armoricaine - wassn das?

Von: , Frage gestellt am Do, 23. Sep 1999

hi
esgibt doch hummer á l'armoricaine... aber mein lexikon schweigt, und das internet sagt auch nur, dass es eine zubereitungsart ist.
wer weiss, was armoricaine bedeutet? bewaffnet?

merci
dietmar

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: armoricaine - wassn das?

    Hallo Dietmar,
    Das war die Tarantel.
    Gehe gleich in Keller und suche mein Gesellenbuch.
    Mir ist , weit ist es her, diese Speise oft zubereitet haben.
    Melde mich wieder .
    Cu
    Claude

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: armoricaine - wassn das?

    Hallo Dietmar
    Das ist eine der klassischen Zubereitungsarten für Hummer. Auf den Speisekarten ist er jedoch nicht selten als "Hummer americaine" zu finden. Das hat die Kochkunsthistoriker stutzen lassen. Sie gruben nach und kamen zu dem Ergebnis, dass das angewandte Verfahren keineswegs amerikanische, sondern französische Züge aufweist.

    Öl, Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten gehören beispielsweise in der Bretagne zu vielen Fleisch- und Fischgerichten. Ferner fanden sie heraus, dass ein Teil der französischen Küste früher "armorique" genannt wurde. Aus "Homard armoricaine" hat sich also "Homard americaine" entwickelt.

    Alles klar?
    Gruss
    Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: armoricaine - wassn das?

      Armor heißt auf bretonisch "das Land das vor dem Meer ist, die Küstenlandschaft". Die Römer nannten die ganze Bretagne "armorica". Die südliche Küste der Bretagne heißt Côte d'Armor (manchmal auch Côte d'Armour geschrieben)...

      Hier noch ein Rezept:
      http://www.movenpick.ch/rezepte/rezepte22.htm

      Reinhard

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        Re^3: armoricaine - dassisses

        Hallo Reinhard
        sieht sehr gut aus, das Rezept.
        Armorica kennen viele ja bestimmt noch aus Asterix *g*.

        Hier mal für alle, die sich an Hummer nicht so recht ran trauen, ein ausführliches Rezept. Panzer und Schalen werden vorher entfernt, man muss sich also nicht die Finger bekleckern. Es muss kein lebender Hummer sein, gibt es auch tiefgefroren zu ganz zivilen Preisen, ist heute kein Luxusartikel mehr.

        Homard à l'américaine

        Zutaten für zwei Personen:
        1 lebender Hummer 800 - 900 g
        Salz
        4 EL Öl
        Pfeffer
        1 Zwiebel
        2 Schalotten
        1 viertel Knoblauchzehe
        0,2 l trockener Weisswein
        3 EL Fisch-Fond
        4 EL Cognac
        2 mittelgrosse Tomaten
        2 bis 3 Estragonstengel
        1 Messerspitze Cayennepfeffer
        100 g Butter
        1 Prise gehackter Kerbel und Estragon
        sehr fein gehackte Petersilie

        Zubereitung:
        Den Hummer waschen und kopfüber in reichlich sprudelnd kochendes Salzwasser werfen.
        Nach einigen Sekunden, wenn er tot ist, herausnehmen und zerschneiden. Zunächst die Scheren direkt am Körper abschneiden und ihre Schalen zerbrechen. Den Schwanz in 5 bis 6 Ringe teilen. Den Brustpanzer längs aufschneiden und das kleine Hautsäckchen innerhalb des Kopfes, das den für die Verdauung nötigen Kies enthält, herauslösen. Alle cremigen Substanzen und den grünlichen, paradoxerweise Corail genannten Teil in einem Schüsselchen auffangen. Das Hummerfleisch auslösen.

        Das Olivenöl in einer tiefen Pfanne stark erhitzen, die Hummerstücke hineinlegen, wenn es zu rauchen beginnt. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hummerstücke scharf anbraten und umwenden, bis sie rundherum eine tiefrote Farbe bekommen haben. Dann herausnehmen und warmhalten. Die fein geschnittene Zwiebel in das Öl geben, auf kleiner Flamme unter Umrühren weich dünsten, ohne sie Farbe nehmen zu lassen. Kurz vor dem Garwerden die sehr fein gehackten Schalotten und die zerdrückte Knoblauchzehe zufügen. Nach kurzem Dünsten das in der Pfanne vorhandene Öl abgiessen, Weisswein, Fisch-Fond und 2 EL Cognac hineingeben und den Bratensatz lösen. Die gehäuteten, entkernten Tomaten hacken und mit Estragon und Cayennepfeffer in die Pfanne geben. Alles vermischen, die Hummerstücke drauflegen und zugedeckt 20 min garen. Hummerstücke herausnehmen und warm halten. Den Estragon aus dem Kochsud nehmen, die Flüssigkeit um die Hälfte einkochen, vom Feuern nehmen und mit einer Mischung aus 50 g zimmerwarmer Butter und den vorhin zurückbehaltenen cremigen Innereien des Hummers binden.
        Die Sauce wieder aufs Feuer setzen, vorsichtig erwärmen, aber nicht mehr kochen lassen. Dabei ständig kräftig durchschlagen. Mit Kerbel und Estragon würzen und abschmecken. Zum Schluss neben dem Feuer weitere 50 g Butter hineinarbeiten und mit dem Cognac aromatisieren. Die Sauce über die Hummerstücke giessen und mit der feingehackten Petersilie garnieren.
        Nach Belieben dazu Pilaw-Reis reichen.

