Mittelalterliche Datumsnotation

Von: (abgemeldet) , Frage gestellt am Do, 17. Jul 2003
Hallo,

ich frage mich immer noch, wie man im Mittelalter auf die völlig wirre Datumsnotaion gekommen ist.

Ich meine die Art mit Kalenden, Nonen und Iden, die sich jeweils nach Monaten verschieden.

Also z.B.

1. April = Kalenden des April
12. Oktober = 4. Iden des Oktobers

Also, was soll das? Wurde es nur in Urkunden verwandt oder auch generell? Und warum hat man dieses Format eingeführt? Es war ja bekannt, wieviele Tage die Monate hatten, sonst hätte man ja gar nicht rechnen können. Dieses Format ist doch gänzlich ungeeignet, um das tägliche Datum mitzuzählen.

Daniel

2 Antworten zu dieser Frage

  1. (abgemeldet) nach 18 Minuten 0 hilfreich
    Re: Mittelalterliche Datumsnotation
    Hallo, Daniel,
    Du gehst von heutigen Verhältnissen aus. Für uns ist u.U. die Zehntelsekunde wichtig, für den Menschen im Mittelalter war es nur wichtig, zu wissen, wann Sonntag war, und selbst da wurde ihm ja ein deutliches Signal gegeben.
    Eine genaue Zeitmessung, ja selbst Datierung war in weitesten Bereichen weder möglich noch nötig. Für den Bauern reichte die Beobachtung der Natur, um zu wissen, wann gesät und wann geerntet werden mußte.
    Die von Dir genannten Stichtage (calendae, ides) waren von den Römern eingeführte "dies festae", feste (Feste) und Feier-Tage, die die Zeit etwas mehr strukturierten als es die Mondumläufe taten. Selbst mit der Jahreszählung nahm man es so genau auch nicht. Pünktlichkeit ist eine durch die arbeitsteilige Gesellschaft erforderlich gemachte Sache.

    Grüße
    Eckard.
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