In diesem Brett bewegt sich seit geraumer Zeit sogut wie fast garnichs mehr. Sollte es selbst gar schon dem Mittelalter angehören?
Ich willmal versuchen einige Frage bezügl des Mittelalters aufzuwerfen die mich wirklich interessieren.
Wer hatte im M. das „Wissen“ (das , was heute die Wissenschaft für sich beansprucht)
Waren es gebildete Mönche, Priester oder Päpste,(also allgemein Kirche)?
Waren es die Araber ober nachrömische Gelehrte und Philosophen? Waren es, von der Kirche verfolgte Hexer und Druiden, Anhänger heidnischer Kulte oder war es der Mann auf der Straße, der Astrologe, Stendeuter oder Alchimist???
Wie war das everyday-life im Mittelalter, besonders in Bezug auf sexuelle Praktiken?
Wurde Eifersucht und Ehe schon so groß geschrieben wie heute? Gab es gefährliche Geschlechtskrankheiten? War der Karneval sehr viel exessiver als heute?
Wie wurde mit unehelichen Kindern verfahren?
In welchem Maße gab es Privateigentum und wie war es mit der Sklaverei?
Welche Stellung hatte der Sklave in der Gesellschaft?
Haben die Zünfte nur ihre Privilegien verteidigt oder haben sie auch dazu beigetragen die Qualität der handwerklichen Produktion zu sichern und zu optimieren?
Gab es Garantieansprüche seitens der Kunden gegen schlechte oder korrupte Handwerker?
Für heute genug Gruß Klaus.
In diesem Brett bewegt sich seit geraumer
Zeit sogut wie fast garnichs mehr. Sollte
es selbst gar schon dem Mittelalter
angehören?
Rate mal, wie das kommt?
Sagt Dir
http://www.tempus-vivit.net
etwas?
Wie ich anderer Stelle bereits bemerkte wird dieses Forum hier eigentlich durch Tempus-Vivit ziemlich überflüssig gemacht.
Hilmar
Hallo Klaus,
hier sind noch ein paar deiner Fragen beantwortet:
Wurde Eifersucht und Ehe schon so groß geschrieben wie heute?
Klar.
Gab es gefährliche Geschlechtskrankheiten?
Klar.
War der Karneval sehr viel exessiver als heute?
Nein.
Wie wurde mit unehelichen Kindern verfahren?
Die Kinder wurden als Bastarte bezeichet.
Sie und ihre Mütter wurden wie der letzte Dreck behandelt.
In welchem Maße gab es Privateigentum und
wie war es mit der Sklaverei?
So wie heute auch. Wenige besaßen viel und viele hatten kaum etwas. Fronarbeit war normal. Der Adlige konnte mit seinen Untergebenen tun, was er wollte. Nur in der Städten, die damals entstanden, konnte jemand, der es schaffte ein Jahr und einen Tag zu überleben, als freier Mensch dort zu leben. Er galt dann nicht mehr als Untertan eines Adligen, sonders als Bürger dieser Stadt. Schau dir mal an, wie die Regierungen vieler Drittländer ihre Mitbürger, die nicht reich sind, behandeln, oder gehe mal in die Slums, dann hast due eine Vorstellung davon.
Welche Stellung hatte der Sklave in der
Gesellschaft?
Die unterste Stelle überhaupt.
Gruß
Monika
Da hast Du leider recht, hier bewegt sich fast gar nichts.
Nun ein paar Antworten zu deinen Fragen.
Wer hatte im M. das „Wissen“ (das , was
heute die Wissenschaft für sich
beansprucht)
Waren es gebildete Mönche, Priester oder
Päpste,(also allgemein Kirche)?
Ja, im Bereich der Religion, Philosophie, Sprachwissenschaften, Heilkunde, Rechtskunde etc…
Waren es die Araber in Medizin ja
der Kirche verfolgte Hexer und Druiden,
Anhänger heidnischer Kulte
Gab es im Mittelalter so gut wie keine mehr.
oder war es der
Mann auf der Straße, der Astrologe,
Stendeuter oder Alchimist???
Wohl kaum
Haben die Zünfte nur ihre Privilegien
verteidigt oder haben sie auch dazu
beigetragen die Qualität der
handwerklichen Produktion zu sichern und
zu optimieren?