        Guten Appetit
        Rainer [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: armoricaine - dassisses

          Hi Rainer ,
          diese Rezeptur ist falsch.
          Cu
          Claude
          PS: Die Vorgeschichte dito.
          Soll ich mal ein Paar Hunde aus der Bretagne auf dich los lassen?
          Es kann doch nicht sein sollche Storys' hier zu Schreiben.
          Original folgt.

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          Re^4: Nachtrag

          Ihr habt vielleicht gelesen, was Claude dazu meint.
          Das Rezept ist von Paul Bocuse, sicherlich einer der renommiertesten Köche unserer Zeit. Ich hatte das grosse Vergnügen, ihn persönlich kennenzulernen und schätze ihn und seine Küche sehr.
          Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.
          Gruss
          Rainer Hier mal für alle, die sich an Hummer
          nicht so recht ran trauen, ein
          ausführliches Rezept. Panzer und Schalen
          werden vorher entfernt, man muss sich
          also nicht die Finger bekleckern. Es muss
          kein lebender Hummer sein, gibt es auch
          tiefgefroren zu ganz zivilen Preisen, ist
          heute kein Luxusartikel mehr.

          Homard à l'américaine

          Zutaten für zwei Personen:
          1 lebender Hummer 800 - 900 g
          Salz
          4 EL Öl
          Pfeffer
          1 Zwiebel
          2 Schalotten
          1 viertel Knoblauchzehe
          0,2 l trockener Weisswein
          3 EL Fisch-Fond
          4 EL Cognac
          2 mittelgrosse Tomaten
          2 bis 3 Estragonstengel
          1 Messerspitze Cayennepfeffer
          100 g Butter
          1 Prise gehackter Kerbel und Estragon
          sehr fein gehackte Petersilie

          Zubereitung:
          Den Hummer waschen und kopfüber in
          reichlich sprudelnd kochendes Salzwasser
          werfen.
          Nach einigen Sekunden, wenn er tot ist,
          herausnehmen und zerschneiden. Zunächst
          die Scheren direkt am Körper abschneiden
          und ihre Schalen zerbrechen. Den Schwanz
          in 5 bis 6 Ringe teilen. Den Brustpanzer
          längs aufschneiden und das kleine
          Hautsäckchen innerhalb des Kopfes, das
          den für die Verdauung nötigen Kies
          enthält, herauslösen. Alle cremigen
          Substanzen und den grünlichen,
          paradoxerweise Corail genannten Teil in
          einem Schüsselchen auffangen. Das
          Hummerfleisch auslösen.

          Das Olivenöl in einer tiefen Pfanne stark
          erhitzen, die Hummerstücke hineinlegen,
          wenn es zu rauchen beginnt. Mit Salz und
          Pfeffer würzen. Die Hummerstücke scharf
          anbraten und umwenden, bis sie rundherum
          eine tiefrote Farbe bekommen haben. Dann
          herausnehmen und warmhalten. Die fein
          geschnittene Zwiebel in das Öl geben, auf
          kleiner Flamme unter Umrühren weich
          dünsten, ohne sie Farbe nehmen zu lassen.
          Kurz vor dem Garwerden die sehr fein
          gehackten Schalotten und die zerdrückte
          Knoblauchzehe zufügen. Nach kurzem
          Dünsten das in der Pfanne vorhandene Öl
          abgiessen, Weisswein, Fisch-Fond und 2 EL
          Cognac hineingeben und den Bratensatz
          lösen. Die gehäuteten, entkernten Tomaten
          hacken und mit Estragon und
          Cayennepfeffer in die Pfanne geben. Alles
          vermischen, die Hummerstücke drauflegen
          und zugedeckt 20 min garen. Hummerstücke
          herausnehmen und warm halten. Den
          Estragon aus dem Kochsud nehmen, die
          Flüssigkeit um die Hälfte einkochen, vom
          Feuern nehmen und mit einer Mischung aus
          50 g zimmerwarmer Butter und den vorhin
          zurückbehaltenen cremigen Innereien des
          Hummers binden.
          Die Sauce wieder aufs Feuer setzen,
          vorsichtig erwärmen, aber nicht mehr
          kochen lassen. Dabei ständig kräftig
          durchschlagen. Mit Kerbel und Estragon
          würzen und abschmecken. Zum Schluss neben
          dem Feuer weitere 50 g Butter
          hineinarbeiten und mit dem Cognac
          aromatisieren. Die Sauce über die
          Hummerstücke giessen und mit der
          feingehackten Petersilie garnieren.
          Nach Belieben dazu Pilaw-Reis reichen.

