Es würde mich mal interessieren, warum in fast 90%
aller alten Stummfilme (so bis 1929) der Eindruck
entsteht, als wären diese in Zeitraffer wiedergegeben?
Ich meine, die Filmer damals haben doch nicht zufällig
alle die falsche Drehgeschwindigkeit eingestellt.
Weiß jemand, ob das irgendeinen bestimmten Grund hat?
Nur eine Vermutung
Film funktioniert anders als Fernsehen. Während beim Fernsehen 25 Frames (also Einzelbilder) pro Sekunde ablaufen, sind es beim Film nur 24.
Ich vermute, daß die Frame-Zahl ein Grund für den Effekt sein könnte, den Du meinst… vielleicht waren es damals weniger Frames? Werd mich mal schlau machen…
ich habe eine ähnliche Frage hier auch mal gestellt. Das war die perfekte Antwort von Timo Teifel:
"
nun, ich denke doch dass es ein technisches Problem ist; beim Umwandeln der 18 Bilder pro Sekunde auf 25 für’s Fernsehen müsste ein Originalbild auf 1,38 Fernsehbilder aufgeteilt werden. Daher müsste nachdem ein Bild eine 25tel Sekunde gezeigt wurde das nächste nur noch 0,38tel einer 25tel Sekunde gezeigt werden, was aber nicht geht. Man müsste dann hin und wieder ein Bild weglassen, was allerdings zu Rucklern führt.
Übrigens werden auch alle Kinofilme, die ja mit 24 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden, im dt. Fernsehen mit 25 Bildern gezeigt, sprich sie laufen schneller als im Kino! Aus eben diesem Grund…
Übrigens werden auch alle Kinofilme, die ja mit 24 Bildern pro
Sekunde aufgezeichnet werden, im dt. Fernsehen mit 25 Bildern
gezeigt, sprich sie laufen schneller als im Kino! Aus eben
diesem Grund…
Wie funktioniert das denn dann mit dem Ton? okay vielleicht SIEHT man den geschwindigkeitsunterschied nicht, aber was ist mit dem hören? oder sind die 4% zu wenig, um hörbar zu sein?
Ich habe von Filmen zwar keine Ahnung, aber in dieser Frage geht es ja um STUMMfilme. Da ist meistens sowieso nur Klaviermusik zu hören . . . und da kommt es auf 6/24stel Sekunden nicht an.
Ich habe von Filmen zwar keine Ahnung, aber in dieser Frage
geht es ja um STUMMfilme. Da ist meistens sowieso nur
Klaviermusik zu hören . . . und da kommt es auf 6/24stel
Sekunden nicht an.
Das macht allerdings Sinn *ggg* – hätte die Frage nochmal lesen sollen. Ich dachte das bezieht sich vielleicht auch noch auf heutige Kino- oder Fernsehfilme. Bin aber auf dem Gebiet kein Experte.
Film funktioniert anders als Fernsehen. Während beim Fernsehen
25 Frames (also Einzelbilder) pro Sekunde ablaufen, sind es
beim Film nur 24.
Nicht ganz richtig. Beim Fernsehen werden 50 Halbbilder gezeigt, die geraden und die ungeraden Zeilenzahlen werden abwechselnd gezeigt. Da der Fernseher nachleuchtet sieht das dann im Hirn unso flüssiger aus. Bei 100Hz-Glotzen werden entsprechend 100 Halbbilder gezeigt. Das gilt aber nur für den PAL-Standard, beim amerikanischen NTSC-Standard werden soviel ich weiss knappe 30 (29,???) Bilddurchläufe gemacht, entsprechend knappe 60 Halbbilder.
Im Kino werden ganze Bilder gezeigt, da die Leinwand ja nicht in Pixel aufgeteilt ist, die man einzeln/zeilenweise ansprechen kann.
Ich vermute, daß die Frame-Zahl ein Grund für den
Effekt sein könnte, den Du meinst… vielleicht waren es
damals weniger Frames? Werd mich mal schlau machen…
Kino / Fernsehen: Verarbeitung hin und zurück
Ich versuch mal eine Antwort:
Obwohl es in der Ursprungsfrage um Stummfilme geht, ist es ja bei heutigem Film nicht anders: Wie gesagt: Film (also Celluloid): 24 FpS (Frames per Second), TV: 25 FpS
Und da ist Deine Frage schon sehr berechtigt. Ich wußte sie auch nicht auf Anhieb zu beantworten, darum hab ich mich mal bei unserem Tonmeister schlau gemacht (der macht Fernsehen und Kino, also müßte er’s wissen - und wußte es auch).
Bei der Herstellung eines (Kino)films wird der Film nach dem Dreh geMAZt. Eine MAZ ist eine Magnetische Bildaufzeichnung (Aufzeichnung von Bild- und Tonsignalen). Alles, was wir so sehen im fernsehen, ist zuvor in der MAZ gewesen.
Das Filmmaterial wird also gemazt und hierfür auf 25 FpS gebracht, damit es digital bearbeitet werden kann - kein Kinofilm wird mehr im wahrsten Sinne des Wortes geschnitten, sondern nur noch digital editiert (also Schnitt am Computer)
Ist das Material gemazt und editiert, wird es geFAZt. Die FAZ ist die Erstellung eines 16mm oder 35mm-Films von einem Videoprogramm. Das mußt Du Dir, vereinfacht gesagt, einfach so vorstellen, daß der Film einfach wieder auf 16 oder 35 mm wieder abgefilmt wird.
Das ist dann der fertige Kinofilm. Mit den erwähnten 24 FpS.
Soll dieser Film dann ins Fernsehen, gehen die Producer einfach her und benutzen die MAZ-Version des Films. Und dann ist das Problem aus der Welt. So einfach ist das.
Hm, ich hoffe, das war jetzt einigermaßen verständlich. Frage beantwortet?
Des is scho richtig… aber ich fand, das würde für eine einfache Frage eine etwas komplizierte Antwort werden. Siehe auch mein Posting oben… das Problem besteht ja dennoch.