L(i)ebte Jacob Fugger zölibatär?

Guten Tag,

ich habe gelesen, daß Jacob Fugger (der Reiche) im Kloster erzogen wurde, keine Kinder hatte und daß sich seine Ehefrau mit seiner Billigung einen Geliebten hielt (den sie sechs Wochen nach seinem Tod auch heiratete).

Meine Frage: Weiß jemand mehr über das Sexualleben oder prägende Früh-Erlebnisse im Kloster, auf den Reisen oder in den Lehrjahren in Venedig und Rom dieses Mannes, der Kaiser kaufte, die Hanse zerstörte und die Reformation mitverursachte?

MfG
BerlinMakler

Hallo Berlin/Makler,

leider keine allumfassende Antwort, aber vielleicht ein kleiner Schritt in die richtige Richtung:

„……Zu Anfang des Jahres 1498 hatte sich Jakob mit Sybille Artzt, der Tochter eines angesehenen Geschlechtes der Augsburger Oberschicht, vermählt. Eine weichere Note empfing sein Leben aber dadurch nicht. Denn, so großzügig und prächtig jene Geschenke ausgewählt wurden, mit denen er die Gattin in nahezu dreißigjähriger Ehe überhäufte, hat ihn diese menschliche Verbindung und völlig anders geartete Schicht des Daseins doch keine Stunde jener innersten kaufmännischen Leidenschaft entfremdet, die Jakob unablässig im Banne hielt. Andere durften sich an der aufgehenden Sonne der italienisch-oberdeutschen Renaissance erwärmen. Sein Wesen blieb kühl planend und nachgerade den eigenen Brüdern gegenüber von solch unheimlicher Überlegenheit, dass er damit, vielleicht unbewusst, trotz äußerer Freundlichkeit eine Zone der Unnahbarkeit um sich zog……“
aus: http://www.frankenweb.de/inhalt/kunst/persoenl/fugge…

„….Privat war der große Fürst unter den Kaufleuten eher ein Eigenbrödler, stetig bei der Arbeit und mit seinen Zahlen und Bilanzen beschäftigt. 1498 heiratete er Sybille Artzt, aus einer angesehenen und einflussreichen Augsburger Familie. Die Ehe blieb kinderlos. Dass er kaum Zeit für seine Frau fand, versuchte er durch teure, kunstvolle Geschenke zu kompensieren, trotzdem floh sich Sybille Fugger aber in eine Affäre mit dem Freund und vertrauten Jakobs, Konrad Rehlinger, den sie nach dem Tod Jakobs heiratete….“
Aus: http://www.silberbergwerk.at/Geschichte/fugger12.htm…

„….Nach dem Tod seiner Frau heiratete Konrad Rehlinger 1525 Sibilla Artzt, die Witwe Jacob Fuggers des Reichen, mit dem er einige Jahre zuvor in geschäftlicher Verbindung gestanden hatte. Diese Eheschließung barg erheblichen Konfliktstoff, da Jacob Fugger seiner Witwe dem Chronisten Clemens Sender zufolge testamentarisch „ain gros guot an gold, silber und klainettern vermacht, auch ir leben lang die behausung und gärtten, wa si in dem witwestand beleib“, eingeräumt habe. Konrad Rehlinger, den Sender als „ain alts mendlin“ charakterisiert, habe „haimlich um die Fuggerin gebuollet“ und sie dazu bewegt, mitsamt ihrem Heiratsgut in sein Haus zu kommen und ihn „auff die lutherische Art“ zu heiraten. Rehlingers Verhalten erscheint Sender um so verwerflicher, als Jacob Fugger ihm „über leib und guot vertraut hat, vil fraindtschaft bewissen und stets ob seinem tisch gehapt zuo gast (…)“. Andere Chroniken widersprechen, allerdings der Version Senders. Die sogenannte Langenmantelsche Chronik berichtet etwa, daß „der fugger“ Konrad Rehlinger und seine Frau „mit gewalt und gewaffnether Handt durch seine diener genottrengt und bezwungen das sie ain andern (Haus) nemmen muessen“, wodurch der Frau nach ihrer eigenen Einschätzung 20.000 fl an Vermögen verloren gegangen seien…“
aus: http://www.dhm.de/ausstellungen/kurzweil/geschi3.htm

Gruss
Eve*