Ja, da gab es sogar ganz strenge Gesetze gegen Pfusch, Wucher und Gaunerei
Gab es Garantieansprüche seitens der
Kunden gegen schlechte oder korrupte
Handwerker?
Ja - eben über die Zünfte, die dann (nicht immer) gegen den Handwerker vorgingen
Gruß
Herbert
Hallo,
das sind ein paar Fragen zu viel, um sie alle in einem post zu beantworten. Aber ich muß mal was klarstellen:
Wurde Eifersucht und Ehe schon so groß geschrieben wie heute?
Klar.
Das stimmt nicht ganz. Im frühen bis ins hohe MA hatte die Kirche noch nicht überall die große Macht. Oft existierten Kirche und alte Religion nebeneinander her. Ehe und eheliche Treue waren aber Konzepte der Kirche. Im frühen MA gab es deshalb (je nach Landstrich) durchaus Regionen, in denen Ehe überhaupt nicht bekannt und Treue ein Fremdwort war. Das „dunkle“ im Sinne von sittenstrenge Mittelalter war das spätere Mittelalter. Diese Ideen entwickelten sich mit der Ausbreitung der kirchlichen Macht.
Wie wurde mit unehelichen Kindern verfahren?
Die Kinder wurden als Bastarte bezeichet.
Sie und ihre Mütter wurden wie der letzte
Dreck behandelt.
Auch das ist nicht ganz richtig. Man muß dazu wissen, daß im Mittelalter fast überall zwei Arten von Gesetzgebung nebeneinander existierten: Das weltliche Recht, das oft auf altem Stammesrecht basierte (Der berühmte Sachsenspiegel gehört dazu) und das kirchliche, canonische Recht genannt, das auf kirchlichen Lehren und Traktaten beruhte.
Diese beiden waren sehr verschieden, und es kam sehr darauf an, wen man als Richter hatte: Einen weltlichen oder einen Canoniker. Beispiel: In den Spiegeln stand Vergewaltigung in der Ehe im MA unter Strafe (Kastration, Tod oder Verbannung), während sie im kirchlichen Recht nicht unter Strafe stand (eheliche Pflicht…).
Zurück zu den Bastarden: Im frühen Mittelalter war es durchaus üblich, daß ein Mann mehrere Frauen hatte (übrigens auch umgekehrt, wenn auch seltener - schließlich mußte man sich mehrere Partner „leisten“ können, und das konnten Männer eben öfter als Frauen). Das weltliche Recht gestand den daraus entstehenden Bastarden bis ins späte Mittelalter hinein die gleichen oder ähnliche Privilegien zu wie ehelichen Kindern, oder regelte zumindest, daß sie ihr Auskommen hatten. Das kirchliche Recht tat das nicht.
Das Problem bei mittelalterlichem Recht ist also, daß einmal zwei verschiedene Arten des Rechts existierten, und auch die weltlichen Spiegel, da sie auf alten Stammesrechten basierten, von Region zu Region verschieden waren (es gibt den Sachsenspiegel, den Schwabenspiegel usw.). Also kann man eine mittelalterliche Rechtsfrage NIEMALS mit „ja“ oder „nein“ beantworten.
Hoffe, daß hat es ein bißchen geklärt (und Dich nicht noch mehr verwirrt) 
Liebe Grüße, Nike
Hallo,
Vielen Dank der Antwort!
Das ist wirklich interessant, wie wohl bloß die Leute mit dieser Situation umgegangen sind im Einzelfall!
Wahrscheinlich war es in der Praxis garnicht so schwierig.
Gruß Klaus
hallo Nike,
Danke für deine Info. Wir haben im Unterricht die sogenannten Heiden nur am Rande erwähnt. Auch in den Geschichtsbüchern, die wir hatten, stand kaum etwas drinnen. Deshalb mein etwas einseitiger Bericht.
Viele Grüße
Monika
Hallo,
das sind ein paar Fragen zu viel, um sie
alle in einem post zu beantworten. Aber
ich muß mal was klarstellen:Hoffe, daß hat es ein bißchen geklärt
(und Dich nicht noch mehr verwirrt)Liebe Grüße, Nike