Ich weiß, dass weiter unten schon mal ein ran-Boykott-Aufruf steht.
Möchte das Thema aber trotzdem nochmal neu aufgreifen, weil ich immer dachte, Fernsehen werde für die Zuschauer gemacht. Wenn aber so am Zuschauer vorbei produziert wird, wie hier, fragt man sich doch, wer hier seinen sturen Kopf durchsetzen will. Das hat noch nicht mal mehr war mit Geldverdienen zu tun.
Text aus der T.Online-Startseite von heute:
„Ran“ laufen die Zuschauer weg
Quoten-Talfahrt setzt sich fort
Am dritten Spieltag wollten nur noch 1,68 Millionen Fußballfans das SAT.1-Magazin um 20.15 Uhr sehen. Damit sackte die Einschaltquote erstmals unter die Zwei- Millionen-Zuschauer-Grenze. Auch der Marktanteil erzielte mit 7,2 Prozent einen historischen Tiefstand.
Hoeneß fordert Umdenken
Bayern-Manager Uli Hoeneß forderte unterdessen in der „Welt am Sonntag“ ein Umdenken bei SAT.1. Es mache keinen Sinn, seinen sturen Kopf durchzusetzen, so Hoeneß. Das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga (DFL) kündigte für den 20. August eine Sondersitzung zu dem Thema „schlechte TV-Quoten“ an.
„Ran“ plant Umstrukturierung
Wenn die Einschaltquote für „Ran“ um 20.15 Uhr so niedrig bleibt, soll laut Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Bild“-Zeitung die Berichterstattung gesplittet werden: eine kurze, etwa halbstündige Zusammenfassung zwischen 18 und 20 Uhr und ein ausführliches Bundesliga-Magazin ab 22 Uhr.
ZDF hat wohl Zweitverwertungsrechte
Die Sendung am frühen Abend soll danach auf Sat.1 laufen und alle Spiele und Tore kompakt zeigen; dass ausführliche Magazin soll nach den FAZ-Informationen vermutlich im ZDF zu sehen sein - zu dieser Zeit läuft samstags dort das „Aktuelle Sportstudio“. Der öffentlich-rechtliche Sender soll für rund 70 Millionen Mark die Zweitverwertungsrechte an der Bundesliga erworben haben.
TV-Fußball a la Italia
Das diskutierte Modell nach italienischem Muster kann frühestens im Januar 2002 eingeführt werden. Bis dahin will die Kirch-Gruppe als Rechteinhaber in jedem Fall am umstrittenen Sendeplatz 20.15 Uhr festhalten.
Offiziell nicht bestätigt
Die Kirch-Gruppe hat bisher offiziell alle Verlegungspläne zurückgewiesen. „Ich werde am Sendeplatz 20.15 Uhr nicht rütteln“, sagte Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der Pro Sieben/Sat.1 Media AG. Sollten die Quoten tatsächlich so niedrig wie an den beiden ersten Spieltagen bleiben, will Rohner mit der Kirch-Gruppe über einen neuen Sendeplatz für die Saison 2002/2003 sprechen.
Druck der Geldgeber
Sat.1-Chef Martin Hoffmann hat aber inzwischen Druck von Werbekunden eingeräumt. Sie sind ebenso wie die Vereinssponsoren unzufrieden mit den niedrigen Fernsehquoten. „Wir werden die Akzeptanz von ‚Ran‘ um 20.15 Uhr bis Weihnachten anschauen“, sagte Hoffmann. Danach werde man gegebenenfalls über Modifikationen des bestehenden Vertrages verhandeln müssen.