. In diesem Fall schlägt er den Stoff diversen TV-Sendern vor. Somit fällt die Entscheidung durch die entsprechenden TV-Redakteure.

Und egal ob Variante a) oder b) - auch bei TV-Sendern oder Filmverleihern entscheidet das nicht eine Person alleine, sondern eine ganze Reihe von Entscheidungsträgern.

Somit ist es ein langer Weg von einer Filmidee oder der Idee, einen bestimmten Roman zu verfilmen, bis zur tatsächlichen Realisierung.

Ob Du nun innerhalb einer Produktionsfirma, bei einem Verleih oder gar einem TV-Sender solche Entscheidungen treffen willst, ist es ein langer Weg dorthin.

Eine (film-)dramaturgische Ausbildung bekommst Du in einigen Studiengängen (Theaterwissenschaften, Medien-Irgendwas) oder im besten Fall an einer der Filmhochschulen.(http://de.wikipedia.org/wiki/Filmhochschule)

In der Regel muss man mind. 2 Jahre berufliche Praxis (Praktika, Jobs) in der Medienwelt vorweisen, um sich für ein Filmproduktionsstudium bewerben zu dürfen. Aus den 100-200+ Bewerbern werden pro Jahr und Hochschule nur 15-20 Studenten angenommen.
Nach einem sehr intensiven (und spannenden) 4jährigen Studium musst Du es in Zeiten der Wirtschaftskrise nur noch schaffen, in der arbeitslose Producer im Arbeitsamt Schlange stehen, einen Job zu finden.

Und falls Du Dich jetzt davon nicht abschrecken lässt, dann bist Du vielleicht schon auf dem richtigen Weg. :wink:

Schau doch mal auf die Websites der Filmhochschulen, ob Dich deren Lehrinhalte interessieren würden. Die meisten der Schulen haben Informationstage und bei den zahlreichen Kurzfilmproduktionen der Studenten werden außerdem immer Praktikanten gesucht. Als Praktikant für 1-2 Wochen kann man die Filmstudenten immer gut löchern und sich informiern und nebenbei schauen, ob so ein Leben im Produktionsbüro oder am Filmset etwas für einen selbst ist.

Viel Erfolg!