          Guten Appetit
          Rainer

          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re^5: Nachtrag

            Was Claude angeht, macht man es sowieso immer falsch. Zitiert man aus dem Kochbuch, schimpft er über die Copyright-Verletzung, sagt man "ich mache es so und so", schimpft er, dass man sich an dem Originalrezept versündigt... ;=)

            Reinhard

            • Antwort von nach 39 Tagen hilfreich
              Re^6: Nachtrag

              Was Claude angeht, macht man es sowieso
              immer falsch.
              >Zitiert man aus dem Kochbuch, schimpft er über die
              Copyright-Verletzung,
              Sorry , aber kein Rezept ist Copyright !


              :sagt man "ich mache es so und so", schimpft er, dass man sich
              an dem Originalrezept versündigt... ;=)
              Original Rezepte können zwar Privat verändert werden , aber, nur das Original sollte weiter gegeben werden. Den Hinweiß auf das Original könnte doch so weitergegeben werden. " Aus dem Original habe ich meine eigene Rezeptur gemacht, die mir persönlich besser gefällt". So meine ich es.
              Ich will hier nicht der "Nörgler" sein, aber Original ist und bleibt Original, außer , wie oben beschrieben gemacht.
              Auch Ich ändere ORIGINALE, in meinen Rezepten auf der HP habe ich jedoch immer den Hinweiß auf einen Tip, der die Original Rezeptur ändert.
              Somit gehe ich keine Gefahr der "Verfremdung" ein. OK ?
              Ich will und möchte hier nicht für UNRUHE sorgen oder WIRBEL reinbringen.
              Nichts für Ungut
              Der "Moser" Claude ;-))

            • Antwort von nach 39 Tagen hilfreich
              Re^7: Nachtrag

              Was Claude angeht, macht man es sowieso
              immer falsch.
              >Zitiert man aus dem Kochbuch, schimpft er über die
              Copyright-Verletzung,
              Sorry , aber kein Rezept ist Copyright !

              Das musst du dir dann selber sagen - du verwendest aber (3 Postings weiter oben) den Begriff "Raubkopie"? Für mich ist das das selbe wie "Copyright-Verletzung"!
              :sagt man "ich mache es so und so", schimpft er, dass man sich
              an dem Originalrezept versündigt... ;=)
              Original Rezepte können zwar Privat
              verändert werden , aber, nur das Original
              sollte weiter gegeben werden. Den Hinweiß
              auf das Original könnte doch so
              weitergegeben werden. " Aus dem Original
              habe ich meine eigene Rezeptur gemacht,
              die mir persönlich besser gefällt". So
              meine ich es.
              Ich will hier nicht der "Nörgler" sein,
              aber Original ist und bleibt Original,
              außer , wie oben beschrieben gemacht.
              Auch Ich ändere ORIGINALE, in meinen
              Rezepten auf der HP habe ich jedoch immer
              den Hinweiß auf einen Tip, der die
              Original Rezeptur ändert.
              Somit gehe ich keine Gefahr der
              "Verfremdung" ein. OK ?
              Ich will und möchte hier nicht für UNRUHE
              sorgen oder WIRBEL reinbringen.
              Nichts für Ungut
              Der "Moser" Claude ;-))
              Nun ja - was ist aber denn das "Original"? Man kann sicher angeben, das man das Rezept dort oder dort her hat... Aber wo der Autor das Rezept her hat, entzieht sich doch der Kenntnis (zumindest meiner, als Laie).

              Rainer sagt, dass er das Rezept aus einem Buch von Bocuse hätte, du antwortest darauf: Das ist gar nicht von Bocuse, das ist von Escoffier. Ja, meine Güte, woher soll man das denn wissen? Muss man es wissen? Und wenn man es weiss - was folgern wir daraus? Im übrigen möchte ich meine Pfeffermühle verwetten, das Escoffier das betreffende Rezept auch nicht erfunden hat! Wer _erfindet_ - im eigentlichen Wortsinn - überhaupt Rezepte? Man muss doch immer von Bekanntem und Hergebrachtem ausgehen!

              Reinhard



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